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Im Minutentakt manuell Schutzmasken verschweißen

  • Technik
Ultraschall-Schweißmaschinen für Handarbeitsplätze zur Produktion von Mund- und Nasenschutzmasken. Foto: Sonotronic Nagel GmbH

Zusammen mit Zettl Automotive hat Sonotronic eine Fertigungslinie für Mund- und Nasenschutzmasken auf Basis von Ultraschall realisiert.

Wie eine Kooperation zur Fertigung von Mund- und Nasenschutzmasken aussehen kann zeigen die Zettl Automotive GmbH und die Sonotronic Nagel GmbH. An mehreren Handarbeitsplätzen werden Schutzmasken mit den Ultraschall-Schweißmaschinen Eco Isonic im Minutentakt gefertigt.

Die Anfrage auf Geschäftsführer-Ebene kam Anfang April im Zuge der aktuellen Covid-19-Pandemie zustande, verrät Reinhard Zettl, Geschäftsführung der Zettl Automotive GmbH: „Die Gespräche mit Sonotronic waren sehr professionell und unkompliziert. Ausschlaggebend und entscheidend für die Zusammenarbeit war, neben dem Fachwissen und der nötigen Flexibilität, vor allem die Zusage der kurzen Lieferzeit vonseiten des Ultraschall-Herstellers.“

Schnelle und bedienerfreundliche Produktion als Zielvorgabe

Ultraschall-Schweißen der horizontalen Quernähte des Maskenrohlings für Mund- und Nasenschutzmasken. Foto: Sonotronic Nagel GmbH

Nach der ersten Kontaktaufnahme besuchten die Anwendungstechniker von Sonotronic das Werk in Bayern und in Zusammenarbeit mit den Entwicklern von Zettl entstand die passende Lösung für die Schweißaufgabe. Mit dem Fokus für eine schnelle und bedienerfreundliche Produktion wurde gemeinsam die Reihenfolge der Arbeitsschritte für die Ultraschall-Schweißungen festgelegt.

Daraufhin erfolgte die Auslegung der Maschinen, um die entsprechende Stückzahl realisieren zu können. Zur Herstellung einer Maske werden eine Ultraschall-Serienmaschine Eco Isonic in der Frequenz 20 kHz für die Quernähte und eine 35 kHz Maschine für die Seitennähte benötigt. Mit diesen Maschinen hat Zettl eine ganze Produktionslinie aufgebaut und Mund- und Nasenschutzmasken können im Minutentakt manuell mit Ultraschall verschweißt werden. Dabei ist die Technologie extrem energie- und kosteneffizient. Die Ultraschall-Schweißnähte sind strapazier- und widerstandsfähig und ohne Faden können textile Materialien wie Nonwoven als auch andere Materialien verarbeitet und verschweißt werden.

Auch ohne Expertenwissen Schutzmasken fachgerecht verschweißen

Vier Arbeitstage vergingen von der ersten Besprechung bis zur Auslieferung der Ultraschall-Maschinen. Nach der Inbetriebnahme der Anlagen vor Ort bekamen die Verantwortlichen eine vollständige Einweisung in die Maschinenbedienung sowie eine kurze Schulung der Ultraschalltechnik. Von da an ist die Produktion der Masken in vollem Gange. Dank der intuitiven Bedienung dieser Maschinen erhält der Anwender auch ohne Expertenwissen schnelle und optimale Schweißergebnisse. So auch bei Zettl. Die Herstellung der Mundschutzmasken erfolgt in nur vier Schritten:

Ultraschall-Schweißung der vertikalen Seitennähte zur Fixierung der Vlies-Flachbänder von Mund- und Nasenschutzmasken. Foto: Sonotronic Nagel GmbH
  • Ultraschall-Schweißen der horizontalen Quernähte des Maskenrohlings
  • Manuelles Einschieben des Nasenklemmbandes
  • Auflegen der Vlies-Flachbänder auf der kurzen Seite des Maskenrohlings
  • Ultraschall-Schweißung der vertikalen Seitennähte zur Fixierung der Vlies-Flachbänder

Mund- und Nasenschutz für Bayerische Staatsregierung

Aufgrund der aktuellen Krisen-Situation hat die Zettl Automotive GmbH, ein mittelständisches Unternehmen das seit über 30 Jahre Interieur-Teile für die Automobilindustrie fertigt, die Produktion kurzerhand mit Ultraschall-Serienmaschinen erweitert. Am Firmenstandort im niederbayerischen Weng werden nun seit Mitte April 2020 Mund- und Nasenschutzmasken für die Bayrische Staatsregierung hergestellt.

Angesichts der aktuellen Situation ist man bei der Sonotronic Nagel GmbH stolz auf den Einsatz ihrer Mitarbeiter insbesondere derer im Außeneinsatz, welcher unter diesen Umständen oft schwierig und unter hohen Auflagen zu bewerkstelligen ist. Auch die Innovationskraft und der Umgang mit der Krise von anderen Unternehmen begeistert Geschäftsführer Ingo Nagel: „Es ist schön den Zusammenhalt vieler, auch regionaler Unternehmer, zu sehen. Eine Krise schweißt eben wortwörtlich zusammen.“

db