Feddersen: Polymere für nachhaltige Anwendungen

Die Feddersen-Gruppe auf der Fakuma: Diese Jahr werden hier neue Polymere und Dienstleistungen für nachhaltige Anwendungen gezeigt. Foto: Feddersen

Die Feddersen-Gruppe präsentiert auf der Fakuma 2021 zahlreiche neue Polymere und Dienstleistungen für nachhaltige Anwendungen.

Die Unternehmen der Feddersen-Gruppe warten mit einem ganzen Strauß an neuen Polymeren und Dienstleistungen auf, um Ideen und Anregungen für neue, zukunftsorientierte und nachhaltige Anwendungen zu geben. Folgende Unternehmen der Feddersen-Gruppe stellen auf eine gemeinsamen Stand aus: K.D. Feddersen, Akro-Plastic, AF-Color, Bio-Fed, Polycomp und M.Tec Engineering.

K.D. Feddersen: Polymere aus nachhaltigen Quellen

Der Kunststoff-Distributeur K.D. Feddersen hat insbesondere auch sein Angebot an Werkstoffen aus alternativen, nachhaltigen Quellen ausgebaut. Er greift dazu auf viele neue, besondere Produkte seiner Partner Celanese, Trinseo, Aurora Kunststoffe und Bio-Fed zu. Bio-Fed ist eine Zweigniederlassung der Akro-Plastic, die ebenfalls zur Feddersen-Gruppe gehört.

Das so erweiterte Portfolio umfasst zusätzliche biobasierte und biologisch abbaubare Kunststoffe ebenso wie hochwertige Recyclingwerkstoffe aus Post-Industrial als auch massebilanzierten Quellen.

Kooperation mit Ascend Performance Materials

K.D. Feddersen besiegelte zu Beginn des Jahres 2021 eine Kooperation mit Ascend Performance Materials, einem voll integrierten Hersteller von Polyamid 6.6. Die Ascend-Produktfamilien beinhalten unverstärkte, verstärkte, schlagzähmodifizierte und flammgeschützte Compounds sowieso weitere spezielle Formulierungen.

Seit März 2021 hat das Unternehmen zudem in Deutschland und Europa sein Portfolio um das Medizintypen-Sortiment der Marken Hostaform (POM), Vectra(LCP), Celanex(PBT) und Fortron (PPS) von Celanese erweitert.

Stecker aus Poketone, dem Polyketon von Hyosung Chemical. K.D. Feddersen hat sein Portfolio um diesen Kunststoff erweitert. Foto: Hyosung Chemical

Polyketon aus Südkorea

Auch die Zusammenarbeit der Feddersen-Gruppe mit dem koreanischen Unternehmen Hyosung Chemical wurde in Europa intensiviert. Seit dem Frühjahr werden alle zur Hyosung-Marke Poketone zählenden Werkstofftypen aus Polyketon von K.D. Feddersen vertrieben.

Das Thermomanagement wird bei zukünftigen Entwicklungen alternativer Antriebskonzepte an Bedeutung gewinnen. Diesbezüglich optimierte Werkstoffe, wie etwa das Hostacom EKG 2087T, ein mit 30 % Kurzglasfasern verstärktes PP- Copolymer von Lyondell Basell, zeigen zudem eine im Vergleich zu Standardtypen überragende Performance hinsichtlich der Kriechfestigkeit.

Bio-Fed: Fokus auf Biocompounds

Das in Köln ansässige Unternehmen Bio-Fed stellt ebenfalls auf dem Gemeinschaftsstand der Gruppe aus. Es setzt seinen Fokus in diesem Jahr auf seine Biocompound-Produktpalette , die für flexible und feste Anwendungen sowie für verschiedenste Fertigungsverfahren geeignet ist.

Für die Verarbeitung im Spritzguss sind aus der M·Vera-GP-Serie bereits mehrere Typen nach OK Compost Home zertifiziert. Diese sind nahezu 100 % biobasiert und eignen sich auch für Anwendungen mit Lebensmittelkontakt. Zudem gibt es zahlreiche Spritzgussmaterialien, die nach OK Compost Industrial (nach EN 13432) zertifiziert sind.

Zertifizierte Biokunststoffe, die nachweislich biologisch abbaubar sind, schonen die Umwelt. Foto: Bio-Fed

Für das Tiefziehen und die Profilextrusion hat Bio-Fed transparente sowie gefüllte Biocompounds im Angebot. Eine Zertifizierung nach OK Compost Industrial ist derzeit in Vorbereitung.

Auch für Blasformanwendungen sowie für Monofilamente (z. B. 3D-Druck) sind Werkstoffe erhältlich.

Für die Folienextrusion bieten die Kölner Biocompounds mit OK Compost Home Zertifizierung, zum Beispiel für Obst- und Gemüsebeutel. Auch spezielle bodenabbaubare Typen für Mulchfolien stehen zur Verfügung. Die zugehörige Soil-Zertifizierung nach EN 17033 von DIN Certco ist derzeit ebenfalls in Vorbereitung. Eine stetige Erweiterung des Portfolios um weitere biobasierte und bioabbaubare Produkte im Sinne der Kreislaufwirtschaft und des Green Deals ist in Arbeit.

AF-Color: Farben für die Kreislaufwirtschaft

Gemeinsam mit der AF-Color, ebenfalls eine Zweigniederlassung der Akro-Plastic, arbeitet man zudem an Farb- und Additivkonzentraten für zahlreiche Problemlösungen im Bereich der Kreislaufwirtschaft. So tragen die rußfreien Masterbatches der AF-Color IR-Produktreihe zu einer verbesserten NIR-Detektion von unterschiedlichen Kunststofftypen im Bereich der Abfallsortierung bei.

Neue hitzestabile Rezepturen ermöglichen auch für Hochtemperatur-Polymere starke, intensive Farben. Foto: AF-Color

Ebenso erarbeiten AF-Color und Bio-Fed Produkte auf der Basis biobasierter und bioabbaubarer Additive – z. B. einen Geruchsabsorber. Diese speziellen Additivmasterbatches werden, nach erfolgter Zertifizierung innerhalb der EN 13432, als AF-Eco erhältlich sein und ansonsten als Bestandteil des AF-Complex-Portfolios vertrieben.

Ferner bietet AF-Color innerhalb seines AF-Color HP-Sortiments für Hochtemperaturpolymere neue Farbnuancen für die Einfärbung von Polyamid, wie zum Beispiel ein farbstarkes Orange für E-Mobility- Anwendungen. Und eine neu entwickelte, PA-verträgliche Treibmittel-Produktreihe ermöglicht eine Vielzahl unterschiedlicher Anwendungen im Bereich Leichtbau.

Akro-Plastic: Nachhaltigen Polymer-Compounds

Nachhaltigkeit hat beim Compoundeur Akro-Plastic einen hohen Stellenwert. Auf der Fakuma 2021 werden jetzt erstmals die neuen nachhaltigen Produktreihen Akromid Next und Precite Next vorgestellt.

Ein Vertreter des Akromid-Next-Portfolios ist das teilweise biobasierte Akromid Next G auf Basis von PA69. Als dichtereduziertes „Lite“-Compound, mit einem Anteil bio-circularem PP und aufbereiteten Carbonfasern, wird Nachhaltigkeit auf ein neues Level gehoben. Durch eine Kombination mit chemischen oder physikalischen Schäumprozessen lässt sich der Leichtbaugedanke noch weiter auf die Spitze treiben. In Kombination mit guter Hydrolysebeständigkeit prädestiniert sich das Material zum Beispiel für die Kühlwasserkreisläufe zukünftiger E-Fahrzeuge.

Zertifizierungssysteme als Nachweis der Nachhaltigkeit

Zudem werden Akro-Plastic und seine Zweigniederlassungen Bio-Fed und AF-Color verschiedene Produkte nach ISCC Plus oder Redcert 2 zertifizieren lassen. „Gern möchten wir uns auf der Messe mit den Besucherinnen und Besuchern zu diesen Nachhaltigkeits-Zertifizierungssystemen austauschen“, so Thilo Stier, Leiter Vertrieb und Innovation bei Akro-Plastic.

Polyamide für 3-Druck Anwendungen

Wabenstruktur im 3D-Druck mit Spritzgießgranulat, Ober- und Unterplatte in Metall. Foto: Akro-Plastic

Mit dem Boom der additiven Fertigung (3D-Druck) entwickelt sich aktuell ein weiteres höchst interessantes Anwendungsfeld für Polyamide. Hier bietet der Compoundeur mit seinen hoch kohlenstofffaserverstärkten Compounds Materiallösungen an, die sowohl sehr gute mechanische Eigenschaften als auch eine hohe Produktionsgeschwindigkeit bei gleichzeitig höchster Chargenkonstanz bieten.

„Der 3D-Druck mit Granulat ist bereits in der Serie erprobt. Die Schnelligkeit in der Produktentwicklung und die Skalierbarkeit der additiven Fertigung wurde von Faurecia und Yizumi Germany für den Fahrdienstleister Moia umgesetzt. Mit dem für die additive Fertigung optimierten Akromid B3 ICF 30 AM (7451) wurden innerhalb kürzester Zeit Hygiene-Schutzschilde hergestellt. Natürlich erfüllt die Anwendung die anspruchsvollen Anforderungen der Automobilindustrie“, so Thilo Stier.

M.Tec: Nachhaltigkeit ins Engineering einbinden

Die ebenfalls zur Firmengruppe gehörende Ingenieurgesellschaft M.Tec Engineering baut eine KI-basierte Methode zur Verzugsoptimierung von Kunststoffbauteilen zu einer ganzen Gruppe von simulationsgestützten Entwicklungstools aus. Damit können Themen wie Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Innovation in das Engineering von Produkten und Prozessen eingebunden werden. Wie das genau funktioniert, wird dem interessierten Messepublikum vor Ort erläutert.

Nach einem Jahr Messeabstinenz freuen sich die Unternehmen der Feddersen-Gruppe auf der Fakuma 2021 ihre Geschäftspartner endlich wieder persönlich treffen zu können.

mg

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