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Große Nachfrage nach Anlagen zur Geruchsreduktion

Die Erema-Manager Michael Heitzinger, Clemens Kitzberger und Thomas Hofstätter freuen sich über die große Nachfrage nach den Refresher-Anlagen zur Geruchsreduktion von Post-Consumer-Rezyklat. Foto: Erema

Erema meldet Nachfrageboom bei Anlagen mit der geruchsreduzierenden Refresher-Technologie zur Qualitätsverbesserung im Post-Consumer-Kunststoffrecycling.

Wie Erema mittteilte, hat die Nachfrage nach Recyclingmaschinenkombinationen mit dem Refresher, einer der Extrusion nachgelagerten Technologie zur Geruchsreduktion, spürbar angezogen. Zurückzuführen sei dies auf den wachsenden Bedarf an vielseitig einsetzbaren hochqualitativen Post-Consumer-Rezyklaten. Durch die Kombination seiner Intarema TVE Plus Regrind Pro Maschine mit dem Refresher konnte Erema dem damit produzierten PCR-HDPE den Weg in die Herstellung von Verpackungen für den Direktkontakt mit Lebensmitteln eröffnen und das in Anteilen bis zu 100 %, wie die U.S. Food and Drug Administration (FDA) bestätigte.

Ein Blick in die Auftragsbücher des österreichischen Kunststoffrecyclingmaschinen-Herstellers zeigt die Details: Von insgesamt 25 verkauften Refresher-Modulen wurden 19 allein in den vergangenen 18 Monaten geordert. Diese Entwicklung geht Hand in Hand mit dem enorm gestiegenen Interesse am Einsatz von Post-Consumer-Rezyklat.

Geruchsreduktion ist Grundvoraussetzung für hochwertige Verpackungen

„Gerüche sind ein typisches Problem von verschmutzten Haushaltsabfällen, wie LDPE-Folien, HDPE-Behältern und PE-Verschlüssen. Sie zu entfernen ist Grundvoraussetzung, wenn das PCR-Material wieder in hochwertigen Verpackungen für Kosmetikprodukte oder Lebensmittel eingesetzt werden soll“, erklärt Clemens Kitzberger, in der Erema Gruppe Business Development Manager für die Applikation Post Consumer.

Recyclingziele der EU sorgen für große Nachfrage

Getrieben wird diese Entwicklung einerseits von ambitionierten Recyclingzielen –so hat die Europäische Union festgelegt, dass bis 2025 50 % der Kunststoffverpackungsabfälle recycelt werden müssen – und andererseits immer effizienteren Recyclingtechnologien. „Beides hat für Post Consumer-Rezyklat Anwendungen möglich gemacht, die noch vor wenigen Jahren undenkbar waren und diese Entwicklung wird sich fortsetzen. Denn aus den Recyclingvorgaben der EU entsteht der Bedarf, künftig jährlich 10 Mio. t Rezyklat in neuen Produkten einzusetzen“, so Kitzberger.

Duschgelflasche aus 100 % PCR-HDPE

Ein herausragendes Beispiel für ein High-End-Produkt aus Post Consumer Rezyklat ist für Erema eine im Frühjahr 2019 als Weltneuheit auf den Markt gebrachte Kosmetikverpackung. Dabei handelt es sich um eine Duschgelflasche aus 100 % PCR-HDPE. Das Rezyklat wird mit einer seiner Intarema TVE Plus Regrind Pro Maschine Maschine plus Refresher-Modul produziert.

Verschlüsse als zusätzlicher Input für Lebensmittelverpackungen

Diesem sogenannten Superclean-Recyclingprozess wurde im August 2019 von der FDA auch die Eignung für die Produktion von Milch- und Saftflaschen, sowie von Fleischschalen, Einweggeschirr und Besteck bescheinigt, sofern das Inputmaterial aus Milch- und Saftflaschen stammt. Im November 2020 bestätigte die FDA für diesen Verarbeitungsprozess sowohl einen zusätzlichen Inputstrom als auch weitere Einsatzgebiete für das Rezyklat. Verarbeitet werden können somit neben allen HDPE-Getränkebehältern auch HDPE-Verschlüsse von HDPE-, PP- und PET-Getränkeflaschen. Das Rezyklat kann in Anteilen von bis zu 100 % in der Produktion von Behältern für den Direktkontakt mit Lebensmitteln aller Art eingesetzt werden.

Hohe Dekontaminationsleistung nötig

„Um aus PCR-Material ein Rezyklat von so hoher Qualität zu produzieren, ist eine sehr hohe Dekontaminationsleistung der Recyclingmaschine erforderlich“, erklärt Thomas Hofstätter, Process Engineer in der Erema GmbH. „Während das Hochentgasungs-Extrudersystem vorwiegend leicht flüchtige, niedermolekulare Stoffe entfernt, sorgt der Refresher für eine signifikante Reduktion der schwer flüchtigen hochmolekularen organischen Verbindungen im Regranulat. Dabei arbeitet das thermo-physikalische Verfahren besonders energiesparend, denn es nutzt die thermische Energie des nach dem Extrusionsprozess noch warmen Regranulats.“

„Neben schon länger bewährten Erema Entwicklungen, wie unserer Preconditioning Unit mit Counter Current- und Regrind Pro-Technologie, war die Kombination des Extruders mit dem Refresher ein wesentlicher Schlüssel für die FDA-Zulassung“, bestätigt auch Michael Heitzinger, Managing Director der Erema GmbH. „Mit diesem Superclean-Verfahren lassen sich hochqualitative Regranulate produzieren und durch die zielgerichtete Zusammenarbeit mit Partnern aus der gesamten Wertschöpfungskette zugleich auch neue, wirtschaftlich sinnvolle Absatzmärkte dafür entwickeln.“

Versuche mit dem Refresher auch in Industrie-Dimension

Von der Effizienz dieses Verfahrens können sich Interessenten ab April im erweiterten Kundenzentrum in der Firmenzentrale in Ansfelden/Österreich überzeugen. Hier steht für Testläufe nun erstmals eine Extrusions-Refresher-Kombination in Industrieausführung zur Verfügung.

Für Versuchszwecke am kundeneigenen Betriebsstandort bietet Erema auch ein kompaktes und mobiles Refresher-Modul an, das vor Ort in den Recyclingprozess integriert werden kann.

gk