Formnext: 3D-Druck reif für die Serienfertigung

Trotz anhaltender Corona-Pandemie wurde die Formnext mit einem hohen Anteil internationaler Aussteller und Besucher ihrer Rolle als globaler Leitmesse der Additiven Fertigung gerecht. Foto: K-ZEITUNG

Was auf der Formnext zu sehen war bestätigt eine unabhängige Studie von Essentium: der 3D-Druck wandelt sich zum Verfahren für die Serienfertigung.

Der Wandel des 3D-Drucks vom Verfahren für Prototypen, Anschauungsmustern und Einzelstücken hin zur echten Serienfertigung geht weiter - dies belegen die vielen Neuheiten der Formnext 2021 in Frankfurt, die auch in diesem Jahr trotz anhaltender Corona-Pandemie mit einem hohen Anteil internationaler Aussteller und Besucher ihrer Rolle als globaler Leitmesse der Additiven Fertigung gerecht wurde.

Formnext zeigt viele neue Anlagen für eine additive Serienfertigung

Ein nicht mehr zu übersehender Teil der Messeneuheiten wurde ganz bewusst auf eine künftige Serienfertigung getrimmt – mit hohem Ausstoß, automatisierter Be- und Entladung, optimierter Prozesssicherheit, dem gleichzeitigen Einsatz mehrerer Druckköpfe, großen Bauräumen zu parallelen Herstellung von Produkten, und minimierten Nebenzeiten.

Dieser Eindruck deckt sich auch mit den Ergebnissen einer unabhängigen, weltweiten Studie über den aktuellen und zukünftigen Einsatz des industriellen 3D-Drucks von Essentium, die der führende Anbieter im Bereich der industriellen Additiven Fertigung im Rahmen der Formnext 2021 veröffentlicht hat. Die nun schon vierte jährliche Studie macht deutlich, dass sich der Einsatz von Additiver Fertigung in industriellem Maßstab im vergangenen Jahr bei 86 % der befragten Fertigungsunternehmen mehr als verdoppelt hat.

Wandel vom Prototyping zur Serienfertigung

Die Ergebnisse der Umfrage belegen, dass die Additive Fertigung auf dem Vormarsch ist und sich über das Prototyping hinaus zu einer wesentlichen Komponente für die Serienproduktion von Funktionsteilen entwickelt hat. Die Zahl der Unternehmen, die dazu übergegangen sind, 3D-Druck für Großserien von Hunderttausenden von Teilen zu verwenden, ist von 14 % im Jahr 2020 auf 24 % im Jahr 2021 gestiegen, und nur noch 1 % verwendet den 3D-Druck für weniger als 10 Teile – vor vier Jahren waren es noch 17 %.

Für eine additive Serienfertigung setzt Yizumi auf einen robotergeführten Extruder für Standardgranulat mit hohem Materialdurchsatz und eine automatisierte Be- und Entladung. Foto: K-ZEITUNG

Als wesentliche Gründe für die Einführung des 3D-Drucks in der Großserienproduktion nannten die teilnehmenden Unternehmen die Verbesserung der Leistungsfähigkeit von Teilen (55 %), die größere Konstruktionsfreiheit (45%), die Überwindung von Problemen in der Lieferkette (30%) und die geringeren Produktionskosten (24 %).

Wichtige Veränderungen

Wie Essentium erklärt, sind in den letzten zwei Jahren wichtige Veränderungen eingetreten, die die Einführung des 3D-Drucks für die Großserienproduktion gefördert haben. Dazu gehören laut der Studie vor allem ein gesteigertes Fachwissen über 3D-Drucktechnologie und -verfahren (47 %) und die Verbesserung des betriebswirtschaftlichen Nutzens von Additiver Fertigung (42 %). Einen wesentlichen Anteil am zunehmenden Einsatz der Additiven Fertigung in der Großserienherstellung haben die Senkung der Kosten für 3D-Druckmaterialien (40 %) und die verbesserte Skalierbarkeit der 3D-Drucktechnologie (39 %).

3D-Druck kann Produktionskosten in Milliardenhöhe einsparen

Auf der Formnext 2021 war der Wandel der Additiven Fertigung in Richtung Serienfertigung nicht zu übersehen. Foto: K-ZEITUNG

Mit einem Anteil von 96 % glaubt die große Mehrheit der Befragten, dass die Fertigungsindustrie mit der Weiterentwicklung der 3D-Drucktechnologie Produktionskosten in Milliardenhöhe einsparen könnte.

Dr. Blake Teipel, CEO von Essentium Inc., sagt dazu: „Die additive Technologie ist inzwischen so weit ausgereift, dass Hersteller auf der ganzen Welt Teile nach Bedarf digital drucken können, und zwar in einer Geschwindigkeit, einem Umfang und einer Wirtschaftlichkeit, die herkömmlichen Methoden in Frage stellen. Additive Fertigung wird die weltweite Produktion verändern und dezentralere und widerstandsfähigere Wertschöpfungsketten ermöglichen. Wir arbeiten mit unseren Kunden und Partnern zusammen, um sicherzustellen, dass sie die Vorteile dieser neuen Epoche der Fertigung nutzen können.“

Günter Kögel

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