Fakuma 2020 thematisiert wachsende Vernetzung

Back to Beiträge

Nach dem großen Erfolg in 2018 wird die Fakuma 2020 verstärkt auf die Trends Digitale Transformation und Ressourcen schonende Zukunftstechnologien eingehen.

Aufbauend auf dem Erfolg in Jahr 2018 plant das private Messeunternehmen P.E. Schall GmbH & Co. KG für die Fakuma – Internationale Fachmesse für Kunststoffverarbeitung mit Schwerpunkt Spritzgießen in Friedrichshafen – bereits für 2020 mit weiter steigender Internationalität auf allen verfügbaren Flächen. „Wir belegen seit Jahren mit 85.000 m² alle verfügbaren Hallenflächen im modernen Messezentrum Friedrichshafen“, erklärt Bettina Schall, geschäftsführende Gesellschafterin des Veranstalters.

Nicht nur Schall als Veranstalter, sondern auch die große Mehrzeit der 1933 Aussteller, die 2018 aus 40 Nationen an den Bodensee gekommen waren, werteten die Fakuma 2018 als Erfolg. Denn auch im achten Jahr in Folge verzeichnen die Hersteller von Kunststoffmaschinen weiteres Wachstum. Zwar berichteten die Spritzgießer auf ihren Wirtschaftspresse-Konferenzen unaufgeregt von einer gewissen Beruhigung des Auftragseingangs. Angesichts der längeren Lieferzeiten aufgrund von Engpässen bei Zulieferteilen, Personalmangel und fehlenden Fertigungskapazitäten kommt vielen Unternehmen die momentane Marktberuhigung aber nicht ungelegen.

Seitwärtsbewegung auf einem zuvor nie erreichten Niveau

Dr. Christoph Steger, CSO der Engel Group aus Schwertberg und Mitglied im Fakuma-Ausstellerbeirat. Foto: Engel

Dr. Christoph Steger, CSO der Engel Group aus Schwertberg und Mitglied im Fakuma-Ausstellerbeirat, sprach in diesem Zusammenhang von einer gewissen Seitwärtsbewegung, die sich allerdings auf einem nie zuvor erreichten hohen Niveau vollziehe. Die ,,etwas abgekühlte" Nachfrage verdarb demnach keinem Unternehmen während der Fakuma 2018 die gute Laune. Die Kunststoffbranche ist weiterhin auf Erfolgs- und Wachstumskurs.

Rund 47.650 Fachbesucher aus 126 Ländern reisten 2018 an den Bodensee, der Veranstalter und die Aussteller waren auch deshalb sehr zufrieden, weil die Qualität der Fachbesucher stimmte. Viele Aussteller loben die Fakuma als „echte Arbeitsmesse" für gestandene Praktiker, die sich konsequent an der Prozesskette der Kunststoffverarbeitung orientiert. „Nirgendwo sonst gelingt es, Vorstellungen, Projekte und Visionen mit Kunden konkreter zu erörtern wie am Bodensee, weshalb der Branchentreff für uns Aussteller auch klar den Status einer Ordermesse hat“, brachte es ein Spritzgießer auf den Punkt.

Überdies erfordern Digitalisierung und Vernetzung, die weiterführende Prozessintegration und Systemlösungen bei Maschinen und Peripherie einen kontinuierlichen Dialog zwischen Maschinenbauern und Kunststoff-Verarbeitern. Folgerichtig waren Globalisierung, Digitalisierung und Ressourcenschonung durch Circular Economy die beherrschenden Themen auf der Fakuma.

Vernetzung bei den Kunststoff-Verarbeitern geht weiter

Produkte und Services im Bereich Produktionstechnik sinnvoll mit lT zu verknüpfen um Ressourcen zu sparen, transparenter und flexibler zu werden und effizienter zu arbeiten, so lautete einst die Aufgabenstellung einer lndustrie-4.0-Strategie. Dass sich die Hersteller von Kunststoffverarbeitungsmaschinen hier mittlerweile deutlich weiterentwickelt haben und heute eine umfassende Digitalisierung und Vernetzung ihrer Maschinen anbieten, war auf der Fakuma durchgängig zu sehen.

Dank intelligenter Assistenzsysteme und einer weitreichenden vertikalen Integration – vom ERP bis in die Tiefen der Maschinen – sind sich selbst optimierende Lösungen keine Vision mehr. Sie sind für gewisse Aufgaben bereits zur Realität geworden und konnten auf der Fakuma 2018 bestaunt werden. Die Vernetzung ist also auch bei den Kunststoff-Verarbeitern angekommen. ,,Aber es ist noch ein weiter Weg zurückzulegen bis zur flächendeckenden Vernetzung", so ein Insider, „und wohin die Reise wirklich geht mit Industrie 4.0, IoT und Digitaler Transformation, wird sich wahrscheinlich erst wieder auf der Fakuma 2020 zeigen.“

Trotz Imageproblem immer mehr Kunststoff im Einsatz

Pöppelmann CEO Thorsten Ratzmann: "Kunststoff als vielfältig zu verarbeitendes Material ist mittlerweile in Verruf gekommen und die Kunststoffindustrie hat ein echtes Reputationsproblem.“ Foto: K-ZEITUNG/Krumbholz

Dass das derzeit eher schlechte lmage von Kunststoffen in der breiten Öffentlichkeit, hervorgerufen durch die Diskussion über die Verschmutzung der Weltmeere durch Plastikmüll, zu einer Sensibilisierung der Branche führt, sieht Bettina Schall auch als Chance. Noch deutlicher wurde Thorsten Ratzmann, CEO der Firma Pöppelmann, in seinem Statement: „Kunststoff als vielfältig zu verarbeitendes Material ist mittlerweile in Verruf gekommen und die Kunststoffindustrie hat ein echtes Reputationsproblem.“ Für viele – so scheint es auf den ersten Blick – ist Plastik zwischenzeitlich negativ besetzt und muss für die Zukunft reduziert werden

Das mag für so manchen Kunststoffverweigerer zwar eine verlockende Zielsetzung sein, jedoch – und das zeigte schon die Fakuma 2018 deutlich – ist wohl eher das Gegenteil die Realität. Für eine nachhaltigere Zukunft muss und wird immer Kunststoff eingesetzt werden. So hat der Begriff der Ressourcen schonenden Kreislaufwirtschaft oder Circular Economy in der Kunststoffindustrie längst Fuß gefasst. Und es geht nicht mehr um das ,,Ob", sondern um das „Wie".

Die Kreislaufwirtschaft ist im Kunststoffmaschinenbau angekommen

Dass die Kreislaufwirtschaft auch im Kunststoffmaschinenbau angekommen ist, war am Bodensee sichtbarer denn je. Höhere Recyclingquoten oder Effizienz-Verbesserung der Abfallwirtschaft kann nur durch Dialoge global gemeistert werden. Damit Verarbeiter zunehmend Recyclate bei der Herstellung von Kunststoffprodukten verwenden, brauchen sie sichere Materialqualitäten in ausreichender Menge. Diese aber erhält man nur, wenn ausreichend recycelbare Kunststoffabfälle gesammelt werden.

Auf der Fakuma in Friedrichshafen wurde deutlich, dass die Kunststoffindustrie hierbei selbst in der Verantwortung ist: „Wenn wir eines Tages geschlossene Kreisläufe haben wollen, müssen wir die Kräfte aller Partner in der Wertschöpfungskette bündeln. Das schließt auch die Endverbraucher mit ein. Wir müssen gemeinsam entschlossen an allen entscheidenden Schritten des Kreislaufs arbeiten. Angefangen bei der Herstellung der Produkte über die Gebrauchsphase bis hin zur Entsorgung" war von einem Recyclingexperten in Friedrichshafen zu hören. Dieses Thema wird deshalb auch 2020 wieder auf der Agenda der Fakuma stehen.

Für Ihren Terminkalender: Die 27. Fakuma findet vom 13. bis zum 17. Oktober 2020 wieder in Friedrichshafen statt.

gk

Share this post

Back to Beiträge