Genügend Spritzen für Covid-19-Impfungen

Es gibt keine Produktionsengpässe in Deutschland bei Spritzen und Kanülen für die Covid-19-Impfungen. Foto: Angelo Esslinger/Pixabay

Die Lieferfähigkeit von Spritzen und Kanülen für die Covid-19-Impfungen ist derzeit laut Bundesverband Medizintechnologie (BV Med) sichergestellt.

Aktuell gibt es keine Produktionsengpässe in Deutschland bei Spritzen und Kanülen für die Covid-19-Impfungen. „Es wird nicht zu Engpässen bei den Spritzen kommen, wenn die internationalen Lieferketten stabil bleiben und die Verteilung der ausreichend vorhandenen Impfspritzen im Rahmen der Impfkampagne durch die Länder intelligent gesteuert wird“, sagt BV-Med-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. „Das Impfprogramm ist der einzige Weg aus der Pandemie. Und es ist von großer Bedeutung für das Wiederhochfahren der Wirtschaft, der Kultur, des gesellschaftlichen Lebens. Die logistischen Herausforderungen sind gewaltig. Medizintechnik ist Teil der Lösung.“

160 Mio. Spritzen und Kanülen für Covid-19-Impfungen in Deutschland

Bei jeder Impfung sind Medizinprodukte unentbehrlich: ohne passende Spritzen oder Kanülen kein Impfen. Der Bedarf an diesen Medizinprodukten wie 1-ml-Spritzen, Kanülen oder Kochsalzlösungen steigt weltweit stark an. Allein für Deutschland werden 160 Mio. Spritzen und Kanülen benötigt. Europaweit sind es rund 900 Mio., weltweit mehrerer Milliarden. Und all dies in kürzester Zeit – zusätzlich zur Regelversorgung.

Vor allem Spritzen mit 1 ml Fassungsvermögen werden benötigt

Die Spritzenhersteller sind nach Auskunft des BV Med bereits im Sommer 2020 ohne Verträge in Vorleistung gegangen: Die Produktionskapazitäten wurden gesteigert. Die Lagerbestände für 1-ml-Spritzen wurden mit Blick auf die Impfkampagne deutlich ausgebaut. Die Impfstoffhersteller haben unterschiedliche Anforderungen in Bezug auf die Dosierung. Bei Pfizer beträgt die Dosis 0,3 ml, bei den anderen Herstellern 0,5 ml. Für alle Impfstoffe werden 1-ml-Impfspritzen benötigt. Ausnahme ist die siebte Dosis aus den Biontech-Fläschchen. Für sie werden spezielle Spritzen mit geringem Totraumvolumen benötigt. Die Spritzenhersteller decken den gestiegenen Bedarf vor allem durch verstärkte Schichten (24/7), Optimierungen in bestehenden Produktionsanlagen und Ausweitung der Produktionskapazitäten.

Hohes Produktions-Know-how erforderlich

Der Aufbau einer Produktionsanlage für die Spritzenherstellerung erfordert spezielles Know-how und hohe Maschinenkompetenz. Die wichtigsten Maschinen und Prozesse sind: Spritzießmaschinen, Skalendruckmaschinen, Montagemaschinen, Thermoformmaschinen und Verpackungsmaschinen. Die Komponenten für die Kanüle und die Kunststoffteile für die Spritze (Zylinder, Kolben, Dichtungsring) werden in Hochgeschwindigkeits-Montagemaschinen zusammengeführt, dann verpackt und sterilisiert. Bei den 1-ml-Impfspritzen werden die Kunststoffteile verpackt und sterilisiert. Die mitgelieferte Kanüle wird in der Arztpraxis mit einem Steckmechanismus aufgebracht.

Mittel- bis langfristig könne aber eine digitale Bestandsplattform versorgungskritischer Medizinprodukte helfen. „Ziel muss es sein, mit smarten Lösungen und offenen Schnittstellen die Verteilung versorgungskritischer Medizinprodukte in Krisensituationen zu optimieren“, der BV-MED-Geschäftsführer.

Seit Kurzem können im BV Med übrigens auch Medizintechnik-Zulieferer Mitglied werden.

sk