Home Office: So funktioniert Coaching aus der Ferne

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In der aktuellen Krise arbeiten viele im Home Office aus der Ferne und Unternehmen suchen nach Alternativen zum Präsenz-Coaching. Eine Expertin gibt Tipps.

Beim Coachen und Beraten von Personen ist ein persönliches Sich-Treffen meist hilfreich – denn dieses ermöglicht dem Coach bzw. Berater ein umfassenderes Wahrnehmen seines Gegenübers als zum Beispiel ein Kontakt per Mail, doch in der aktuellen Corona-Krise ist dies nicht mehr möglich, denn viele Fach- und Führungskräfte arbeiten aus der Ferne im Home Office. Barbara Liebermeister, Leiterin des Instituts für Führungskultur im digitalen Zeitalter (IFIDZ), weiß, wie und mit welchen Tools Coaching aus der Ferne funktionieren kann.

Tools für das Coachen und Beraten aus der Ferne

Gerade jetzt, in einer Zeit, in der Leistungsträger selbst hochgradig verunsichert sind, benötigen sie oft eine aktive Unterstützung – und zwar unabhängig davon, ob sie Führungskräfte, Projektmanager oder Key-Accounter, also Betreuer von Schlüsselkunden, sind. Hierfür stellt ihnen die moderne Informations- und Kommunikationstechnik (IuK-Technik) viele Tools und Möglichkeiten bereit. Ein kurzer Überblick:

Coaching, Beratung per Telefon:

Das Telefon benutzen bereits viele Anbieter im Bildungs- und Beratungsbereich zum Beraten und Coachen von Personen und Teams. Das Medium Telefon steht (fast) jederzeit und überall zur Verfügung außerdem ist die Hemmschwelle niedrig; die Coachees bzw. zu beratenden Personen sind den Umgang mit dem Telefon gewohnt. Jedoch entfällt die Wahrnehmung der körperlicher Reaktionen des Gegenübers. So besteht ein höheres Risiko von Fehleinschätzungen als bei einem Präsenz-Coaching.

Coaching, Beratung per E-Mail:

Auch diese Form der Kommunikation wird für das Coachen und Beraten schon oft genutzt – z.B. zum Stellen von Transfer-Aufgaben und Beantworten von Fragen, die beim Coachee bzw. der zu beratenden Person zwischen den Treffen auftauchen. Coaching per E-Mail sorgt dafür, dass das Coaching- bzw. Beratungsanliegen zwischen den Treffen nicht in Vergessenheit gerät. Zudem können Fragen zeitnah beantwortet werden. Nachteilig ist hier jedoch, dass die Beteiligten sich nicht sehen und hören können. Die schriftliche Kommunikation erschwert das Wahrnehmen der inner-persönlichen Prozesse (z.B. Widerstände, mentale Barrieren) beim Coachee; Fehlinterpretationen sind leicht möglich.

Coaching, Beratung per Whats App & Co:

Eine Sonderform des E-Mail-Coachings, bei der über das Smartphone auch kurze Sprach- und Video-Nachrichten übermittelt werden können. Der Coachee hört zwischenzeitlich auch mal die Stimme des Coaches bzw. sieht ihn. Das stärkt die Beziehung. Sprach- und Videonachrichten transportieren auch Signale über das Befinden des Coachees bzw. der zu beratenden Person. Diese Form ist aber eher für Kurznachrichten geeignet und nicht zum Bearbeiten komplexer Fragestellungen, weil kein echter Dialog erfolgt.

Video-Coaching & -Beratung:

Coaching mit visuellen Medien wie Skype ermöglicht ein Coachen und Beraten von Einzelpersonen und Teams auf Distanz. Das jeweilige Gegenüber und seine Reaktionen werden akustisch und visuell wahrgenommen. Ein echter Dialog entsteht, bei dem ein spontanes Reagieren auf das Gesagte und Wahrgenommene möglich ist. Doch die Wahrnehmung des Gegenübers beschränkt sich auf das von der Kamera Aufgezeichnete.

Moderne Technik hilft beim Coachen und Führen im Home Office

Die moderne Informations- und Kommunikationstechnik bietet den Unternehmen heute bereits viele Möglichkeiten, ihre Mitarbeiter zu beraten und zu coachen, die kein persönliches Treffen der Beteiligten erfordern. Doch nicht nur dies: Sie stellt auch wichtige Instrumente bereit, um Mitarbeiter, die z.B. gerade im Home Office arbeiten, aus der Ferne zu führen. Mit diesen Tools lassen sich zudem, sofern man sie ziel- und themenabhängig adäquat kombiniert, ganz neue Beratungs- und Coaching-Designs entwerfen, die sowohl dem Bedarf der Unternehmen als auch den Erfordernissen der aktuellen Krisensituation sowie der Mitarbeiter entsprechen.

Führungskräfte und Top-Entscheider sollten diese also nutzen – nicht nur zum Unterstützen ihrer Mitarbeiter, sondern auch um sich heute bereits für die Zeit nach der Krise zu wappnen. Denn eines ist schon jetzt klar: Der Markt wird sich durch die Krise verändern.

Barbara Liebermeister / kus

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