Intelligente Verteilertechnik von Günther

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Günther präsentiert auf der K-Messe in Düsseldorf seine Verteilertechnik.

Der Schlüssel für eine schonende Schmelzeführung mittels intelligenter Verteilertechnik liegt im Werkzeug. Dabei sind die Hersteller von Systemkomponenten, wie etwa Heißkanalsysteme, ebenso gefordert wie die Formenbauer selbst. Eine maßgeschneiderte Verteilertechnik ist hier vorteilhaft. Die Firma Günther Heisskanaltechnik GmbH wird im Rahmen der weltgrößten Kunststoffmesse K 2019 einen Messeschwerpunkt auf ihre rheologisch und thermisch optimal ausgelegte Verteilertechnik legen.

Schmelzeführung ohne Ecken und Kanten

Das Sicherstellen einer konstanten Bauteilqualität unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte ist nicht immer einfach. Zum einen sind kurze Zykluszeiten und damit ein schnelles Erstarren der Schmelze gewünscht, zum anderen müssen alle Kavitäten im Werkzeug gleichmäßig gefüllt werden, um den unterschiedlichsten Qualitätsanforderungen zu genügen. Dabei kommt dem Verteilersystem eine entscheidende Rolle zu, damit die Formmasse möglichst mit gleichem Druck und gleichem Schmelzezustand in jedes der einzelnen Formnester einfließen kann.

Unbalancierungen entstehen oft durch ein ungleichmäßiges Fließverhalten der Schmelze. Dessen Ursachen sind Unterschiede hinsichtlich Druck, Temperatur und Schmelzeviskosität. Denn die Viskosität von Kunststoffen wird von der Scherrate und der Temperatur beeinflusst. Erhöht sich die Scherrate oder die Temperatur, verringert sich die Viskosität. Mittels einer intelligenten Verteilertechnik, der Umlenker und der Konturstopfen können aber Füllvorgänge beeinflusst und es kann ein gleichmäßigeres Fließverhalten erreicht werden. Hier ist das Wissen rund um das Heißkanalsystem, das auch den Verteiler als einen wichtigen Baustein beinhaltet, gefragt.

Verteiler nach fließtechnischen Anforderungen des Kunststofftypen ausgelegt

Günther hat eine Vielzahl an Standardverteilern wie diesen Kreuzverteiler im Portfolio. Foto: Günther

Weitere Variante an Standardverteilern ist ein Sternverteiler. Foto: Günther

Die Spezialisten von Günther gehen individuell auf die Kundenbedürfnisse ein und legen den Verteiler nach den fließtechnischen Anforderungen der jeweiligen Kunststofftypen aus. Günther hat aber auch eine Vielzahl an Standardverteilern, wie Gerade Verteiler, H- und T-Verteiler sowie Kreuz- und Sternverteiler, im Portfolio, die sich, basierend auf vorbereiteten Halbzeugen eines Baukastensystems, auch individuell an die Kundenbedürfnisse anpassen lassen.

Um am Ende eines Spritzguss-Prozesses qualitativ hochwertige Produkte zu erhalten, ist fachliches Know-how rund um den Werkzeug- und Formenbau sowie die jeweiligen Erfordernisse der Produktionsprozesse gefragt. Günther kennt die Anforderungen der unterschiedlichsten Branchen und arbeitet permanent an der Weiterentwicklung von hochwertigen, präzisen und wirtschaftlichen Lösungen für den Spritzguss-Prozess. Dank der umfassenden Materialkenntnisse kann für den Kunden immer ein technisch ausgeklügeltes Verteilersystem bereitgestellt werden, das aufgrund hochwertiger Oberflächen in den schmelzeführenden Kanälen und unter Berücksichtigung der jeweiligen Kunststoffeigenschaften optimale Ergebnisse verspricht.

Günther führt hierzu unter anderem in seinem Technikum Materialtests unter Produktionsbedingungen durch. Um eine schmelzeschonende und homogene Temperaturverteilung über den gesamten Verteiler zu gewährleisten, setzt Günther thermische Simulationen zur konstruktiven Auslegung der Verteiler ein. Diese Ergebnisse fließen unmittelbar in die technische Umsetzung der kundenspezifischen Verteiler ein.

Optimale Wärmeübertragung auf den Verteilerblock

Alle schmelzeführenden Verteilerelemente sind außenbeheizt, wodurch ein optimaler Schmelzefluss bei geringstmöglichem Druckverlust gewährleistet wird. Die beidseitig in einer speziell ausgelegten Nutgeometrie eingepresste Heizung stellt eine optimale Wärmeübertragung auf den Verteilerblock sicher. Je nach Kundenwunsch bzw. Anforderung kann der Verteiler gelötet oder diffusionsgeschweißt werden. Das Diffusionsschweißen hat den Vorteil, dass kein zusätzliches Lot benötigt wird, das beim Lötprozess austreten kann und in den Verteilerkanal gelangt. Somit lässt sich eine zusätzliche Oberflächenbearbeitung vermeiden und eine schonende Schmelzeführung erreichen. Durch das Fügen zweier Verteilerhälften entstehen keine Hinterschnitte und keine Kanten in den Schmelzekanälen, die zu einer erhöhten Scherung und somit zu unterschiedlichem Fließverhalten der Schmelze führen könnten. Durch das Einbringen der Kanäle in zwei Verteilerhälften erhöhen sich die konstruktiven Möglichkeiten bei der Gestaltung der Balancierung der Kanäle, sodass auch komplexe Systeme vollbalanciert ausgestaltet werden können.

Der größte Verschleiß findet meist in den Umlenkungen statt, da hier die Schmelze in eine andere Richtung umgeleitet wird und somit unterschiedlichsten Scherkräften unterliegt. Hierfür hat Günther einige technisch ausgeklügelte Umlenkeinheiten im Portfolio und kann diese entsprechend den Anforderungen einsetzen. Die neuen geteilten Standardumlenker bieten fließtechnisch viele Vorteile, wie etwa hochgenaue Oberflächen der schmelzeführenden Kanäle, und haben weiterhin den praktischen Vorteil, dass man sie bei Verschleiß oder zur Reinigung leicht und schnell wechseln kann.

Neben Umlenkern sind Stopfen zum Verschließen der hochwertig gebohrten Verteilerkanäle von entscheidender Bedeutung. Günther greift hierbei auf ein umfassendes Stopfen-Sortiment zurück. Schrägstopfen oder Konturstopfen lenken die Schmelze durch ihre Oberflächengeometrie sanfter um und bieten trotzdem einen guten Zugang zum Schmelzekanal im Reinigungsfall. Auch Konturstopfen für Nadelverschlussanwendungen und offene Systeme sind erhältlich.

Weitere Neuigkeiten auf der K 2019

Auf der K 2019 wird Günther neben seiner innovativen Kaltkanaltechnologie und der intelligenten Verteilertechnik weitere Neuigkeiten präsentieren. Mit der Produkteinführung der Blue-Flow-Heißkanaldüse setzte Günther auf der K 2010 neue Maßstäbe in puncto Energieeffizienz und eines besonders schlanken Düsenaufbaus. Nun gibt es neun Jahre nach der Erstpräsentation der „Blauen Düse“ Neuigkeiten zur Blue-Flow-Produktreihe, die erstmals auf der Messe präsentiert werden.

Im Rahmen der K wird Günther aber auch den Relaunch des Cadhoc-System-Designers, des Konfigurationsprogramms für Einzelkomponenten bis hin zu kompletten Heißkanalsystemen, vorstellen. In den letzten Jahren hat man die Anregungen der Anwender gesammelt, die sich jetzt im Relaunch widerspiegeln. So wurde nicht nur die Usability des Konfigurationsprogramms verbessert, sondern es wurden auch neue Speicherfunktionen für die Konfigurationen implementiert. Damit hat der Anwender seine durchgeführten Konfigurationen immer zur Hand und kann sie bei Bedarf als Vorlage für neue Auslegungen nutzen. Weitere Features des Cadhoc-System-Designers werden auf der K der Öffentlichkeit präsentiert.

jl

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