Impressionen der Mobilität von morgen

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Elektromobilität und autonomes Fahren werden den Fahrzeuginnenraum deutlich verändern – das visionäre Mobilitätskonzept AI:ME von Audi zeigt neue Lösungen.

Mit AI:ME, einem Fahrzeugkonzept für die Megacities von morgen, demonstriert Audi, wie sich auch bei kompakten Abmessungen ein geräumiges, zukunftsweisendes Interieur realisieren lässt, dass die neuen Möglichkeiten beim automatisierten Fahren auf Level 4 perfekt nutzt.

Mit einer Außenlänge von 4,30 m und einer Breite von 1,90 m nimmt der Audi AI:ME die Verkehrsfläche eines aktuellen Kompaktfahrzeugs ein. Der Radstand von 2,77 m und die Höhe von 1,52 m deuten aber auf Interieur-Abmessungen hin, die mindestens eine Klasse höher anzusiedeln sind. Möglich macht dies die Architektur des elektrischen Antriebs – sie erlaubt kurze Überhänge und einen großvolumigen Innenraum ohne Kardantunnel. Die Antriebseinheit sitzt auf der Hinterachse; sie mobilisiert 125 kW (170 PS).

Für die Insassen bedeutet das kompakte Antriebspackage ein Maximum an objektiv vorhandenem Platz, Raumkomfort und viel Variabilität. Der Audi AI:ME ist als 2 plus-x-Sitzer konzipiert. Sein Layout setzt auf eine Vielfalt an Konfigurationen für Sitzposition und Ablagemöglichkeiten. Bei den meisten Fahrten werden ausschließlich die vorderen Einzelsitze genutzt. Bei Bedarf finden jedoch bis zu vier Personen vorn sowie auf der hinteren Bank Platz.

Die Karosserie besteht aus einem leichtgewichtigen Multimaterial-Verbund, der neben Hightech-Stahl und Aluminium auch diverse Kunststoffkomponenten umfasst, vor allem in den Anbauteilen. Foto: Audi
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Automatisiertes Fahren erlaubt entspanntes Gleiten in der Stadt

Was sich im Schienenverkehr oder sogar in der Luftfahrt längst etabliert hat, steht im Bereich des Automobilverkehrs an der Schwelle des Durchbruchs: das automatisierte Fahren. Der Audi AI:ME ist deshalb für den Einsatz in der Stadt und das Fahren auf dem so genannten Level 4 konzipiert. Systeme mit Level 4 benötigen keine Unterstützung des Fahrers mehr, sind jedoch auf einen bestimmten Funktionsbereich limitiert, etwa die Autobahn, oder auch ein besonders ausgerüstetes Areal in Innenstädten.

Hier kann der Fahrer die komplette Fahraufgabe an das System übergeben. Er übernimmt erst wieder, wenn das Auto den fürs vollautomatisierte Fahren definierten Bereich verlässt. Anders als voll autonome Fahrzeuge mit Level-5-Funktion verfügt der Audi AI:ME aus diesem Grund zusätzlich über die traditionellen Steuerelemente Lenkrad und Pedalerie, die sich aber bei Nichtgebrauch versenken lassen.

Das heißt, in einem definierten und mit entsprechender Infrastruktur ausgestatteten Verkehrsraum fährt das Automobil künftig – wie auch die übrigen Verkehrsteilnehmer – automatisiert. Sich selbst regelnde und kontrollierende Verkehrsströme erlauben ein entspanntes Gleiten, bei dem starke Längs- oder Querbeschleunigung vermieden werden. Für die Insassen der Automobile eine wichtige Voraussetzung, um sich vom Verkehrsgeschehen auch mental abkoppeln zu können.

Audi AI verändert den Umgang mit dem Automobil grundlegend und wertet den Aufenthalt an Bord deutlich auf. Das Auto wird immer mehr zu einem „dritten Lebensraum“ – neben der Wohnung und dem Arbeitsplatz. Folglich ist es nur konsequent, dass die Audi-Designer beim Audi AI:ME das Interieur nicht der Formgebung der Karosserie untergeordnet haben.

Im Gegenteil: Sie haben den Innenraum als Kern des Gesamtfahrzeugs priorisiert. Und hier wiederum steht weniger die klassische Verbindung von Fahrer und Fahrzeug – Lenkrad, Instrumente, Pedale – im Vordergrund, sondern der Aufenthalt im automatisiert fahrenden Automobil. Deshalb fahren diese Bedienelemente in diesem Fall ins Armaturenbrett ein und sind dann von einer Ablage nahezu verdeckt.

Zahlreiche Ablagen mit verborgenden Fähigkeiten

Überhaupt: Ablagemöglichkeiten nehmen in automatisiert fahrenden Automobilen künftig eine höhere Bedeutung ein als bisher. Im Audi AI:ME gibt es dazu sowohl auf der Cockpit-Abdeckung als auch zwischen den Vordersitzen große Flächen, in denen ein weiteres innovatives Detail verborgen ist: Magneten arretieren als Cupholder bei Bedarf metallene Becher oder Teller. Denn im automatisierten Audi AI:ME lässt sich während der Fahrt entspannt speisen.

Unabhängig von der jeweiligen Beschäftigung finden die Passagiere stets eine erholsame Sitzposition. Die vorderen Sessel – vom klassischen Lounge Chair inspiriert – bieten eine breite und komfortabel gepolsterte Sitzfläche, bezogen mit textilem Material in warmen Grautönen. Die Rücklehnen sind als gewölbte Schalen ausgeformt, die nur mit einem vertikalen Träger an der Sitzfläche befestigt sind.

Wird die Pedalerie nicht benötigt, kann der Fahrer seine Füße auf den Auflagen unter der Schalttafel – wie auf einer Ottomane – ablegen. Auf der hinteren, bis in die Seitenflächen herumgezogenen Bank lässt sich die Sitzposition nahezu beliebig variieren.

Bedienung über Eyetracking, Spracheingabe und berührungssensitive Felder

Die Bedienung von Fahrzeug und Kommunikations- sowie Interaktionssystemen erfolgt über Eyetracking, Spracheingabe und berührungssensitive Felder in der Türbrüstung. Diese sind ergonomisch perfekt positioniert und normalerweise unsichtbar in die Oberfläche integriert. Erst bei Annäherung wird eine Beleuchtung aktiviert und lenkt den Blick auf die Funktionsflächen.

Unterhalb der Windschutzscheibe befindet sich auf deren kompletter Breite ein multifunktionaler dreidimensionaler OLED-Monitor, der vor allem im Dialog mit der Blicksteuerung eingesetzt wird. Begrifflich codierte Funktionsmenüs etwa für die Navigation oder das Infotainment lassen sich per Blick aktivieren und geben dann weitere Ebenen frei, die auf dem 3D-Monitor vom Hintergrund in den scharfen Ansichtsmodus wechseln.

Der Innenraum des Audi AI:ME vereint ein luxuriös gestaltetes Ambiente mit zahlreichen Hightech-Angeboten. Er wird auch buchstäblich zum Filter gegen den ringsum präsenten Straßenverkehr. Denn die hochwertige Audioanlage ist mit einer Geräuschkompensation gekoppelt, die mittels Gegenschall den Außenlärmpegel völlig unterdrücken kann. Damit ist meditative Stille im Audi AI:ME ebenso möglich wie Musik hören in Konzertsaalqualität.

Schon bei den Materialien dominieren Oberflächen und Strukturen, die aus dem Wohnbereich vertraut sind. Hochwertige, zum Teil aus Recycling-Produkten hergestellte Textilien, Holz und das haptisch besonders angenehme Mineralverbundmaterial Corian für die Touchpads in den Türbrüstungen eröffnen dem zumeist eher technisch anmutenden Automobil eine wohnliche wie luxuriöse Atmosphäre.

Große Glasflächen in den weit hinuntergezogenen Scheiben und im Dachbereich lassen Licht und Transparenz zu. Eine elektrochromatische Regelung kann jedoch bei Bedarf die Licht- und Wärmeimmission dämmen sowie den Innenraum mit den stufenlos tönbaren Scheiben optisch abschirmen. Filigrane Holzstreben im Dachbereich wirken wie eine Pergola über dem Innenraum.

Kunststoff findet sich übrigens nicht nur an vielen Stellen im Innenraum. Die Karosserie besteht aus einem leichtgewichtigen Multimaterial-Verbund, der neben Hightech-Stahl und Aluminium auch diverse Kunststoffkomponenten umfasst, vor allem in den Anbauteilen.

gk

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