Gefährdet Kunststoffverbot die Hygiene?

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Die Beschränkung von Einwegkunststoffen muss die kreislaufwirtschaftlichen Bemühungen und die Konsumrealität reflektieren, heißt es bei European Bioplastics.

Das Europäische Parlament hatte am 24. Oktober seinen Richtlinienentwurf zu Meeresverschmutzung und Einwegkunststoffen bestätigt. “Einwegkunststoffprodukte wo möglich zu reduzieren, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Standards für Hygiene und Lebensmittelsicherheit dürfen jedoch nicht gefährdet werden. Für einige der betroffenen Einwegprodukte – wie z.B. Teller und Besteck – bieten biologisch abbaubare zertifiziert kompostierbare Kunststoffe eine organisch recycelbare Alternative”, kommentiert François de Bie, Vorsitzender von European Bioplastics(EUBP), das beschlossene EU-Verbot von Einwegprodukten aus Kunststoff.

Veranstaltungen: Einweggeschirr wichtig für Hygiene

European Bioplastics unterstütze zwar den Übergang von einer linearen zu einer kreisläufigen Wirtschaft, allerdings sollten Biokunststoffe nachhaltige Lösungen für eine Reihe von Produkten in Betracht gezogen werden. „Die Ausnahmeregelungen, die der Parlamentsbericht bezüglich Einwegbesteck und -tellern vorschlägt, reichen allerdings nicht aus, um Hygiene, Lebensmittelsicherheit und Konsumrealitäten in Europa unter einen Hut zu bringen“, sagt de Bie. In geschlossenen Systemen, wie Kantinen, Flugverkehr, Sport- oder Musikveranstaltungen, sind Einweg-Cateringprodukte häufig eine unverzichtbare und effiziente Lösung. Die getrennte Sammlung und das anschließende Recycling des Abfalls sind in solchen Systemen gewährleistet.

Biologisch abbaubare, zertifiziert kompostierbare Kunststoffe erfüllen die strengen europäischen Anforderungen hinsichtlich Gesundheits- und Sicherheitsstandards und können zusammen mit Lebensmittelabfällen gesammelt und organisch recycelt werden.

Verbot von oxo-abbaubaren Materialien sinnvoll

EUBP unterstützt uneingeschränkt den Vorstoß des Parlaments, Produkte aus oxo-abbaubaren Materialien zu verbieten. Der Vorschlag stellt eine logische Konsequenz aus früheren Äußerungen des Parlaments und der Kommission im Rahmen der Kunststoffstrategie dar.

Bezüglich biologischer Abbaubarkeit im Meer betont EUBP, dass dies eine interessante Material- und Produkteigenschaft sein kann. Es muss jedoch klar definiert werden, für welche Materialien und Produkte und unter welchen Umständen diese Eigenschaft einen Mehrwert bietet. Die Verbesserung des Abfallmanagements an Land sowie der Aufbau effizienter mechanischer und organischer Recycling-Infrastrukturen in Europa bleiben die wichtigsten Ansätze zur Bekämpfung der Meeresverschmutzung.

mg

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