Extrudierbares PPS für anspruchsvolle Leitungen

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Solvay stellte auf der Fakuma neue PPS-Typen für die Extrusion von Kühlwasserleitungen vor.

Diese extrudierbaren PPS-Typen (Polyphenylensulfid) der Marke Ryton erlauben in Kombination mit PPS-Spritzgießtypen die Fertigung ganzer  Kühlwassersbaugruppen für sehr anspruchsvolle Anwendungen aus einem Material. „Das Motor-Downsizing und immer engere Einbauverhältnisse führen zu Hotspots, die das thermische Leistungsvermögen herkömmlicher Metall/Kautschuk- und Polyamidkonstruktionen im Kühlkreislauf überfordern können“, erklärte Marc Schelles, Entwicklungsingenieur bei der Geschäftseinheit Specialty Polymers von Solvay gegenüber der K-ZEITUNG.

Andreas Lutz (l.) und Marc Schelles, beide bei Solvay Specialty Polymers, zeigten auf der Fakuma eine schlanke Kühlwasserbaugruppe, deren Leitungen, Verbindungsstücke, umspritzte und angeschweißte Halterungen aus PPS-bestehen. Foto K-ZEITUNG/Gutbrod

Solvay stellte auf der Fakuma nun eine Lösung vor: Flexible Kühlleitungen auf Basis der neuen PPS-Typen für die Extrusion zeigen hohe Schmelzefestigkeit, Chemikalienbeständigkeit und Wärmestabilität bei erhöhter Zugdehnung und Schlagzähigkeit. Die neue Extrusionsserie umfasst drei PPS-Typen, deren Steifigkeit die Anforderungen flexibler Rohre mit unterschiedlichen Wanddicken und Durchmessern erfüllen. Alle drei eignen sich auch für das nachgeordnete Thermoformen extrudierter Rohre.

Vollständig integrierte Kühlwasserbaugruppen

„Zusammen mit den komplementären PPS-Spritzgießtypen für diverse Verbindungs- und Befestigungssystemen ermöglichen sie den OEMs der Automobilindustrie die Konstruktion vollständig integrierter Kühlwasserbaugruppen auf einheitlicher Materialbasis für Motoren und Getriebe“, erläuterte Schelles. „Damit können die OEMs sperrige und teure flüssigkeitsfördernde Leitungen durch schlanke und leichte Lösungen ersetzen, die auch Verbindungsstücke, umspritzte und angeschweißte Halterungen aus PPS-Spritzgießmaterialien umfassen.“

Während einige Kraftfahrzeughersteller bereits integrierte Leichtbaulösungen aus PPS einsetzen, untersuchen andere die Möglichkeiten zur umfassenden Substitution herkömmlicher Hybrdidlösungen (Metall/Kautschuk) sowie Polyamid-Leitungen für Kühlmittel, Motor- und Getriebeöl. „Je komplexer die flüssigkeitsfördernde Leitung, umso entscheidender kann PPS dazu beitragen, Gewicht zu sparen, die Fertigung zu vereinfachen und die Montagekosten zu reduzieren“, fügte Schelles hinzu.

Damit Kraftfahrzeughersteller und Zulieferer das Potenzial und den Nutzen von PPS voll ausschöpfen können, bietet Solvay neben seiner Polymere auch diverse Unterstützung bei der Entwicklung flüssigkeitsführender Motor- und Antriebsbauteile an. „Hierzu haben wir kürzlich unser Zentrum für Anwendungsentwicklung in Bollate, Italien, erweitert“, erklärte Andreas Lutz, European Area Development Manager Automotive. „Neben Anlagen für Spritzgießtechnik unterstützt eine moderne Extrusionsausrüstung die immer anspruchsvoller werdenden Herausforderungen der OEMs in der Konstruktion und Entwicklung flüssigkeitsführender Komponenten.“

mg

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