Export von Plastikmüll ist ein großer Fehler

Andreas Schütte, CEO des Kunststoff-Verpackungsherstellers Paccor, bezeichnet den Export von Plastikmüll den größten Fehler, der jemals gemacht wurde, Foto: Paccor

Für Paccor-CEO Andreas Schütte ist der Export von Plastikmüll ein großer, prinzipieller Fehler und ein Verbot war längst überfällig.

Seit 1. Januar 2021 gelten in der EU strengere Regeln für den Export von Plastikmüll. Seitdem dürfen unsortierte oder verschmutzte Plastikgemische, die sich nicht einfach recyceln lassen, nicht mehr international gehandelt werden. Damit will die Europäische Gemeinschaft dem unkontrollierten Handel mit Plastikmüll einen Riegel vorschieben.

„Endlich“, kommentiert Andreas Schütte, CEO des Kunststoff-Verpackungsherstellers Paccor. Denn der Paccor-Vorstand wettert schon länger gegen jeden Export von Müll: „Das ist der größte Fehler, der jemals gemacht wurde“, zeigt Schütte der schlechten Angewohnheit, Plastikabfälle aus der EU zu exportieren, die rote Karte. 

Deutschland nach wie vor Europas Nummer 1 beim Export von Plastikmüll

Dabei muss sich insbesondere Deutschland angesprochen fühlen, weil die Bundesrepublik – trotz seit einigen Jahren deutlich rückläufiger Mengen – immer noch europaweit die Nr. 1 unter den Plastikmüll-Exporteuren ist. Offiziellen Zahlen zufolge wurden 2020 von hier immer noch mehr als 1 Mio. t Kunststoffabfälle in andere Länder verschickt.

Weil es zu Anfang nicht ausreichend Wiederaufbereitungskapazitäten für Grünen-Punkt-Abfall in den Gelben Säcken gab, wurde dieser in asiatische Märkte verbracht. „Das war ohne Frage ein großer, prinzipieller Fehler“, stellt der Paccor-Vorstand klar. Denn bei solchen Abfällen ist das Risiko sehr groß, dass Teile davon in den Importländern illegal in die Umwelt gelangen, nicht zuletzt, weil es dort vielfach an den notwendigen Entsorgungs-Kapazitäten und -Technologien mangelt.

Plastikmüll besser als Wertstoff nutzen

„Davon abgesehen ist Plastik als Rohstoff beziehungsweise Wertstoff viel zu wertvoll, um ihn nicht als solchen zu nutzen“, macht Schütte deutlich. Und er kann sich die Kritik an dem bisher üblichen System der Behandlung von Plastikmüll leisten: Denn die von Paccor hergestellten Produkte sind nicht nur vom technischen Stand heute schon alle recyclingfähig, das Unternehmen hat auch die Voraussetzungen dafür geschaffen, um Kunststoff aus dem Abfallaufkommen sortengerecht zu separieren und dann der Wiederverwertung zuzuführen. 

gk