Flexibler Cobot für Spritzgießanwendungen

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Auf der Fakuma stellt Sepro mit seinem Seprobot ein kollaboratives Robotersystem vor. Der Cobot wurde speziell für Anwendungen im Spritzgießen entwickelt.

Das Seprobot-Paket kombiniert einen 3-, 5- oder 6-achsigen Sepro-Roboter mit Schutzeinrichtung und ein vollständig integriertes Sicherheitssystem. Obwohl das System in einem geschützten Raum betrieben wird, erhalten Bediener zur Ein- und Ausgabe einen sicheren Zugang durch Öffnungen, die durch Sensoren, Lichtvorhänge oder andere Sicherheitsvorrichtungen geschützt sind. Der Roboter setzt seine Geschwindigkeit nur dann herab oder stoppt, wenn Menschen den überwachten Raum betreten und kehrt nach deren Verlassen wieder zur vollen Geschwindigkeit zurück. Laut Sepro soll der Seprobot, zwei- bis dreimal schneller arbeiten als ein üblicher kollaborativer Roboter.

Auf Anforderungen im Spritzgießen angepasst

Der Seprobot arbeitet autonom in einem halb geöffneten Bereich. Die Bediener haben Zugang zu Beschickung und Entnahme. Foto: Express/Bechlarz

Sepro konzipierte das Seprobot-Design nach detaillierter Auswertung aktueller und zukünftiger Cobot-Anwendungen im Spritzgießumfeld. Heute arbeiten fast 100 % der Roboter-Anwendungen vollautomatisch ohne menschliche Eingriffe. Nach Herstellerangaben ergab die Analyse, dass nach 2025 nur in etwa 10 % der Anwendungen vollständig kollaborative Roboter erforderlich sind. Darüber hinaus stellte das Unternehmen fest, dass weitere 40 % der Anwendungen ohne direkte Interaktion zwischen Mensch und Roboter ausgeführt werden können. Bei diesen Anwendungen wird es sich um konventionelle Roboter handeln, die autonom arbeiten, wobei die Zuführung und Entnahme der Einlegeteile ausschließlich über Peripheriegeräte erfolgt.

Seprobot ist für 50 % der Spritzgießanwendungen vorgesehen, die ein begrenztes Maß an Mensch-Roboter-Interaktion erfordern. Dies ist beispielsweise bei einer Anwendung der Fall, bei der ein menschlicher Bediener gelegentlich Komponenten oder Verbrauchsmaterialien in die Roboterarbeitszone bewegen oder Fertigteile entnehmen muss. Sensoren, Lichtvorhänge oder andere Sicherheitsvorrichtungen erkennen die Anwesenheit des Bedieners und verhindern Roboterbewegungen, die Menschen Schaden zufügen könnten.

„Das Interesse an kollaborativen Robotern wächst definitiv“, bemerkt Claude Bernard, Product Marketing Director, „und das Konzept, dass Menschen und Roboter sicher Hand in Hand arbeiten, hat etwas Zukunftsweisendes.“ Viele der heutigen Roboter verlangen jedoch von den Anwendern, dass sie zugunsten der besseren Zusammenarbeit einen Kompromiss mit geringerer Produktivität und höheren Kosten eingehen. Aus Sicherheitsgründen müssen sich Roboter, wenn sie mit Menschen arbeiten, langsamer bewegen. Sie bewältigen nicht die gleichen Nutzlasten und sind in der Regel teurer als herkömmliche, lineare oder Knickarm-Roboter.

Schutzkonzept auf konventioneller Roboterbasis

„Das Seprobot-Design basiert auf reduzierten Kosten für die Zusammenarbeit“, sagt Bernard. „Also beginnen wir mit einem konventionellen Roboter, fügen zuverlässige Plug-and-Play-Sensoren hinzu und verwenden ein gemeinsames Schutzkonzept, bei dem die Robotergeschwindigkeit maximiert wird. Es sorgt für eine Reduzierung der Geschwindigkeit bis zum Stopp, sollten menschliche Interaktionen erforderlich werden. Wir sind davon überzeugt, dass Seprobot in vielen Anwendungen die gewünschte produktivere Form der Mensch-Roboter-Zusammenarbeit realisieren wird.“

Typische Anwendungen für Seprobot sind wertschöpfende sekundäre Fertigungsvorgänge wie Prüfen, Montieren, Verpacken und ähnliche Arbeitsschritte. Seprobot ist jedoch nicht für Fertigungsabläufe vorgesehen, bei denen autonome Roboter bereits hervorragende Leistungen erbringen, wie beispielsweise bei der Teileentnahme und bei Einlegearbeiten oder bei Arbeitsschritten, die auf die Spritzteilherstellung folgen.

db

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