Als internationaler Distributeur strebt Biesterfeld Plastic an, seine Kunden im Rahmen der wachsenden Globalisierung stets einen auf ihre Bedürfnisse angepassten Service zu bieten.
Foto: biesterfeld - stock.adobe.com
Als internationaler Distributeur strebt Biesterfeld Plastic an, seine Kunden im Rahmen der wachsenden Globalisierung stets einen auf ihre Bedürfnisse angepassten Service zu bieten.

Unternehmen

Globaler Vertriebspartner für Polymerspezialitäten

Biesterfeld Plastic, ein globaler Vertriebspartner für Polymerspezialitäte, erweitert sein Portfolio und erschließt neue Märkte in Südostasien.

Biesterfeld Plastic präsentierte sich auf der K-Messe als einer der international agierenden Vertriebspartner mit Fokus auf Polymerspezialitäten. Dabei vertritt der Distributeur große globale Hersteller – meist auf beidseitig exklusiver Basis. „Von wenigen Ausnahmen abgesehen gilt der Grundsatz: „Ein Polymer, ein Lieferant“, erklärte Carsten Harms, Vorstandsmitglied der Biesterfeld AG und Sprecher der Geschäftsführung von Biesterfeld Plastic. „Im Gegenzug haben wir dafür exklusive Vertriebsrechte in den meisten Ländern, in denen wir vertreten sind.“

Die Kunststofferzeuger, mit denen Biesterfeld Plastic zusammenarbeitet, sind große Namen wie etwa Celanese, Exxon Mobil Chemical, Ineos Olefins & Polymers Europe, BASF Polyurethanes, Solvay, DuPont, Chevron Phillips, Chimei, SK Chemicals und LG Chem.

Laut Carsten Harms verfolgt Biesterfeld Plastic die klare Strategie, die Diversifikation des Produktportfolios und den Ausbau internationaler Aktivitäten in wesentliche Wachstumsmärkte dynamisch voranzutreiben. „Beim Portfolio sehen wir insbesondere für nachhaltige Polymere und auf den Märkten insbesondere in den ASEAN-Staaten noch sehr hohes Wachstumspotenzial“, sagte Harms auf der K-Messe im Gespräch mit der K-ZEITUNG.

Wachsendes Interesse an nachhaltigen Polymeren

Das Portfolio für nachhaltige Polymere wird laufend erweitert. „Die hohe Nachfrage auch während der K-Messe hat abermals gezeigt, wie groß das Interesse unserer Kunden an ressourcenschonenden Werkstoffen ist – im Wesentlichen nachgefragt werden Rezyklate und biobasierte Kunststoffe“, erklärte Jens Schürmann, Manager of Segment Marketing and Technical Solutions bei Biesterfeld Plastic. „Wesentlicher Baustein hierbei ist eine ISCC Plus Zertifizierung. Immer mehr Produkte unserer Lieferanten verfügen über ein entsprechendes Zertifikat. Da wir als Distributeur ebenfalls ISCC Plus zertifiziert sind, ergibt sich für unsere Kunden eine hohe Transparenz entlang der Wertschöpfungskette, mit der sie ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele schneller erreichen können“, so Schürmann. „Auch bei Themen der Nachhaltigkeit sehen wir uns als Vermittler zwischen Erzeugern und Verarbeitern – mit unserem klaren Empfehlungsanspruch, dass jede neue Anwendung nachhaltiger sein sollte als die vorherige.“

Image
Jens Schürmann, Manager of Segment Marketing and Technical Solutions, Biesterfeld Plastic: „Auch bei Themen der Nachhaltigkeit sehen wir uns als Vermittler zwischen Erzeugern und Verarbeitern – mit dem klaren Ziel, dass jede Anwendung nachhaltiger sein muss als die vorherige.“
Foto: Biesterfeld
Jens Schürmann, Manager of Segment Marketing and Technical Solutions, Biesterfeld Plastic: „Auch bei Themen der Nachhaltigkeit sehen wir uns als Vermittler zwischen Erzeugern und Verarbeitern – mit dem klaren Ziel, dass jede Anwendung nachhaltiger sein muss als die vorherige.“

Im Portfolio von Biesterfeld befinden sich zahlreiche Kunststoffe basierend auf nachwachsenden Rohstoffen oder Rezyklaten – unter anderem Polyolefine von Ineos und Styrol-Copolymere von LG Chem. Jüngstes Beispiel ist ein chemisch recyceltes PMMA in optischer Qualität, das der Biesterfeld-Partner Chimei auf der K-Messe erstmals vorstellte. Der taiwanesische Kunststofferzeuger stellte gemeinsam mit Biesterfeld Plastic auf der K Messe aus. Chimei präsentierte hier sein komplett nachhaltiges Produktportfolio und erhielt während der K-Messe seine ersten ISCC Plus-Zertifizierungen. So hat das Werk in Tainan die Zertifizierung für ABS-, SAN-, MS (SMMA)-, HBR- und SSBR-Produkte erhalten. 2023 werden Ecologue-Bio-ABS-Produkte mit ISCC Plus-Zertifizierung eingeführt.

„Klimaneutralität hat für Chimei oberste Priorität und sollte für jeden in unserer Lieferkette an erster Stelle stehen”, erklärte Andrew Hsieh, Sustainable Material Solutions Manager bei Chimei. „Durch die Entscheidung für Materialien, die aus erneuerbarer Biomasse hergestellt werden, kann der CO2-Fußabdruck der hieraus hergestellten Produkte erheblich reduziert werden. Wenn sich mehr Markeninhaber für nachhaltige Materiallösungen entscheiden, wird ihre Entscheidung auch die vorgelagerte Fertigungsindustrie enorm beeinflussen.“

Carsten Harms erkennt einen langfristigen Trend zu biobasierten Rohstoffen, zumal die Verfügbarkeit bei Rezyklaten derzeit eingeschränkt ist. Dazu passt, dass Biesterfeld Plastic seit kurzem die exklusiven Vertriebsrechte der thermoplastische Elastomere Hytrel Eco B von Celanese (vormals Du Pont M&M) erhalten hat. Hytrel Eco B wird gemäß der Massebilanzierung des Standards ISCC Plus auf Basis biozirkulärer Rohstoffe produziert. „Gemeinsam mit unseren Lieferanten sind wir bestrebt, unser Angebot an Biokunststoffen im Laufe der kommenden Jahre weiter auszubauen“, so Harms.

Vertriebspartner für die ASEAN-Region

„Egal ob klassische, biobasierte oder recycelte Werkstoffe, als Distributeur wollen wir letztlich die effektivste Schnittstelle zwischen Erzeugern, die global wachsen wollen, und unseren lokal ansässigen Kunden sowie globalen OEMs sein,“ erklärte Carsten Harms. „Denn die Distribution von Polymerspezialitäten ist mehr als der Handel mit Produkten. Mit unseren lokal ansässigen Vertriebsteams beraten wir unsere in unterschiedlichen Segmenten agierenden und sich positionierenden Kunden. Dabei sprechen wir unabhängige Materialempfehlungen aus, unterstützen hinsichtlich Produktentwicklung und Prozessoptimierung und bieten maßgeschneiderte Lösungen.“

Image
Carsten Harms, Sprecher der Geschäftsführung von Biesterfeld Plastic: „Südostasien ist für uns von strategischer Bedeutung. Auch hier wollen wir unsere Marktpräsenz zusammen mit unseren Lieferanten deutlich steigern.“
Foto: Biesterfeld
Carsten Harms, Sprecher der Geschäftsführung von Biesterfeld Plastic: „Südostasien ist für uns von strategischer Bedeutung. Auch hier wollen wir unsere Marktpräsenz zusammen mit unseren Lieferanten deutlich steigern.“

Laut Harms wollen globale OEMs global versorgt werden. Biesterfeld verfüge hierfür über ein weit reichendes Vertriebsnetz mit globaler Segmentexpertise: „Unser über alle Regionen nahezu identisches Produktportfolio wird über eine flächendeckende Struktur derzeit in Europa, Nordafrika und Lateinamerika vertrieben“, betont Harms. Hinzu kommen künftig die ASEAN-Staaten in Südostasien. „Hier sehe ich für Biesterfeld ein großes Wachstumspotenzial, zumal global agierende Distributeure in den ASEAN-Staaten bislang kaum vertreten sind und immer mehr globale OEMs hier in neue Standorte investieren“, sagte Harms. „Die Biesterfeld-Gruppe hat daher kürzlich eine Mehrheitsbeteiligung an GME Chemicals mit Hauptsitz in Singapur erworben, um ihre Präsenz in Asien deutlich auszubauen.“

Die vollständige Übernahme der restlichen Anteile soll im Jahr 2026 abgeschlossen sein. GME Chemicals beschäftigt 60 Mitarbeiter und ist darüber hinaus in Malaysia, Indonesien, Vietnam, Thailand und China mit operativen Tochtergesellschaften vertreten. Eine neue Niederlassung in den Philippinen ist bereits in Gründung.

„So können wir unsere Kunden nun auch in Südostasien direkt vor Ort betreuen. Kunden- und Marktnähe stehen für uns im Vordergrund. An allen Standorten entwickeln kompetente Ansprechpartner – mit dem Know-how der weltweit agierenden Biesterfeld-Gruppe im Hintergrund – individuelle Lösungen“, erklärte Harms. „Südostasien ist ein bedeutender Wachstumsmarkt und für uns von strategischer Bedeutung. Auch hier wollen wir unsere Marktpräsenz mit unseren bestehenden Lieferanten deutlich steigern und neue Brücken für unsere Kunden in diese Region bauen. Unsere Akquisition in Südostasien zeigt bereits sehr positive Effekte. So konnten wir eine Reihe neuer Mandate, beispielsweise für Chimei, SK Chemicals und LG Chem hinzugewinnen und bestehende gemeinsame Partnerschaften mit Solvay, Celanese und Exxon Mobil mit diesem Schritt global ausbauen.“

Matthias Gutbrod