Entwicklungsumgebung: Stäubli beschleunigt Roboterstart

Die Robotics Suite 2022 von Stäubli ist eine leistungsfähige Entwicklungsumgebung für die smarte Produktion. Foto: Stäubli

Mit der neuen Version der Stäubli-Entwicklungsumgebung Robotics Suite lassen sich auch komplexe Roboter- und Automatisierungsszenarien schnell realisieren.

Mit der neuen Version der Entwicklungsumgebung können Roboter-Umgebungen besser visualisiert, simuliert, validiert und umgesetzt werden. Optimierungen der Robotics Suite 2022 und zahlreiche neue Funktionen erstrecken sich über alle Anwendungsfelder – von der Konzeption, der Simulation über die Inbetriebnahme bis hin zu Produktion und Optimierung. Anwender profitieren zum Beispiel von deutlich weniger Mausklicks innerhalb der Suite – sichtbare Ergebnisse lassen sich schnell und unkompliziert generieren. Step Files können jetzt beispielsweise noch schneller via Drag & Drop importiert werden, aber auch das Positionieren wird zum Kinderspiel.

Die sogenannte Snap Replace Funktion vereinfacht den Umstieg von der statischen Konstruktionsumgebung in die dynamische Stäubli-Entwicklungsumgebung: Konstrukteure platzieren meistens im ersten Schritt statische Robotermodelle in ihre Konstruktionsentwürfe. Wird diese Konstruktionszeichnung in die Entwicklungsumgebung überführt, hilft die Snap Replace Funktion, das vorhandene statische Robotermodell durch ein dynamisches zu ersetzen. Ankerpunkte in der 3D Szene werden automatisch gefunden und zur Auswahl angeboten.

Ein integrierter Katalog für Komponenten

Die Snap-Funktion ermöglicht das einfache Positionieren von Bauteilen sowie von Roboter und Werkzeug. Foto: Stäubli

Neu ist, dass Bauteile aus einem integrierten Component-Katalog gewählt werden können. Werden Einzelteile oder Baugruppen häufiger verwendet, können Anwender diese in einer solchen Sammlung hinterlegen. Das garantiert einen schnelleren Zugriff und beschleunigt den Prozess. Das Besondere: Um auch hier schneller ans Ziel zu kommen, wird eine Komponente aus dem Component-Katalog gewählt, kann sie via Drag & Drop an die gewünschte Position im 3D-Layout gezogen werden.

Die neue Snap Funktion nutzt man zum Positionieren von Objekten (Components) oder zum simplen Bewegen des Roboters an eine gewünschte Position, ohne dazu im Vorfeld Positionsvariablen anlegen zu müssen. Ebenfalls hinzugekommen ist das Feature Position Optimizer, welches das automatische Auffinden der geeigneten Roboter-Aufstellposition zum Erreichen der gewünschten Anfahrpunkte garantiert.

Bildschirmaufzeichnung beschleunigt Validierung von Robotern

Aufgewertet wird die Robotics Suite 2022 durch die jetzt integrierte Bildschirmaufzeichnung. Durch Drücken eines Record-Buttons kann somit jeder Arbeitsschritt aufgezeichnet und im Anschluss als mp4-File an Kunden verschickt werden. So lassen sich Validierungsprozesse beschleunigen, Prozesse abstimmen und Freigaben oder Änderungswünsche zeitnah kommunizieren.

Das jetzt in der Suite integrierte Control-Panel unterstützt den Nutzer bei der Prozess- und Bewegungsoptimierung während der Simulation. Unabhängig davon, welche Anpassungen im Layout erfolgen: Die einmal angelegte Vorgabe, wie die Simulation der Roboter erfolgen soll (Betriebsart, Geschwindigkeit, auszuführende Applikation, Kollisionserkennung An oder Aus, …), reduziert drastisch den Zeitbedarf bei diesem wiederkehrenden Arbeitsschritt. Zellendesign, Roboter, Komponenten und Abläufe können so oft angepasst werden, bis Funktionalität, Kollisionsfreiheit und Interaktion fehlerfrei simuliert werden können. In Summe ermöglicht das Control Panel bessere und schnellere Ergebnisse in der Entwicklung.

Safety-Konfiguration von der Entwicklungsumgebung in die CS9 Steuerung

Der Drag-and-Drop-Import von 3D-Modellen sorgt für schnellere individuelle Zell- und Greiferkonzepte. Foto: Stäubli

Für die Inbetriebnahme ist der jetzt direkt mögliche Transfer der Sicherheitskonfiguration zwischen der Robotics Suite 2022 und der CS9 Steuerung von Vorteil. Mussten Roboterprogrammierer früher über mehrere, teils aufwendige Zwischenschritte die Safety Konfiguration in die Robotersteuerung einspielen, ist jetzt eine direkte Übertragung aus der Entwicklungsumgebung Standard.

Grundlage für viele dieser neuen Möglichkeiten ist die neue leistungsfähige 3D-Engine, die Stäubli in Zusammenarbeit mit Spatial, einer Abteilung von Dassault Systèmes, entwickelt hat. Sie garantiert eine realitätsnahe Darstellung, wie sie bisher eher im B2C- und Gaming-Sektor zu finden ist. Ruckelfreie 3D-Darstellungen – auch bei Simulation umfangreicher Linien – werden bis ins kleinste Detail mit hoher Auflösung angezeigt und erleichtern die Arbeit.

Die Interoperabilitäts-, Modellierungs- und Visualisierungs-SDKs von Spatial lassen sich problemlos integrieren, um eine höhere Leistung zu erzielen und die Arbeit zu erleichtern. Wenn besondere Anpassungen erforderlich waren, um den Workflow mit den Komponenten von Spatial zu vervollständigen, wurden die Experten von Spatial mit der Aufgabe betraut, die notwendigen Verbesserungen vorzunehmen, sodass sich das Stäubli-Team weiterhin auf sein Spezialgebiet konzentrieren konnte.

sk