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Grundsatz zur Bilanzierung von Waren

Ware die sich am Bilanzstichtag im wirtschaftlichen Eigentum des Unternehmers befinden müssen in die Bilanz aufgenommen werden. Doch wie ist es mit Waren die am Stichtag noch unterwegs, zum Beispiel auf dem Schiff oder Lkw, sind?

Waren muss ein Unternehmen in die Inventur und in die Bilanz aufnehmen, wenn sich diese am Bilanzstichtag in seinem wirtschaftlichen Eigentum befinden (§§240, 242 HGB; § 39 Abs. 2 Nr. 1 AO). Doch wer bei einer Ware, die am Bilanzstichtag im Schiff oder im Zug beziehungsweise Lkw unterwegs ist, die Verfügungsmacht und somit das wirtschaftliche Eigentum hat, hängt von den Liefervereinbarungen ab.

Konstellation 1: Keine Vereinbarungen zum Eigentumsübergang: Finden sich in den AGB des Lieferanten keine Vereinbarungen zum Eigentumsübergang, bleibt die Ware bis zur Entgegennahme durch den Kunden im Eigentum des Händlers.
Beispiel: Händler Müller cerkauft am 22.12. Waren an Einzelhändler Huber. Die Ware wird am 29.12. versandt und kommt am 5.1. bei Einzelhändler Huber an. Liefervereinbarung zum Eigentumsübergang wurden keine getroffen.
Folge : Da keine speziellen Vereinbarungen getroffen wurden, hat am Bilanzstichtag nach wie vor Händler Müller die Verfügungsmacht an der Ware und muss diese in der Inventur und auf der Aktivseite der Bilanz im Warenbestand erfassen.
Konfrontiert Sie der Prüfer des Finanzamts mit der fehlenden Einbeziehung der am Bilanzstichtag schwimmenden oder rollenden Ware, müssen Sie nur folgende Frage stellen: Wer haftet während des Transports für den Untergang der Ware (Diebstahl, Unfall, Defekt)? Steht nicht explizit im Vertrag, dass der Kunde haftet, sind Sie am Bilanzstichtag tatsächlich noch wirtschaftlicher Eigentümer der Ware.

Konstellation 2: Eigentumsübergang durch Konnossement: Hat die verkaufte Ware eienn weiten Weg vor sich, wird der Verkäufer der Ware ein Intersse daran haben, dass das wirtschaftliche Eigentum und damit dsa Risiko des Untergangs schnellstmöglich auf den Käufer übergeht. Das kann durch sogenannte orderpapiere geschehen.
Beispiel: Händler Müller verkauft am 22.12. Waren an eine afrikanische Firma. Da die Ware erst am 25.1. am Bestimmungsort sein wird, stellt Händler Müller der afrikanischen Firma am 29.12. ein Konnossement zu.
Folge: Mit der Übergabe des Konnossements an den afrikanischen Käufer kommt es zum Eigentumsübergang (H 5.3 EStH, zeitliche Erfassung von Waren). Die Ware ist also nicht in der Bilanz des Händlers Müller zu erfassen.

Die Umsatzsteuer für die am Bilanzstichtag noch unterwegs seiende Ware ist unabhängig von der bilanziellen Behandlung der Ware zu betrachten. Umsatzsteuerlich gild die Warenlieferung zu folgenden Zeitpunkten als bewirkt:

  • Die Lieferung gilt aus umsatzsteuerlicher Sicht als ausgeführt, wenn die Beförderung durch den Verkäufer der Ware beginnt.
  • Wird die Ware durch eine Spedition versandt, ist die Lieferung mit Beginn der Versendung bewirkt.
  • Wird ein Orderpapier (Konnossement, Ladeschein, Lagerschein) verwendet, gild die Lieferung mit der Übergabe als ausgeführt (§ 3 Abs. 6 und 7 UStG).

bek

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