Für drei Tage Hauptstadt des 3D-Drucks

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Mit knapp 5.000 Besuchern, 208 Ausstellern und 94 Expertenvorträgen machte die Rapid Tech 2018 vom 5. bis 7. Juni Erfurt zur Hauptstadt des 3D-Drucks.

"Wir konnten zum Jubiläum von Rapid Tech und Fabcon 3D erneut das ‚Who is who‘ der 3D-Druck-Branche begrüßen. Uns wurde vielfach bestätigt, dass Erfurt mittlerweile ein Muss ist, um das Neueste dieser Zukunftstechnologie zu präsentieren und zu sehen. Wir haben, unterstützt von den führenden Experten aus Industrie und Forschung in unserem Fachbeirat, weltweit als eine der ersten Messegesellschaften auf dieses Thema gesetzt und sind mit Konstanz und Beständigkeit seit 2004 zu einer europaweit führenden Adresse für Aussteller, Besucher und Kongressteilnehmer gewachsen. Erfurt hat den Titel "Hauptstadt des 3D-Drucks" erneut eindrucksvoll verteidigt", erklärte Michael Kynast, Geschäftsführer der Messe Erfurt GmbH zum Ende der 15. Auflage der Erfurter Veranstaltung.

Auch inhaltlich konnte Erfurt als "Hauptstadt des 3D-Drucks" erneut überzeugen. "Aussteller und Besucher berichten über qualitativ hochwertige Gespräche an den Ständen und ebensolche Vorträge in den verschiedenen Foren. Das Netzwerk der Additive-Manufacturing-Familie ist mit dieser Veranstaltung weiter gewachsen", betonen die Vorsitzenden des Fachbeirats, Michael Eichmann von Stratasys, und Prof. Dr. Gerd Witt von der Universität Duisburg-Essen.

Nach Überzeugung der Messe Erfurt resultiert die Qualität der Veranstaltung aus einer über 15 Jahre gewachsenen kontinuierlichen Zusammenarbeit von Partnern aus der deutschen Wirtschafts- und Hochschullandschaft, die das Thema 3D-Printing konsequent vorangetrieben haben. Diese "Urgesteine" sowie weitere wesentliche Impulsgeber und langjährige Aussteller wurden auf dem Galaabend zum 15-jährigen Jubiläum der Rapid Tech geehrt.

In sieben Kategorien wurden die besten Designideen prämiert

Im Gremium der 15 "Urgesteine" entstand auch die Idee, die etablierte Industrie mit der Fabber- und Start-up-Szene des 3D-Drucks zu kombinieren und 2013 die Fabcon 3D ins Leben zu rufen. In diesem Rahmen wird jährlich der Start-up-Award ausgelobt, der 2018 an das Bioprinting-Unternehmen Cellbricks Berlin ging. Ebenso ist Erfurt die Plattform für den internationalen Designwettbewerb 3D Pioneers Challenge. 2018 fanden Einreichungen aus 17 Ländern von Europa bis Kanada, Japan und Indien den Weg nach Erfurt. In sieben Kategorien wurden die besten 3D-Druck-Designideen aus 32 ausgewählten Finalisten-Projekten gekürt.

Einzigartig in ihrer Struktur richtet sich die "3DPC" in verschiedenen Disziplinen an Gestalter auf allen Kontinenten, die mit 3D-Druck Neuland beschreiten. Nach einem mehrstufigen Juryverfahren durften sich 32 Projektarbeiten in diesem Jahr zu den glücklichen Finalisten zählen und ihre Exponate im Rahmen einer Sonderausstellung auf der Fachmesse in Erfurt präsentieren. Die mehr als 60 m² große Ausstellungsfläche war ein besonderes Highlight in der Messehalle und zog Besucher wie Pressevertreter gleichermaßen an.

Stärkste 3D Pioneers Challenge aller Zeiten

"Das war die stärkste 3D Pioneers Challenge seit ihrerm Start. Uns freut es, dass namhafte Universitäten und Institute wie beispielsweise die UDK Berlin, das MIT, Harvard oder auch die UCL Bartlett sowie branchenübergreifende Größen aus Design und Industrie eingereicht haben. So viele Weltklasse-Projekte – von Architektur, über Design und Fashion bis hin zu Material, Nachhaltigkeit und Software. Wir spüren deutlich welche Möglichkeiten uns additive Fertigungsverfahren künftig bieten und welche großen Schritte die Entwicklung Jahr für Jahr macht", fassen die Organisatoren Simone und Christoph Völcker den diesjährigen Designwettbewerb zusammen, welchen sie seit drei Jahren gemeinsam mit der Messe Erfurt durchführen.

Auch die Jury war begeistert, wie die Trends und Strömungen der Branche bei diesem Wettbewerb so gebündelt präsentiert werden. Die breite Qualität machte es der Jury nicht leicht. War in den letzten Jahren noch vermehrt Medizintechnik der Schwerpunkt, lässt sich "Think big" in diesem Jahr als eine der Haupt-Thematiken identifizieren. Die Gewinner können sich wirklich sehen lassen.

Die Sieger der Pioneers Challenge 2018 Foto: Messe Erfurt

Internationale Einreichungen aus insgesamt 17 Ländern von Europa bis Kanada, Japan oder Indien haben ihren Weg nach Erfurt gefunden. Damit etabliert sich die 3D Pioneers Challenge als einzigartiger Wettbewerb und ist mit dieser Ausstellung die internationale Plattform für Pioniere im 3D Druck. Standards werden aufgebrochen – Innovationen bestimmen das Feld.

Die strahlenden Sieger der 2018er Edition wurden am 6. Juni im Rahmen des Networking Abends der Rapid Tech + Fabcon 3D gekürt. Der Thüringer Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und digitale Gesellschaft, Wolfgang Tiefensee, ließ es sich nicht nehmen, die Veranstaltung zu eröffnen und den Siegern persönlich zu gratulieren.

Insgesamt wurden an die Gewinner Preise im Wert von über 20.000 EUR vergeben. Davon Preisgelder in Höhe von 15.000 EUR zur Verfügung gestellt vom Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft. Damit ist die "3D Pioneers Challenge” einer der am höchsten dotierten Awards für Innovation im 3D-Druck.

Sieger in Kategorie Design hat nahezu alle Vorteile des 3D Drucks genutzt

Zu den Gewinnern zählt das Team von Julian Ferchow, Patrick Beutler, Tobias Pestalozzi, Mirko Meboldt, Bastian Leutenecker-Twelsiek, Christoph Klahn, mit dem Projekt "Peak Boil Camping Stove − Unique Outdoor Performance" der Inspire AG - ETH Zürich. Sie gewannen das Preisgeld von 6.000 EUR in der Kategorie Design. Für die Jury war "die Funktionalität der Brennereinheit, die damit Leben in extremer Höhe sichern kann, beeindruckend. Das umfassende Verständnis der Problemstellung und der Einsatz nahezu aller Vorteile des 3D Drucks machen dieses Projekt einzigartig."

In der Kategorie Fashion Tech siegte der Sport BH "Flexa" aufgrund des "herausragenden Potentials für maßgefertigte Mode für 51 % der sportbegeisterten Bevölkerung." Foto: K-ZEITUNG

Dorothea Lang von der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle mit ihrem Beitrag in der Kategorie Material "Dynamic Algae" wurde ausgezeichnet als beste studentische Arbeit und erhielt damit den Maker Bot Replicator Mini+, sowie ein Preisgeld in Höhe von 1.000 EUR. Das Projekt, das sich mit der Erzeugung biobasierter Druckmaterialien auseinandersetzt, konnte die Jury durch die "Transformation des unendlichen Rohstoffs Alge in ein smartes und dynamisches System unter Anwendung von 4D Druck" begeistern."

Die niederländische Einreichung "MX3D" von Joris Laarman Lab, Gijs van der Velden in Kooperation mit Arup, Autodesk, Arcelor Mittal, ABB, Heijmans, Lenovo, Airliquide, AMS Institute, TU Delft, City of Amsterdam wurde in der Kategorie Digital für ihre voll funktionsfähige Edelstahlbrücke ausgezeichnet, die auf herausragend einzigartige Art und Weise "sinnbildlich für den Wettbewerb Grenzen überschreitet und diese verbindet."

Gewinnerinnen in der Kategorie Fashion Tech sind Anna Ryzhova und Nadia Narges Rezaei von der UDK Berlin, Bereich Industrial Design-Technologie mit dem Beitrag "Flexa" und einem Preisgeld von 2.000 EUR. Die Jury sah in dem Sport-BH das "herausragende Potential für maßgefertigte Mode für 51 % der sportbegeisterten Bevölkerung. No pain - just sports."

Für ihren Beitrag "Cabin of 3D Printed Curiosities" erhielt das amerikanische Team von Emerging Objects mit Ronald Rael, Virginia San Fratello, Logman Arja, Hannah Cao, Sandy Curth, Barrak Darweesh, Yonghwan Kim, Daniel Komen, Cooper Rodgers, Alex Schofield, Phirak Suon, Kent Wilson den Preis in Höhe von 2.000 EUR in der Kategorie Architektur. "Die ästhetischen Details durch den experimentellen Einsatz von 3D Druck unter Verwendung lokaler Werkstoffe" überzeugte die Jury von dem Beitrag, welcher Material-Software und Hardware-Experimente in der Architektur vereint.

In der Kategorie Med Tech gewann Felicia Hamm von der Hochschule Darmstadt mit "Pointeeshoe" einem Spitzenschuh für professionelles klassisches Ballett. Sie durfte sich über das Preisgeld von 2.000 EUR freuen. Die Jury erkannte "dass die Tänzer zu Gunsten größerer Kreativität während der Aufführung durch den Einsatz von 3D gedruckten Materialien und Technologien unterstützt werden können, um Druck und Beschwerden zu vermeiden."

Die besondere Auszeichnung "Special Mention" erhielten die folgenden Projekte und durften sich damit über Netfabb Lizenzen, das 3D Printing Handbook von 3DHubs sowie Abonnements der Zeitschrift Designreport freuen:

  • "Concept breathe", der atmende Autositz, der ETH Zürich, Universität Braunschweig und Manuel Kretzer entstand in Kooperation und Zusammenarbeit von Mike Herbig Audi AG, Moritz Boos, Maximilian Dauscha, Leon Ehmke, Lydia Jasmin Hempel, Dong-Kwon Lee, Tim Daniel Ingo Lüders, Vanessa Paladino, Benedikt Schaudinn, Sebastian Spiegler, csi Mission Findus und BigRep.
  • Die österreichische 3D gedruckte Betonliege "Digital chaise longue" von Philipp Aduatz und incremental3d mit Johannes Ladinig, Georg Grasser, Lukas Härtenberger.
  • "Print your city!", die niederländische Einreichung von The New Raw, Green Wave Plastics, Urban Mining Corp, Aectual, 10XL, Mano Daniel Szollosi, AMS Institute, Technical University of Delft, AEB Amsterdam, City of Amsterdam, mit ihrem Projekt in dem Plastikabfälle zur Stadtmöblierung umgewandelt werden.
  • Joris Wegner der Hochschule für Künste Bremen der mit "Sculptural high-end heat sink" zur Energieersparnis das Aluminiumgehäuse für HiFi-Verstärker neu andenkt.
  • Und die spanische Einreichung vom Team um Nagami mit Gilles Retsin, Manuel Jimenez Garcia, Ivo Tedbury, Vicente Soler, Miguel Angel Jimenez Garcia, Ignacio Viguera Ochoa Design Computation Lab mit dem Projekt "VoxelChair v1.0 _ Ogonori chaise longue", die mit einer neuen Design-Software gestaltet und speziell für den 3D-Roboter-3D-Druck entwickelt wurden.

Die Ausstellung der Finalisten wird übrigens als Roadshow an verschiedenen deutschen und internationalen Standorten zu sehen sein. Los geht es bereits im Juli mit dem 3D Druck Verband im Deutschen Bundestag, Berlin.

gk

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