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Hochleistungspolymere für SLS-3D-Druck

Solvay und Aerosint forschen gemeinsam an einem wirtschaftlichen SLS-Mehrpulver-Druckverfahren für die Verarbeitung von Hochleistungspolymeren.

In Hochleistungspolymeren wie Keta-Spire Polyetheretherketone (PEEK) und Ryton Polyphenylensulfid (PPS) steckt nach Überzeugung von Solvay großes Potenzial für neue Wege in der Additiven Fertigung, vor allem wenn es um anspruchsvolle Anwendungen geht. Der Einsatz dieser Materialien im wichtigen Pulverschmelzverfahren wie dem Selektiven Lasersintern (SLS) ist jedoch bis heute begrenzt.

Forscher arbeiten an einem räumlich selektiven Mehrpulver-Auftragssystem

„SLS-Maschinen zur Verarbeitung von Hochtemperaturpolymeren müssen sorgfältig konstruiert sein und werden aus komplexen, teuren Komponenten gebaut. Dem steht ein signifikanter Betriebskostennachteil gegenüber, da bei der Verarbeitung des Pulvers ein ungesinterter Ausschuss von bis zu 90 Prozent anfällt“, sagt Edouard Moens, Geschäftsführer von Aerosint. „Unser patentiertes, räumlich selektives Mehrpulver-Auftragssystem, das wir aktuell entwickeln, umfasst in jeder Teilschicht ein nichtschmelzbares Stützmaterial, für das keine teuren Hochleistungspolymere benötigt werden, was die Gesamtmaterialkosten minimiert.“

Solvay arbeitet schon seit über zwei Jahren mit Aerosint zusammen und unterstützt die Entwicklung dieser richtungsweisenden Technologie mit fortschrittlichen Materialen sowie Verarbeitungs- und Schmelz-Knowhow.

„Wie bei allen innovativen, bahnbrechenden Technologien sind auch hier mehrere Herausforderungen zu meistern. Eine davon ist neben den nichtschmelzbaren Materialien für das Mehrpulver-Auftragsverfahren die Entwicklung und vollständige Optimierung hochleistungsfähiger AM-Pulver für den Einsatz unter erhöhten Temperaturen“, sagt Brian Alexander, Global Product & Application Manager für Additive Manufacturing in der globalen Geschäftseinheit Specialty Polymers von Solvay.

3D-Druck von Hochleistungspolymeren erschwinglicher machen

„Diese Technologie wird nicht nur den 3D-Druck von Hochleistungspolymeren erschwinglicher machen, sondern hat auch enormes Potenzial sich als wettbewerbsfähiger industrieller Prozess für AM-Systemhersteller in der Medizintechnik, der Luft- und Raumfahrt- sowie der Automobilindustrie durchzusetzen“, so Brian Alexander.

gk