In den USA wieder mehr Kunststoffmaschinen ausgeliefert

Perc Pineda, Chefökonom des US-Kunststoffverbands Plastics (Mitte), geht von einem weiteren Wachstum des US-Marktes für Kunststoffmaschinen aus. Foto: K-ZEITUNG

Nach Erhebungen des US-Branchenverbands Plastics wurden in den USA im dritten Quartal 2021 wieder etwas mehr Kunststoffmaschinen ausgeliefert.

Plastics, der Verband der US-Kunststoffindustrie, gab bekannt, dass die Lieferungen von primären Kunststoffmaschinen – also von Spritzguss- und Extrusionsmaschinen – in Nordamerika im dritten Quartal 2021 wieder leicht gestiegen sind. Dies geht aus den neuesten Statistiken des Plastics-Ausschuss für Ausrüstungsstatistiken (CES) hervor.

Die vorläufige Schätzung des Wertes der Lieferungen durch die meldenden Unternehmen belief sich im dritten Quartal auf 333,8 Mio. USD. Dies entspricht einem Anstieg von 4,0 % gegenüber dem Vorquartal und 8,8 % gegenüber dem Vorjahr.

Erheblich mehr Doppelschneckenextruder ausgeliefert

Dabei stieg der Wert der Lieferungen von Doppelschneckenextrudern im dritten Quartal 2021 deutlich um 44,4 % und lag um 61,2 % über dem des dritten Quartals des Vorjahres. Die Lieferungen von Einschneckenextrudern stiegen im dritten Quartal um 7,2 % gegenüber dem Vorquartal und um 15,9 % gegenüber dem dritten Quartal des Vorjahres. Die Lieferungen von Spritzgießmaschinen stiegen gegenüber dem zweiten Quartal um 1,6 % und gegenüber dem Vorjahr um 5,7 %.

Kunststoffproduktion der USA konnte ebenfalls zulegen

"Der Versand von Kunststoffausrüstungen zog im dritten Quartal an, da sich die Wirtschaft weiter von der Pandemie erholte. Darüber hinaus stand der Anstieg der Lieferungen im Einklang mit einer höheren Kunststoffproduktion, die im dritten Quartal um 4,2 % bzw. 5,9 % gegenüber dem Vorjahr zunahm. Der Aufwärtstrend bei der Nachfrage nach Kunststoffausrüstungen hat sich nicht verändert", so Perc Pineda, Chefökonom von Plastics.

Mehrzahl der Kunststoffmaschinenhersteller weiterhin optimistisch

Das CES führt auch eine vierteljährliche Umfrage unter Kunststoffmaschinenherstellern durch, in der die gegenwärtigen Marktbedingungen und die Erwartungen für die Zukunft erfragt werden. In der Umfrage für das dritte Quartal gehen 75,5 % der Befragten davon aus, dass sich die Marktbedingungen im kommenden Quartal entweder verbessern oder stabil bleiben werden - weniger als die 92,7 % der Befragten, die in der Umfrage für das zweite Quartal dieselbe Ansicht vertraten. Für die nächsten 12 Monate erwarten 75,0 % eine gleichbleibende bis bessere Marktlage. Dies ist weniger als die 78,7 % der Befragten, die in der Umfrage des letzten Quartals ein Wachstum in den nächsten 12 Monaten erwarteten.

Wachstumserwartungen aber leicht abgeschwächt

"Die Umfrageergebnisse zeigen zwar, dass sich die Wachstumserwartungen abgeschwächt haben, aber auch, dass die Anbieter von Kunststoffmaschinen weiterhin optimistisch sind, was die Marktbedingungen in den nächsten vier Quartalen angeht", sagte Pineda.

Die Exporte von Kunststoffmaschinen stiegen gegenüber dem zweiten Quartal um 6,1 % auf 390,2 Mio. USD. Mexiko und Kanada blieben die wichtigsten Exportmärkte für Kunststoffmaschinen aus den USA. Die kombinierten Exporte zu den USMCA-Partnern beliefen sich im dritten Quartal auf 172,6 Mio. USD, was 44,2 % der gesamten Kunststoffmaschinenexporte entspricht. Die Importe fielen um 3,0 % auf 848,4 Mio. USD, was zu einem Handelsdefizit von 458,3 Mio. USD führte. Das Handelsdefizit der USA im Bereich Kunststoffmaschinen verringerte sich damit im dritten Quartal um 9,6 %.

Die US-Handelsdaten für das dritte Quartal stehen übrigens im Einklang mit den sich verbessernden globalen Handelsaussichten. Die Welthandelsorganisation rechnet jetzt mit einem Anstieg des weltweiten Warenhandels um 10,8 % in diesem Jahr – eine Aufwärtskorrektur gegenüber ihrer Prognose von 8,4 % im März.

Weiterhin Probleme in der Versorgungskette

"Die Daten, die wir bei Plastics sehen, bestätigen unsere früheren Prognosen, dass die Aussichten für Kunststoffmaschinen in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 positiv sind, auch wenn die Lieferungen weiterhin schwanken werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass Probleme in der Versorgungskette auch im Jahr 2022 für Gegenwind sorgen werden, bleibt hoch. Die Welt hat die Pandemie noch nicht überwunden", sagte Pineda.

Die aktuellen Erhebungen des CES bestätigen weitgehend die optimistischen Erwartungen US-Unternehmen zum weiteren Wachstum, über die die K-ZEITUNG im Juli 2021 berichtet hat.

gk

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