Großzügiges Bediendisplay aus der Spritzgießmaschine

Für das Konzept eines automobilen Bediendisplays erhält Leonhard Kurz den Red Dot Award 2020 für gute Gestaltung. Foto: Leonhard Kurz

Leonhard Kurz hat für das Konzept eines automobilen Bediendisplays beim Spritzgießen verschiedene Oberflächentechnologien kombiniert.

Das Besondere an dem Bediendisplay, für welches das Unternehmen aus Fürth den Red Dot Award 2020 für gute Gestaltung erhält, ist ein fast einen Meter breites, im In-Mold-Decoration-Verfahren  (IMD) gefertigtes Einzelbild. Es zeigt ein detailreiches Oberflächendesign, das mit Touch- und Lichtfunktionen hinterlegt ist.

Das Human Machine Interface (HMI) Instrument-Panel weist eine komplett geschlossene, nahtlose Oberfläche auf. Während im Automobilbereich kleinteilige Designs überwiegen, wurde für das Panel ein präsenteres, größeres, naturnahes Design namens Fading Lines entwickelt. Das markante Dekor verläuft über einen sanften Gradienten zu einer hochglänzenden Black-Piano-Deadfront-Oberfläche. Die fließenden Übergänge geben Fading Lines eine dynamische Anmutung. Neben dem außergewöhnlichen Oberflächendesign weist auch die Bauteilgeometrie eine spezielle Charakteristik auf. Der Display-Bereich des Bauteils geht organisch geschwungen in die Bedienoberfläche über. Der Bedienbereich wird dadurch betont, und die geschwungene Geometrie fungiert als haptische Bedienhilfe.

Vielfältige Touchfunktionen unter nahtloser Oberfläche

Das zentrale Bedienelement des Instrument-Panels ist ein Touchscreen mit Multitouch-Funktion und ergänzenden Touchbuttons. Daneben enthält das Panel ein Touchbedienfeld, das ein atmosphärisches Ambientelicht zum Vorschein bringt. Dieses Bedienfeld ist nur bei Hinterleuchtung sichtbar; bei deaktivierter Beleuchtung zeigt sich eine blickdicht geschlossene Oberfläche.

Die vielfältigen Funktionen werden über mehrere Sensoren gesteuert, die in verschiedenen Verfahren in das Instrument-Panel integriert wurden.

Das differenzierte Oberflächendesign des Instrument-Panels mit einer Länge von nahezu 1 m wurde als Einzelbild im IMD-Verfahren während des Spritzgießens realisiert. Im selben Spritzvorgang wurde der Sensor für das Multitouchfeld rückseitig per In-Mold Labeling (IML) integriert. Zusätzlich wurde das Instrument-Panel unterhalb des Displays mit einem Näherungssensor ausgestattet, der im Laminierverfahren appliziert wurde.

Bediendisplay mit integrierten Sensoren

Der Sensor für das lichtsteuernde Touchbedienfeld wurde per Functional Foil Bonding (FFB) integriert. Dieses von Kurz zum Patent angemeldete Verfahren ermöglicht die vollmechanische und kosteneffiziente Integration von Sensoren in Kunststoff-Bauteile.

Design, Funktion und Integration aus einer Hand

Die Bausteine des HMI-Konzepts wurden innerhalb der Kurz-Gruppe entwickelt. Das Design der Benutzeroberfläche und -schnittstelle wurde von Kurz Digital Solutions umgesetzt. Die Bauteilform, das User Interface sowie die partiell hinterleuchtbare IMD-Beschichtung wurden von der Muttergesellschaft gestaltet und hergestellt. Die Sensortechnologie für die FFB- und IML-fähigen Touchsensoren lieferte die Kurz-Tochter Polyic. Daneben waren zwei weitere Mitglieder der Kurz-Gruppe an dem Projekt beteiligt: Die Verfahrenstechnologie für die FFB-Integration stammt vom Prägemaschinenhersteller Baier und die IMD-Werkzeugkonstruktion vom Spritzwerkzeughersteller Schöfer.

„Unser preisgekröntes HMI-Konzept vereint das zukunftsorientierte Fading-Lines-Design mit anspruchsvollen Funktionen. Dass wir sämtliche Komponenten in enger Abstimmung inhouse entwickeln konnten, ist für uns ein wesentlicher Erfolgsfaktor und spiegelt sich in dem Oberflächendesign aus einem Guss“, erklärt Kurz-Designerin Alisa Schäfer.

sk