Ferromatik verlagert Fertigung und Montage nach Tschechien

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Der Spritzgießmaschinenhersteller Ferromatik will die gesamte Fertigung und die gesamte Montage von Malterdingen nach Tschechien verlagern. Im Rahmen dieser Restrukturierung dürften 132 von 241 Stellen in Malterdingen wegfallen.

Wie die Badische Zeitung in Ihrer Ausgabe vom 11.03.2016 berichtet, überschlugen sich im Malterdinger Werk des Spritzgießmaschinenbauers Ferromatik Milacron in den letzten Tagen die Ereignisse. Für Donnerstag 14 Uhr war eine Betriebsversammlung angesetzt. Laut Arbeitnehmervertretern sollte es lediglich darum gehen, welchen Sparbeitrag die Belegschaft zu erbringen bereit ist, um das Werk auf gesunde Beine zu stellen. Doch es kam anders.

Denis Poelman vor einer der typischen Highend-Maschinen der Produktmarke Ferromatik. Diese wird von Malterdingen aus zum Milacron-Tochterunternehmen Kortec geliefert. Kortec fertigt damit Verpackungen mit Barrierefunktion. Dieser Markt boomt laut Poelman
Foto: K-ZEITUNG

Denis Poelman, Geschäftsführer der Ferromatik Milacron GmbH, überraschte die Arbeitnehmervertreter nach deren Darstellung kurz vor der Betriebsversammlung mit dem Plan, die gesamte Fertigung und die gesamte Montage nach Tschechien verlagern zu wollen. Die Belegschaft soll nach Poelmans Restrukturierungsplan mehr als halbiert werden. 132 von 241 Stellen sollen gestrichen werden. Erhalten bleiben soll die Mehrheit der Stellen im Vertrieb, in der Technik, im Bereich Anwendungen und im Außendienst.

Wie Ferromatik Milacron betont, ist kein weiterer Standort von Milacron oder Ferromatik davon betroffen, und das Unternehmen will weiterhin eine starke Präsenz in Deutschland und in der Region um Malterdingen haben.

Betriebsratschef Mathias Rombach zeigte sich entsetzt über das Vorgehen Poelmans. "Die Beschäftigten sind stinksauer über diesen überfallartigen Kahlschlag", sagte er gegenüber der Badischen Zeitung. "Wir haben nicht jahrelang mit unserem Lohnverzicht die Firma über Wasser gehalten, um jetzt tatenlos zuzuschauen, wie unsere Arbeitsplätze abgebaut werden." Auch Thomas Bittner von der IG Metall will nach Berichten der Badischen Zeitung um die Jobs in Malterdingen kämpfen und so viel wie möglich von der Fertigung und der Montage erhalten.

gk

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