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Hochwertiges rPET trotz großer Materialschwankungen

Dank der Investition in neueste Technologie von Starlinger und Tomra erweitert der ägyptische PET-Recycler Bariq seine Kapazität auf rund 35.000 t hochwertigers rPET pro Jahr. Foto: Tomra

Mit neuester Technologie von Starlinger und Tomra erzeugt der ägyptische PET-Recycler Bariq trotz großer Materialschwankungen sehr hochwertiges rPET.

Bariq, größter und führender PET-Recycler in der Region Middle East & North Africa MENA, hat im Rahmen einer Festveranstaltung mit Starlinger und Tomra die Verträge für den weiteren Ausbau seiner bestehenden Produktion in Gizeh unterzeichnet und will mit neuester Technologie aus Europa nicht nur den Ausstoß sondern auch die Qualität des produzierten rPET weiter erhöhen.

Riesige Recyclinganlage für sehr hochwertiges rPET

Hintergrund der Investition in eine riesige, hochmoderne Kunststoffrecyclinganlage sind das Bestreben von Bariq, die steigende Nachfrage nach rPET in Afrika und Europa zu decken, sowie die Vision des Unternehmens, einer der bedeutendsten Recycler weltweit und der größte in der MEA Region zu werden. Die Branchenerfahrung, das Netzwerk aus einflussreichen Partnern sowie die Fähigkeit von Bariq, lebensmitteltaugliches rPET herzustellen, bilden nach Überzeung aller beteiligter Partner die erforderliche Grundlage, um das Recycling auch in der MENA Region auf die nächste Stufe zu bringen.

Im Rahmen einer Festveranstaltung wurden von Bariq die Verträge mit Starlinger und Tomra unterzeichnet. Foto: Bariq

Bei der Unterzeichnung der Kaufverträge im Rahmen einer Festveranstaltung auf dem Firmengelände von Bariq im CPC Industrial Park in der 6th October City in Gizeh wurden auch die Details der neuen Anlage bekannt.

Bei der neuen Recyclinganlage von Bariq, deren Aufbau 2023 abgeschlossen sein soll, handelt es sich um eine Recostar PET 215 HC IV+ inklusive eines Viscostar 350 SSP-Reaktors von Starlinger, die einen Ausstoß von 2.700 kg/h erreicht. Bariq erhöht damit seine Gesamtproduktionskapazität auf 35.000 t lebensmitteltaugliches rPET-Regranulat pro Jahr. Der Viscostar 350 SSP-Reaktor – die größte Ausführung der neuesten Reaktorgeneration von Starlinger – ermöglicht höhere Verarbeitungskapazitäten und längere Verweilzeiten, während der Grundriss der neuen Recyclinganlage so kompakt bleibt wie bei der ersten Starlinger PET-Recyclinganlage, die Bariq seit 2012 in Betrieb hat.

Ausstoß und Qualität werden deutlich erhöht

Bariq wird außerdem die bereits vorhandene Starlinger Recostar PET 165 IV+ Recyclinganlage mit einem neuen Filter für Feinstfiltrierung und einem zusätzlichen SSP-Reaktor aufrüsten. Diese neue Anlagenkonstellation erhöht nicht nur den Ausstoß, sondern sie ermöglicht auch die Erzeugung von äußerst hochwertigen rPET-Typen und garantiert beste Dekontaminationsresultate sowie die Produktion von rPET nach höchsten Qualitätskriterien rund um die Uhr.

Starke Schwankungen beim Eingangsmaterial

Die größten Herausforderungen, denen sich das Unternehmen seit der Aufnahme der Produktion 2012 stellen muss, sind starke Schwankungen beim Eingangsmaterial und die steigenden Qualitätsanforderungen der Kunden. Denn Bariq bezieht Post-Consumer-Flaschen hauptsächlich aus lokaler Sammlung und den GCC-Staaten. Da die Qualität und Verunreinigung der Flaschen stark variiert, müssen die Recyclinganlagen in der Lage sein, unter diesen anspruchsvollen Bedingungen rPET in Top-Qualität zu erzeugen und die Anforderungen der Kunden zu erfüllen.

Einen erheblichen Anteil an der hohen Qualität des erzeugten rPET haben auch die Sortieranlagen von Tomra Recycling, mit denen Bariq die optimale Qualität des Eingangsmaterials sicherstellt. So wird die neue Anlage mit zwei Autosort-Einheiten der neuen Generation für die Vorsortierung von PET-Flaschen und -Schalen sowie zwei Autosort Flake Einheiten für die anschließende Flakesortierung ausgestattet. Diese Anlagen übernehmen eine Polymersortierung nach Material und Farbe und erlauben zudem die zuverlässige Entfernung von Metallverunreinigungen.

Bei der bestehenden Anlage machte Bariq mit den Systemen von Starlinger und Tomra beste Erfahrungen. Foto: Tomra/Bariq

Die neuen Systeme kombinieren die neuesten Technologien in einer einzigen Maschine. So verfügt die Autosort unter anderem über die Flying Beam- und Deep Laiser Technologien, um PET-Flaschen in einem mehrstufigen Sortierprozess präzise nach Material und Farbe zu trennen. Nachdem das vorsortierte Material geschreddert, gewaschen und getrocknet wurde, erzeugen die Autosort Flake Maschinen eine reine klare/hellblaue PET-Flake-Fraktion, die weiteren Prozessen unterzogen und zu Granulat verarbeitet wird. Das Endprodukt wird an globale Markeninhaber und Verarbeiter vertrieben, die ihren Recyclinganteil mit lebensmitteltauglichem rPET erhöhen möchten.

35.000 t lebensmitteltaugliches rPET pro Jahr sparen 80.000 t CO2 ein

Mit der Standorterweiterung verfolgt Bariq ehrgeizige Ziele. So sollen pro Jahr 3,5 Mio. PET-Flaschen recycelt werden, daraus 35.000 t lebensmitteltaugliches rPET entstehen und dabei 80.000 t CO2 eingespart werden.

Die Erklärung, warum bei der Neuinvestition die Wahl auf Starlinger und Tomra gefallen ist, liefert Ahmed ElKasaby, Chief Operations Officer bei Bariq: „Starlinger war von Anfang an für Bariq da. Die Unterstützung vor Ort und über Fernzugriff war sehr wichtig für uns, Starlinger hat hier unsere Erwartungen sogar noch übertroffen. In den letzten zehn Jahren hat uns Starlinger zuverlässige Anlagen und bewährte Technologie zur Verfügung gestellt, die die höchsten Qualitätsvorgaben und die steigenden Qualitätsanforderungen der Kunden erfüllt und in der Lage ist, die gesamte Bandbreite an Rohmaterialien zu verarbeiten. Was die neue Anlage betrifft, begann der technische Austausch mit Starlinger vor zwei Jahren. So konnten wir sicherstellen, dass sie mit der neuesten Technologie ausgestattet ist und alle Standards erfüllt, um Top-Qualität in der PET-Regranulatproduktion zu erzielen. Da wir Starlinger sowohl hinsichtlich der Dekontaminationseffizienz ihrer Technologie als auch ihrer ausgezeichneten Kundenunterstützung höchstes Vertrauen entgegenbringen, hat sich Bariq bei dem Erweiterungsprojekt wieder für Starlinger entschieden.“

Ähnlich fällt ElKasabys Begründung der Entscheidung bei Tomra aus: „Tomra ist seit zehn Jahren ein zuverlässiger und kompetenter Partner. Dank unserer engen Zusammenarbeit, dem Fern- und Vor-Ort-Service und den leistungsstarken Maschinen erzielen wir hervorragende Sortierergebnisse. Es gibt heute zwar mehrere Anbieter auf dem Markt, doch unsere Wahl fiel auf Tomra, weil das Unternehmen uns eine Gesamtlösung bietet, die alle Polymertypen und Flakes sortiert.“

Welche Vorteile die neueste Version der Autosort Generation und die Flying Beam-Technologie aus aus technischer Perspektive und aus Sicht des Kunden haben, erläutert Philipp Knopp, Produktmanager bei Tomra Recycling, im Interview mit der K-ZEITUNG.

gk

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