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Investition für mehr Regranulat in Neuwarenqualität

Der Recycling-Spezialist Sysplast investiert in eine moderne Compoundieranlage von Leistritz, um mehr Regranulat in Neuwarenqualität herstellen zu können.

Damit Sysplast künftig noch mehr Regranulat in Neuwarenqualität herstellen kann als bisher, investiert der Nürnberger Recyclingspezialist in einen ZSE 60 Maxx Extruder von Leistritz. Sysplast Geschäftsführer Udo Dobberke zu den Gründen: „Zum einen war es die ausgereifte Maschinentechnologie, weswegen ich mich für eine Extrusionsanlage von Leistritz entschieden habe. Ausschlaggebend war aber vor allem die verfahrenstechnische Beratung und Hilfestellung, die ich von dem gesamten Team erhalten habe.“

Investition erhöht Output um 4.800 Tonnen

Guido Kraschewski, Leiter des Competence Centers Recycling bei Leistritz (l), und Udo Dobberke, Geschäftsführer von Sysplast (r), bei der Abstimmung der Details zur Investition in die neue Compoundieranlage, mit der Sysplast den Ausstoß von Regranulat in Neuwarenqualität weiter steigern will. Foto: Leistritz

Das Nürnberger Recyclingunternehmen wird ab Februar 2021 seine jährlichen Produktionskapazität an ABS-Regranulaten auf einer neuen Leistritz Anlage um 4.800 t erhöhen. Herzstück der neuen Extrusionslinie ist ein ZSE 60 Maxx.

„Bereits vor einigen Jahren haben wir unsere Aktivitäten im Recycling-Bereich stark ausgeweitet. Dieser Auftrag ist ein weiterer Beleg für unsere Kompetenz in diesem Segment“, sagt Guido Kraschewski. Er ist seit Mitte des Jahres Leiter des Competence Centers Recycling bei Leistritz. In seinen vorherigen Stationen war er bei verschiedenen Recyclingunternehmen als Standort- bzw. Produktionsverantwortlicher tätig und weiß deshalb ziemlich gut welche Anforderungen heute an Mensch, Maschine und Material gestellt werden. „Das Segment Recycling entwickelt sich ständig weiter. Leistritz ist hier stark engagiert“, so Kraschewski.

Regranulat in Neuwarenqualität

„Unsere Recompounds stehen Virgin Material qualitativ in nichts nach“, so Udo Dobberke. „Grundlage dafür ist ein hochwertiger Maschinenpark.“ Die Recompounds werden grundsätzlich aus sortenreinen und/oder aufgearbeiteten Kunststoffen gefertigt. Auf der neuen ZSE Maxx-Anlage von Leistritz soll in Zukunft ein ABS-Regranulat produziert werden.

ABS kann in einer Vielzahl von Varianten eingesetzt werden. Die Anlage ist mit mehreren Dosierern ausgestattet und teilautomatisiert. Im Vorfeld wurden Versuche im hauseigenen Technikum von Leistritz gefahren, so dass die Anlage konzeptionell optimal ausgelegt werden konnte. Das heißt aber nicht, dass auf der neuen Extrusionslinie nicht auch andere technische Kunststoffe wie etwa PC/ABS, Polyamide oder auch Polyolefine verarbeitet werden.

Verhältnis zwischen Quantität und Qualität muss passen

Gerade im Recycling-Bereich muss das Verhältnis zwischen Quantität und Qualität passen“, weiß Guido Kraschewski. Dafür ist ein Leistritz ZSE Maxx-Extruder aufgrund seines Da/Di-Verhältnisses von 1,66 bestens geeignet: Nach Erfahrung von Leistritz wird durch das größere Volumen im Extruder das Recycling-Material bei gleichbleibender Drehzahl nicht so stark beansprucht. Das spiegelt sich oftmals in besseren mechanischen Werten wieder, die es unter Umständen je nach Qualität der Ausgansware erlauben, die Rezeptur kostenmäßig anzupassen. 

Die Produktion beginnt Anfang des nächsten Jahres. „Wir freuen uns sehr auf den Start. Sysplast steht uns als Referenzkunde zur Seite. Interessierte können also das Anlagen-Setup gerne vor Ort gemeinsam mit uns besichtigen“, so Guido Kraschewski.

Die Sysplast GmbH & Co. KG ist aus der Grundig AG entstanden. Bereits in den 1990er Jahren ging Grundig als Global Player im Bereich Unterhaltungselektronik als eine der ersten europäischen Firmen den wichtigen Schritt der Rückgewinnung von Kunststoffen aus der Altgeräteentsorgung. Schließlich wurden jährlich etwa 2.000.000 Fernsehgeräte und damit ca. 6.000 t Kunststoffe hergestellt.

Um diese Kunststoffe wieder in den eigenen Produktionszyklus einfließen zu lassen, gründete das Unternehmen am Standort Nürnberg das „Zentrum für Kreislaufwirtschaft“, aus dem 2009 die Sysplast GmbH & Co. KG entstand. Der Name basiert auf einer bahnbrechenden Technologieentwicklung: einem wiedergewonnen Kunststoff, der als Substitutionsstoff Neuware in qualitativer Hinsicht in nichts nachsteht. Der Markenname war Systemgängiger Thermoplast, was zum Firmennamen Sysplast führte.

gk