Branche 18.09.2015 0 Bewertung(en) Rating

Frimo Techday: Mix mit PURer Wertschöpfung

Für einen gelungenen Mix sorgte Frimo: 250 Teilnehmer fanden sich beim 6. Frimo Techday in Lotte ein, bei dem die Gäste einen ganzen Strauß an spannenden Themen entlang der PUR-Wertschöpfungkette geboten bekamen.

Unter dem Motto "Just the Right Mix" kamen am 10. September 2015 Kunden und Partnerunternehmen von Frimo zum 6. Techday mit dem Thema "PURe und Flextrim Technology" am Firmensitz in Lotte zusammen. Den gut 250 Fachbesuchern von 80 Unternehmen aus 20 Ländern bot das Programm eine gute Gelegenheit, sich kompakt und umfassend aus erster Hand zu informieren.

 - Hans-Günter Bayer (CEO Frimo) begrüßt seine Gäste und eröffnet den Vortragsreigen: "In allem was wir tun, glauben wir daran, dass technologischer Vorsprung nur mit hochqualifizierten Menschen möglich ist."
Hans-Günter Bayer (CEO Frimo) begrüßt seine Gäste und eröffnet den Vortragsreigen: "In allem was wir tun, glauben wir daran, dass technologischer Vorsprung nur mit hochqualifizierten Menschen möglich ist."
Frimo

Ein Mix von Präsentationen interner und externer Spezialisten, eine Fachausstellung mit ausgewählten Partnern und Lieferanten und eine Reihe von Live-Vorführungen an seriennahen Maschinen im Frimo Techcenter trugen dazu bei. Im Fokus standen Trends und Innovationen rund um die PUR Verarbeitung und das Beschneiden von Kunststoffkomponenten, aber auch Oberflächen und Leichtbau standen auf der Agenda.

Täglich auf Erfolgskurs

Der von Frimo CEO Hans-Günter Bayer mit einem strategischen Blick in die Zukunft: "In allem was wir tun, glauben wir daran, dass technologischer Vorsprung nur mit hochqualifizierten Menschen möglich ist, die alles in Bewegung setzen, um Teams, Werkzeuge und Anlagen sowie deren Endprodukte täglich auf Erfolgskurs zu bringen und zu halten."

CFK wird weiter an Bedeutung gewinnen

Günter Deinzer, Leiter Technikum/Prüffeld Leichtbautechnologien im Audi Leichtbau Zentrum Neckarsulm, knüpfte mit einem Überblick über Multimaterialkonzepte im Karosseriebau bei Audi an. Dabei werde CFK, bisher dem Hochleistungs- und Rennsportbereich vorbehalten, weiter an Bedeutung gewinnen und perspektivisch auch Anwendung bei Fahrzeugen im Premiumsegment finden. In diesem Zusammenhang stellte Deinzer die Entwicklung des Ultra-RTM-Verfahrens vor, mit dem bereits heute Arbeitsschritte und Zykluszeiten bei der Herstellung von Verbundwerkstoffen deutlich reduziert werden können. Eine besondere Herausforderung bestehe dabei darin, KTL-fähige CFK-Komponenten zu entwickeln (KTL steht für kathodische Tauchlackierung).

Spezielles PP-Vlies schluckt den Schall

Als ein Beispiel stellte Deinzer auch das Förderprojekt "Smile" vor, an dem sowohl Audi als auch Frimo mit weiteren OEMs, Zuliefererunternehmen und Vertretern aus Forschung und Entwicklung beteiligt sind, um neue Leichtbaukonzepte zu entwickeln. Das Projekt, welches für den Systemintegrativen Multi-Material-Leichtbau für die Elektromobilität steht, wurde Mitte Juni anlässlich der Nationalen Konferenz Elektromobilität von der Bundesregierung als eines von sieben herausragenden Leuchtturmprojekten ausgewählt. Das Vorhaben wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und vom Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt.

In einem Kombivortrag berichteten Dr. Ralf Dopheide, Geschäftsführender Gesellschafter bei DFA Bielefeld, und Jürgen Mauß, Leiter des Produktmanagements PUR Anlagen bei Frimo, aus der Praxis über neue Herstellungsmöglichkeiten für Akustik-Komponenten. DFA gehört zu den führenden Anbietern von Bauteilen, die der Schallabsorption und -dämmung dienen. Mit Sonozorb B bietet das Unternehmen ein exklusives Absorbermaterial aus einem speziellen Polypropylen-Vlies an, welches mit hervorragenden akustischen Eigenschaften aufwartet. Seine Neuanlagen für aktuelle Serienprojekte hat DFA mit maßgeblicher Beteiligung von Frimo realisiert.

Die virtuelle Werkzeug- und Prozessoptimierung mit Hilfe der Schäumsimulation bietet die BASF ihren Polyurethan-Kunden als exklusiven Service an, wie Dr. Matthias Wohlmuth aus dem Hause BASF Polyurethanes in seinem Gastvortrag erläuterte. So können z.B. der Materialfluss im Werkzeug und die Auslegung des Dichtsystems entsprechend angepasst und auch Lunkerbildung vermieden werden. Durch die frühzeitige Design- und Prozessoptimierung kann späterer Optimierungs- und Anpassungsaufwand an den Betriebsmitteln reduziert werden.

 - In Augenschein zu nehmen: Die neue Mischkopf-Generation im Frimo Techcenter
In Augenschein zu nehmen: Die neue Mischkopf-Generation im Frimo Techcenter
Frimo

Neue Mischkopf-Generation

In den Frimo Beiträgen ging es um Produktneuheiten in den Bereichen PUR- und Flextrim Technik (Matthias Klahr), die neue Mischkopf-Generation und deren globale Verfügbarkeit im Rahmen der Kooperation Frimo und CMTT (Armin Daniel), um Modelle und Aufnahmen im 3D Druck, ein zukunftsweisendes Dichtsystem mit aufblasbaren Endstücken für Schäumwerkzeuge und Neues zur PURe Skin Technik (René Ring). Weiterhin wurden Kombinationslösungen wie das Fräsen und Stanzen im flexiblen Frimo Beschnittzentrum (Christian Driskes und Bernd Risse) und Leichtbaulösungen, u.a. mit PUR Composites (Jürgen Mauß) bis hin zu neuartigen Sandwich-Aufbauten auch mit bionischen Oberflächen wie der einer Haifischhaut (Karl-Heinz Stelzl) vorgestellt.

Podium diskutiert über Materialen der Zukunft

Ein weiteres Highlight bildete die abschließende Podiumsdiskussion, in der sich Prof. Dr. Rudolf Stauber, Geschäftsführ am Fraunhofer-Institut für die Projektgruppe IWKS, als Moderator mit Experten über "Materialien der Zukunft" austauschte. Beim Thema Leichtbau sieht Günter Deinzer (Audi) für Karosseriestrukturen in den Faserverbundwerkstoffen als jüngster Werkstoffklasse das größte Potenzial. Aber auch bei Aluminiumlegierungen seien durch neue Wärmebehandlungen 30 bis 40 % Festigkeitssteigerungen möglich. Im Interieur bietet der Spritzguss mit Langglasfasern Möglichkeiten der Gewichtsreduzierung, wie Stefan Hobelsberger (BMW) ausführte.

 - Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Rudolf Stauber (3.v.l.) als Moderator: Experten diskutieren über "Materialien der Zukunft"
Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Rudolf Stauber (3.v.l.) als Moderator: Experten diskutieren über "Materialien der Zukunft"
Frimo

Zur Frage, welcher Matrixwerkstoff im FVK-Bereich das Rennen machen wird, ist Dr. Ingo Kleba (Rühl Puromer) der Ansicht, dass sich mittelfristig sowohl PUR als auch Epoxidharze, jeweils mit eigenen Schwerpunktbereichen, durchsetzen werden. Den besonderen Nutzen des PUR sieht Nikolaus Revesz (Huntsman Germany) in der großen Variabilität der Werkstofffamilie, auch im Bereich der Composites, wo PUR mit niedrigen Forminnendrücken auf kostengünstigen Anlagen verarbeitet werden kann.

Mit Blick auf die Risikominimierung habe die Automobilindustrie im Composites-Bereich zunächst auf die aus der Luftfahrtindustrie bewährten Werkstoffe aus Kohlefasern und Epoxidharze geschaut, so Revesz. Auch wenn diese Materialien im Bereich hoher Performance weiterhin ihre Stärken ausspielen werden, ist davon auszugehen, dass Polyurethane in vielen Bereichen aufholen werden. "Die Kunst ist es, den richtigen Werkstoff an die richtige Stelle zu bringen", fasste Prof. Dr. Rudolf Stauber treffend zusammen.

Rundum gelungene Veranstaltung

Neben den Teilnehmern, Ausstellern und Rednern zeigte sich auch das Frimo Team zufrieden mit der Neben den Teilnehmern, Ausstellern und Rednern zeigte sich auch das Frimo Team zufrieden mit der gelungenen Veranstaltung. "Wir sind stolz, dass viele innovative Fertigungslösungen 'made by Frimo' sind. Und damit das auch so bleibt, wollen wir unsere Kompetenzen im Netzwerk mit Partnern weiterentwickeln. Das hohe Interesse spornt uns an, diesen Weg weiterzuverfolgen, um rund um den Globus ein zuverlässiger Partner und Lösungsanbieter für unsere Kunden zu sein", resümierte Manfred Rudholzer, Leiter Gesamtvertrieb der Frimo Group.

mg

Kommentar schreibenArtikel bewerten
  • Funktionen:
  • drucken
  • Kontakt zur Redaktion

Kommentar schreiben

Ihre persönlichen Daten:

Sicherheitsprüfung: (» neu laden)

Bitte füllen Sie alle Felder mit * aus! Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.