Fachkräfte gewinnen: SKZ Schülerlabor in Peine gestartet

Das SKZ Schülerlabor in Peine ist gestartet. Es soll dabei helfen, die Fachkräfte von morgen zu gewinnen. Jugendliche können dort einen Tag in einem Unternehmen simulieren. Foto: SKZ

Das SKZ hat sein Schülerlabor in Peine eröffnet. Es soll Jugendlichen bei der Berufsfindung helfen und gilt als Initiative für die Fachkräftegewinnung.

Mit rund eineinhalb Jahren Verzug durch die Corona-Pandemie hat das Kunststoff-Zentrum SKZ nun seine Initiative für die Fachkräftegewinnung auch in Peine gestartet und dort ein Schülerlabor eröffnet. Die ersten Besucher, Schüler im Alter zwischen 15 und 16 Jahren, waren begeistert: „Ich fand es heute sehr spannend. Es viel Spaß gemacht, die verschiedenen Aufgaben kennenzulernen, die man braucht, um ein Produkt herzustellen. Ein toller Einblick ins Arbeitsleben“ oder „Kreativ und anspruchsvoll. Mir hat die Simulation eines realen Arbeitslebens viel Spaß gemacht“, lauteten die Kommentare.   

SKZ Schülerlabor simuliert Arbeitstag

Das SKZ-Lab simuliert einen Arbeitstag in einem Unternehmen – geführt von einer Schulklasse. Die Schüler teilen sich hierzu in die sechs verschiedenen Teams bzw. Abteilungen Finanzen, Design, Forschung, Produktion, Kommunikation und Nachhaltigkeit auf. Danach haben sie den Arbeitsauftrag, in Zusammenarbeit eine Firma zu leiten und ein Produkt selbst herzustellen. Anschließen gilt es, dieses auch zu bewerben.

„In unserem Fall ist das Produkt ein Radiergummi, gefertigt mit einem Werkzeug der Firma Pelikan“, so SKZ-Standortleiterin Annette von Hörsten. „Ein Produkt für Schüler von Schülern unterstützt von einem Peiner Unternehmen – das ist gelebte Zusammenarbeit.“

Hilfe bei der Berufsfindung

Das Projekt soll Jugendlichen in der Berufsfindungsphase eine Orientierungshilfe geben. Dabei geht es nicht nur um Berufe und Studiengänge in der Kunststoffbranche, sondern auch um typische Büroberufe, wie bspw. im Einkauf, Vertrieb, Werbung, Marketing und Design. Das Schülerlabor macht die verschiedenen Berufe durch die Simulation erlebbar. Firmen aus der Region haben an den einzelnen Lab-Tagen die Gelegenheit, ihr Unternehmen und ihre Ausbildungsberufe vorzustellen.

Start durch Corona verspätet

Bereits im Februar 2020 erhielt das SKZ in Peine die offizielle Genehmigung für den Aufbau eines Schülerlabors in ihren Räumlichkeiten. Das SKZ-Lab soll für Schülerinnen und Schüler aus der Region als Berufsorientierungshilfe speziell für Mint-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) dienen. Aufgrund der Corona-Pandemie musste der Start um rund eineinhalb Jahre verschoben werden, da Schüler im Homeschooling oder Hybrid-Unterricht waren und  außerschulische Veranstaltungen gemäß Niedersächsischer Verordnung nicht erlaubt waren.

Kunststoffe für Schüler interessant machen

„Wir sehen das SKZ-Lab als ideale Möglichkeit, jungen Menschen einen differenzierten Blick auf Kunststoffe zu ermöglichen. Kunststoffe sind nicht nur Verpackungsmüll, sondern im Medizinbereich sinnvoll und unersetzlich. Gerade in der Corona-Krise wird uns das bewusst: Sterile Spritzen, Kanülen, Testpipetten und Transfusionsbeutel aus Kunststoff, um einige Beispiele zu nennen, sind mehr denn je lebensnotwendig. Es gibt keinen alternativen Werkstoff mit den erforderlichen Eigenschaften“, so von Hörsten. „Wir freuen uns auf die Arbeit mit vielen jungen Menschen und sind zuversichtlich, dass das Projekt eine Strahlkraft über die Grenzen Peines und der Region hinaus haben wird.“

Leuchtturmprojekt für die Fachkräftegewinnung

Bereits seit zehn Jahren gibt es das SKZ-Lab am Hauptstandort des Kunststoff-Zentrums in Würzburg. „Von Politik und Wirtschaft wird es als Leuchtturmprojekt hervorgehoben und bietet eine hervorragende Möglichkeit dem Fachkräftemangel speziell in Mint-Berufen entgegenzuwirken. Wir sind stolz, dieses Erfolgsmodell jetzt auch in Niedersachsen anbieten zu können“, sagt von Hörsten abschließend.

kus