Gemeinsamer Kampf gegen Italiens Kunststoffsteuer

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Führende europäische Kunststoffverbände sehen im Vorschlag einer italienischen Kunststoffsteuer eine Gefährdung für Unternehmen und Arbeitsplätze.

Die drei Präsidenten der europäischen Verbände der Kunststoffindustrie, Renato Zelcher, European Plastics Converters, Javier Constante, Plastics Europe, und Ton Emans, Plastic Recyclers Europe, haben sich bei einem Treffen während der K 2019 in Düsseldorf geeinigt, sich gemeinsam gegen den Vorschlag der italienischen Regierung zu wenden, eine Steuer von 1.000 EUR/t Kunststoffverpackungen einzuführen.

Die vorgeschlagene „Plastikverpackungssteuer“ dürfte sich nach Überzeugung der Branchenexperten negativ auf den lokalen Markt auswirken, da eine solche regressive Steuer das Verhalten der Verbraucher negativ beeinflussen und damit Arbeitsplätze gefährden kann.

Kunststoffsteuer könnte in Italien einen Dominoeffekt haben

Italien ist nach Deutschland der zweitgrößte Hersteller von Kunststoffprodukten in Europa, und die Steuer würde die wirtschaftliche Situation von 50.000 Arbeitnehmern und das Überleben von 2.000 KMU in der Wertschöpfungskette gefährden, so der italienische Arbeitnehmerverband Filctem Cgil. Dies könnte zudem einen Dominoeffekt auf die gesamte Wirtschaft haben. Nach Schätzungen des italienischen Verbandes der Verbraucher Federconsumatori würde eine solche Steuer einen Anstieg der Ausgaben der Haushalte um 140 EUR pro Jahr bedeuten.

Renato Zelcher, der nicht nur Präsident von European Plastics Converters, sondern auch CEO eines italienischen Unternehmens für flexible Verpackungen ist, fügte hinzu, dass diese Maßnahme das Überleben eines Exzellenzsektors untergräbt, die Produkte und nicht das Verhalten bestraft und zudem alle Bemühungen, die im Hinblick auf eine Kreislaufwirtschaft unternommen wurden, verlangsamen wird.

Kunststoffe vermeiden Lebensmittelabfälle und senken Transportkosten und CO2-Emissionen

Wie die drei Verbände betonen, sind Kunststoffmaterialien und Kunststoffprodukte der Schlüssel zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen, zur Senkung der Transportkosten, zur Energieeinsparung und zur Senkung der CO2-Emissionen. Alternative Materialien haben sehr oft eine schlechtere Umweltbelastung, da sie im Vergleich zu Kunststoffen schwerer und voluminöser sind.

Bei ihrem Treffen in Düsseldorf verwiesen die Verbandspräsidenten zudem auf das Ziel, 10 Mio. t recycelter Kunststoffe auf den EU-Markt zu bringen, das von der Kunststoffbranche unter der Schirmherrschaft der Europäischen Kommission zugesagt wurde.

Ehrgeizige Ziele für Kreislaufwirtschaft in Gefahr

„Es ist ein sehr ehrgeiziges, aber erreichbares Ziel, das viele Investitionen in der gesamten Wertschöpfungskette von Kunststoffen erfordert, und weder Kunststoffverbote noch Steuern können diesen Prozess beschleunigen. Im Gegenteil, sie wird unsere Branche stark belasten und Tausende von Arbeitsplätzen gefährden, während wir bereits in der Wirtschaftskrise in Europa stehen. Unsere Industrie trägt bereits aktiv dazu bei, und wir bekräftigen unsere Absicht, über die Wertschöpfungsketten hinweg zu arbeiten, um das ehrgeizige Ziel zu erreichen, dass bis 2025 10 Millionen Tonnen recycelte Kunststoffe ihren Weg in neue Produkte auf dem EU-Markt finden werden,“ so die drei Partner in einer gemeinsamen Presseerklärung.

gk

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