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Globalisierung, Digitalisierung und knappere Ressourcen

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Sandra Füllsack, Vorsitzende des Fakuma Ausstellerbeirats, sieht das Vermeiden von Verschwendung und die Verlängerung der Nutzungsdauer der wertvollen Rohstoffe als wichtige Ziele der Kunststoffindustrie. Foto: K-ZEITUNG/Krumbholz

Die Vorsitzende des Fakuma Ausstellerbeirats, Sandra Füllsack, sieht die Kunststoffbranche vor großen Herausforderungen.

„Seit acht Jahren nimmt die Produktion von Kunststoff und Gummimaschinen kontinuierlich zu“, erklärte Sandra Füllsack, geschäftsführende Gesellschafterin der Motan Holding, Konstanz, und Vorsitzende des Fakuma Ausstellerbeirats, bei der Fakuma Eröffnungs-Pressekonferenz in Friedrichshafen. Mit einem weltweiten Produktionswert von rund 37 Mrd. EUR befinde sich die Branche auf einem historisch hohen Niveau. 2017 war mit einem Auftragseingang von +17 % ein besonders erfolgreiches Jahr. Beim Umsatz konnte der deutsche Kunststoff- und Gummi­maschinenbau nach Worten von Sandra Füllsack ein Plus von 13 % erreichen, während mit dem Auslandsgeschäft nur ein Plus von 2 % erzielt wurde.

Die Lieferzeiten der Zulieferer machen Probleme

In diesem Zusammenhang beklagte Füllsack den Mangel an Arbeitskräften und Material. Allerdings bereiten die langen Lieferzeiten im Bereich der Zulieferer und der Maschinen der Branche die größten Probleme. Für 2018 liegen die Prognosen dank des hohen Auftragsbestands und eines guten ersten Quartals nach wie vor leicht im Plus. Allerdings deuten die aktuellen Zahlen eher auf eine Konsolidierung des Marktes hin, so Sandra Füllsack in Friedrichshafen.

Globalisierung, Digitalisierung und zunehmend knappe Ressourcen lauten die Herausforderungen, die die Branche in den Griff bekommen muss. Dabei spielen Verwerfungen in den Handelsbeziehungen ebenso eine Rolle wie gezielte steuerliche Anreize in den jeweiligen Ländern. „Der Export ist für den deutschen Maschinenbau heute ebenso wichtig wie das globale Netzwerk von Lieferanten.“ Die Freiheit des Warenverkehrs sowie offene und belastbare Transportwege seien für die deutschen Maschinenbauer daher lebenswichtig. Europa tue gut daran­ sein politisches Gewicht für diese Freiheit einzusetzen.

Digitalisierung als beherrschendes Thema

Für Sandra Füllsack ist die Digitalisierung im Unternehmen, das heißt in der gesamten Organisation der Unternehmensabläufe, derzeit das beherrschende Thema. Gehe es im Vertrieb, Marketing oder der Logistik zunächst um die Reduktion von Transaktionskosten, konzentrieren sich die Entwicklungsabteilungen auf die Erwei­terung des Kundennutzens durch die Vernetzung von Maschinen und Anlagen. Die konsequenten nächsten Schritte wären zusätzliche Angebote von Services oder gar neue Geschäftsmodelle.

Knappe Ressourcen spielen nicht nur in Bezug auf Rohstoffpreise eine Rolle, sondern beeinflussen zunehmend auch das Image der Kunststoffindustrie. Verschwendung vermeiden und die Nutzungsdauer der wertvollen Rohstoffe verlängern seien seit Langem erklärte Ziele der Kunststoffherstellung und Verarbeitung. Aber die Kette endet nicht beim Verbraucher. Auch hier habe Europa noch viel Potenzial. Dabei seien die Unternehmen ebenso gefordert wie Politiker und Verbraucher.

roe

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