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Internet-TV: Arburg fokussierte den Service

Die siebte Sendung der Internet-TV-Formats Arburgsvision“ befasste sich mit Services. Lars Langner, Bereichsleiter Service (Mitte) und Uwe Klumpp, Abteilungsleiter Produktschulung (links), fassten mit Moderator Guido Marschall die zentralen Punkte zusammen. Foto: Arburg

Digitale Serviceleistungen sowie Wartung und Instandhaltung – das waren die Themen der siebten Internet-TV-Sendung Arburgxvision.

Die neueste Ausgabe des Internet-TV-Formats von Arburg Ende Juli trug den Titel „Der perfekte Service – schnelle Hilfe wenn’s drauf ankommt“. „Perfekter Service ist Einstellungssache“, sagte Lars Langner, Bereichsleiter Service. Arburg sei mit mehr als 480 Service-Mitarbeitern weltweit für seine Kunden rund um den Globus ein zuverlässiger Partner in allen Belangen rund um den Service.

Service „Made by Arburg“ basiere auf einem zentralen Entwicklungs- und Produktionsstandort: „Dank unseres Know-hows und einem Eigenfertigungsanteil von über 60 Prozent können wir fast jedes Ersatzteil selbst in Loßburg herstellen – und zwar nicht nur typische Verschleißteile, sondern beispielsweise auch unsere Leiterplatten. Das ermöglicht hohe Flexibilität und ist einmalig im Maschinenbau“, so Langner. Die First-Pick-Rate, also Bestellungen, die noch am gleichen Tag rausgehen, betrage über 90 %.

Hochwertige Technik spielt für Langner auch in den Service ein. Als Beispiel nannte er den Planetenrollengewindetrieb, ein zentrales Merkmal für die Leistungsfähigkeit der Allrounder, auf das Arburg fünf Jahre Gewährleistung gibt. Das Planetenrollengewindetrieb stellt Arburg im Oktober 2021 auf der Fakuma vor:

Digitalisierte Services

Aber nicht nur bei den Produkten, sondern auch bei den Dienstleistungen komme es auf Qualität an. Langner erläuterte, dass Arburg den Einsatz seiner Servicetechniker weltweit einheitlich digitalisiert habe, um noch schneller und flexibler agieren zu können. Einen Schritt weiter gehe der Arburg Remote Service (ARS), bei dem sich der Hotline-Mitarbeiter in Abstimmung mit dem Kunden direkt auf die Maschine schaltet, was eine Zeitersparnis von bis zu zwei Tagen bringen könne.

„Auch unser Kundenportal Arburgxworld bietet zahlreiche nützliche Apps“, sagte Lars Langner und stellte einige kostenlose, aber wertvolle digitale Services vor. So ließen sich im Servicecenter des Portals rund um die Uhr Tickets erstellen, was bis zu 20 Stunden Arbeitszeit im Jahr spare. Den digitalen Zugriff auf die Erfahrungen der Arburg-Servicetechniker 24/7 ermögliche der Selfservice, was rund 40 Stunden zusätzliche Produktionszeit ausmachen könne. Auch im Shop lassen sich jederzeit komfortabel und schnell Ersatzteile suchen, online bestellen und dokumentieren.

Maschinenfähigkeit im Fokus

„Perfekter Service beginnt beim Menschen. Dafür schlägt mein Herz“, betonte Uwe Klumpp, Abteilungsleiter Produktschulung. „Denn eine Maschine ist letztlich nur so gut wie ihr Bediener und die Menschen, die sie fit halten.“ Der Schulungsexperte ging zunächst auf Nutzungsgrad und Maschinenfähigkeit ein. Während der erste Begriff aussagt, wie viel Prozent der verfügbaren Produktionszeit eine Maschine tatsächlich produziert, gibt der zweite Aufschluss über die Stabilität und Reproduzierbarkeit der Fertigung und damit auch die Teilequalität. „Es braucht aber unbedingt auch Service-Dienstleistungen und geplante Stillstände, um den Zustand einer Maschine so zu erhalten, dass alles reibungslos funktioniert.“

Klumpp gab Tipps, wie sich ungeplante Stillstände vermeiden lassen. Dazu zähle, die Materialverfügbarkeit zu prüfen sowie die Abläufe für Rüsten und Wartung optimal vorzubereiten. „Ziel der präventiven Wartung ist, den Sollzustand und die Effizienz der Maschine zu erhalten und hohe Planungssicherheit zu schaffen“, erklärte der Experte und empfahl unbedingt regelmäßige Wartungen und Inspektionen: „Durch Überprüfung der Kalibrierungswerte können Abweichungen rechtzeitig erkannt und bei Bedarf Verschleißteile gewechselt werden.“ Demgegenüber dauere eine zustandsorientierte Wartung nach Schadenseintritt etwa durch festsitzende Teile erheblich länger und sei meist viel teurer. Am Beispiel von Hydraulikventilen und Vakuum-Erzeugern erläuterte Klumpp, wie eine Zustandsüberwachung (Condition Monitoring) funktioniert und nannte ein weiteres Beispiel: „Die Kniehebel unserer elektrischen und hybriden Allrounder werden lastabhängig geschmiert. Das kann den Ölbedarf um bis zu 50 Prozent reduzieren.“

Maschinenwartung und Kalibrierung live vorgestellt

Bei zwei Live-Schalten ins Loßburger Schulungscenter wurden die Maschinenwartung und -inspektion als Teil der Service-Strategie vorgestellt. Zunächst erklärte Tobias Feigenbutz an einem elektrischen Allrounder 370 A, wie sich Wartungsaufgaben mit Hilfe des Wartungsplans einfach ausführen lassen. Zudem ging er auf das Ölmanagement samt Filterung und Partikelmessung ein und stellte die Vorteile der Fernwartung mittels Arburg Remote Service vor.

Benjamin Gnegel erklärte in der zweiten Live-Schalte, wie wichtig Inspektion und Qualitätsüberwachung als Teil der Service-Strategie ist. Er ging darauf ein, warum sich die Performance einer Maschine mit der Zeit verändert, wie man das erkennt und wie ein korrekter Maschinenabgleich Abhilfe schafft. Konkret zeigte er dies live am Beispiel eines Drucksensor-Abgleichs und Regelung eines Pumpenreglers in „Handarbeit“. Er betonte, dass regelmäßiger Abgleich und Inspektionen stabile Prozesse und reproduzierbare Teile zur Folge haben und den Kunden so enorm Zeit spart.

Service-Gedanke – ganzheitlich und zukunftsorientiert

„Nutzungsgrad und Maschinenfähigkeit ist für uns ein ganzheitliches Thema, bei dem Maschinentechnik, Wartung, Inspektion, Kalibrierung und Schulung eine wichtige Rolle spielen“, betonte Klumpp in der abschließenden Diskussionsrunde. Große Vorteile sieht Langner in der Digitalisierung: „Der Hotline-Mitarbeiter kann auf alle Maschinendaten und sogar auf den digitalen Zwilling der kundenindividuellen Steuerung zugreifen. Große Potenziale bieten in naher und weiterer Zukunft umfassende Predictive Maintenance, also präventive Wartung, Augmented Service mittels Virtual Reality sowie der 3D-Druck von Ersatzteilen.“

Nächste Internet-TV-Sendung am 30. September 2021

Bei der nächsten Internet-TV-Sendung am 30. September 2021 (hier das Programm) dreht sich alles um die Gestica-Steuerung und wie sich damit auch komplexe Maschinen und Prozesse leicht in den Griff bekommen lassen. Jürgen Peters, Abteilungsleiter Entwicklung Software, und Miriam Lauble, Technical Sales Manager, geben einen Überblick über innovative Features der in Loßburg entwickelten und gefertigten Steuerung.

sk