GFK zeigen ein stetiges Wachstum

Terez langglasfaserverstärkte (LFT) Polyamid-Typen eignen sich hervorragend für Strukturbauteile. Foto: Ter Plastics

AVK stellt seinen Marktbericht 2017 zum europäischen Markt für glasfaserverstärkte Kunststoffe vor.

Die Produktionsmenge glasfaserverstärkter Kunststoffe (GFK) in Europa wächst jetzt im fünften Jahr in Folge hat sich im Jahr 2017 kontinuierlich weiterentwickelt – um ein Plus von 2 % gegenüber dem Vorjahr auf geschätzte 1,118 Mio. t. Trotz dieser positiven Entwicklung geht der Anteil Europas an der Weltproduktion zurück, der Anstieg des weltweiten Produktionsvolumens liegt nämlich bei deutlich über 2 %.

Das meldet die AVK Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe, die jetzt ihren aktuellen Marktbericht zur europäischen Produktion von GFK herausgegeben hat. Als GFK werden hier alle glasfaserverstärkten Kunststoffe mit einer duroplastischen Matrix und im Thermoplast-Markt die glasmattenverstärkten Thermoplaste (GMT) und die langfaserverstärkten Thermoplaste (LFT) erfasst. Kurzfaserverstärkte Thermoplaste zählen nicht dazu.

Die Entwicklungen sind von Land zu Land und auch hinsichtlich der Herstellungsverfahren und Materialien unterschiedlich und die entsprechenden Wachstumsraten unterscheiden sich teils deutlich.

Entwickung der Verarbeitungsverfahren von GFK in den letzten 10 Jahren (Index 2007 bei 100 %) Grafik: AVK

Transport und Bau bleiben Hauptabnehmer

Die Industriebereiche Transport/Mobilität und Bau sind mit jeweils etwa einem Drittel der gesamten Menge die Hauptabnehmer für GFK-Bauteile. Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung dieser beiden Branchen ist ein Grund dafür, dass die Herstellung von GFK tendenziell der Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes folgt. Weitere Anwendungsbereiche sind die Elektro-/Elektronikindustrie sowie die Sport- und Freizeitindustrie. Die Heterogenität des Marktes führt dazu, dass Schwankungen in einzelnen Abnehmerindustrien in der Regel durch andere ausgeglichen werden.

Schaut man auf die Verfahren, ergibt sich folgendes Bild: SMC (Sheet Moulding Compound, Pressen) und BMC (Bulk Moulding Compound, Spritzgießen) sind mit rund einem Viertel der Verarbeitungsmenge das größte Marktsegment in der GFK-Industrie. Das Wachstum von SMC/BMC ist in diesem Jahr mit 2,2 % etwas schwächer als im Vorjahr. Die gesamte Herstellungsmenge beträgt in diesem Jahr 280 kt, wovon mit 202 kt über zwei Drittel auf SMC entfallen.

Das Segment der offenen Verfahren – Handlaminieren und Faserspritzen – ist mit einer Herstellungsmenge von 238 kt weiterhin das zweitgrößte im GFK-Markt Europa. Wie in den Vorjahren setzt sich die relativ schwache Entwicklung auch in 2017 mit einem Wachstum von unter 1 % fort, wobei das Handlaminieren sogar stagniert.

Das Segment der Bauteile, die mit dem RTM (Resin Transfer Moulding) hergestellt werden, wächst wie in den Vorjahren weiter überdurchschnittlich mit 3,5 % auf eine Gesamtmenge von 146 kt. Die Produktion von GFK-Bauteilen mit den kontinuierlichen Verfahren ist in 2017 mit 5 % am stärksten gestiegen. Die gesamte Produktionsmenge liegt mittlerweile bei 146 kt. Pultrudierte GFK-Profile sind hierbei mittlerweile 53 kt schwer und sie wachsen mit 6 % am stärksten.

Entwicklung der GFK-Produktion in Kilotonnen bis 2017 nach Regionen/Ländern Grafik: AVK

GMT/LFT dauerhaft überdurchschnittlich

Schaut man auf die Materialien, ergibt sich folgendes Bild: Der Markt für GMT und LFT wächst auch in 2017 überdurchschnittlich mit 3,6 %, wenn auch nicht so stark wie im Vorjahr. Die Entwicklung der letzten Jahre hat dazu geführt, dass ihr Anteil am gesamten GFK-Markt von 5 % im Jahr 2000 auf heute 13 % gestiegen ist. Die Herstellungsmenge von 145 kt teilt sich etwa im Verhältnis zwei Drittel (LFT) und ein Drittel (GMT) auf, wobei der Anteil an LFT größer wird. Ebenfalls in diesen Daten enthalten sind die endlosfaserverstärkten Materialien wie die sogenannten Organobleche und entsprechende Tapes.

Schaut man auf die einzelnen europäischen Länder, erkennt man ein überall relativ ähnliches Wachstum zwischen ca. 1-3 %. Das Land mit der größten Produktion ist mit 226 kt weiterhin Deutschland, hier wird auch ein leicht überdurchschnittliches Wachstum von 3 % verzeichnet.

mg