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Engel: Umsatz explodiert im letzten Geschäftsjahr

Engel – hier das Werk in St. Valentin – hat den Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr deutlich gesteigert. Foto: Engel

Engel hat im vergangenen Geschäftsjahr den Umsatz um 36 % auf 1,5 Mrd. EUR gesteigert; dabei hat sich der deutsche Markt wieder als Lokomotive erwiesen.

Mit der satten Umsatzsteigerung im Geschäftsjahr 2021/22, das am 31. März endete, hat der österreichische Spritzgießmaschinenbauer fast das Rekordniveau des Jahres 2018/19 erreicht. Damals standen 1,6 Mrd. EUR zu Buche. „Wir sehen erneut eine V-förmige steile Erholung der Märkte. Der Umsatz hätte sogar noch eine Spur höher ausfallen können, wenn die Probleme in den Lieferketten nicht gewesen wäre“, berichtete CEO Dr. Stefan Engleder, auf einer Pressekonferenz. „Der Auftragsstand ist sehr gut. Wir sind bis in den Spätherbst ausgelastet. Dass wir die Automobilkrise und die Pandemie so gut überstanden haben, zeigt, wie widerstandsfähig unser Unternehmen ist.“

Als Gründe für die Resilienz nennt Engleder die hohe Flexibilität aufgrund des globalen Produktionsnetzwerks, die kontinuierlichen Investitionen in die weltweiten Standorte sowie die hohe Innovationskraft. Auch während der zurückliegenden schwierigen Zeit hatte Engel sowohl an den Entwicklungszielen als auch Investitionsvorhaben festgehalten. Mit der Eröffnung des neuen Kundentechnikums im Großmaschinenwerk St. Valentin im Frühjahr 2022 hat das Unternehmen das größte Investitionsprogramm in seiner Geschichte abgeschlossen. Insgesamt wurden über die vergangenen Jahre mehr als 375 Mio. EUR in den Ausbau und die Modernisierung der weltweiten Produktionswerke investiert.

Die Hälfte des Umsatzes wieder in Europa

50 % des Umsatzes erwirtschaftete die Engel Gruppe im vergangenen Geschäftsjahr in Europa, 27 % in Amerika und 21 % in Asien. Damit hat sich auch die Umsatzverteilung wieder dem Bild von vor der Automobilkrise und Corona-Pandemie angepasst. Der europäische Anteil war im Jahr zuvor auf einen historischen Tiefstwert von 45 % zurückgegangen. Westeuropa verbuchte ein besonders erfolgreiches Jahr 2021/22. Der Auftragseingang lag deutlich über den Erwartungen. „Es war nicht abzusehen, dass sich die Region so schnell von den Auswirkungen der Automobil- und Coronakrise erholt“, so Engleder.

Engel-CEO Dr. Stefan Engleder: „Es war nicht abzusehen, dass sich Europa so schnell von den Auswirkungen der Automobil- und Coronakrise erholt.“ Foto: Engel

Deutschland ist nach wie vor der größte Einzelmarkt, der laut Engleder zudem besonders technologiegetrieben ist. „Die Lokomotive Deutschland ist zurück“, freute sich der CEO. Dabei hat die Automobilbranche wieder zu alter Stärke zurückgefunden. Elektromobilität und autonomes Fahren seien Wachstums- und Innovationstreiber. „Beide Entwicklungen bringen neue Anwendungen für Polymere mit sich und erfordern zum Teil völlig neue Technologien“, so Engleder. Darüber hinaus drängt auch diese Branche auf den zunehmende Einsatz von Recyclingmaterialien.

Auch der italienische Markt boomt: Hier hat Engel so viel umgesetzt wie noch nie. Osteuropa lief im Jahr 2021/22 insgesamt gut, obwohl hier die Automobilindustrie noch nicht wieder auf dem Vorkrisenniveau angekommen ist. „Die Unsicherheiten durch den Ukraine-Krieg sind hier zu spüren“, so Engleder. Bei neuen Projekten geht es vor allem um die Modernisierung der Maschinenbasis mit dem Ziel, durch energieeffizientere und leistungsstärkere Maschinen eine höhere Profitabilität zu erreichen.

Automobil erneut Wachstumstreiber in China

In China hat Engel „trotz der Lockdowns wieder ein starkes Wachstum verzeichnet“, so Engleder. Die Automobilindustrie war der stärkste Wachstumstreiber. Verantwortlich dafür sind neue Elektroautos mit zahlreichen neuen Marktteilnehmern. Aber auch bestehende Kunden tragen zum Erfolg der Business Unit Automotive in Asien bei, unter anderem durch Erweiterungen der Produktionskapazitäten. „Zugleich trübt die Zero-Covid-Politik der chinesischen Regierung die Perspektive. Viele Lieferketten sind unterbrochen und zahlreiche Betriebe mussten aufgrund des Lockdowns ihre Kapazität runterfahren“, sagte Engleder. „Die gesamte Supply-Chain-Situation in China ist sehr angespannt.“ Das Großmaschinenwerk von Engel in Shanghai war ebenfalls vom Lockdown betroffen, produziert aber seit rund drei Wochen wieder.

Boom in Südostasien im vergangenen Geschäftsjahr

Von den Covid-Maßnahmen in China profitiert Südostasien: Die Region rückt für Neuinvestitionen als Alternative zu China in den Fokus der Investoren. Bereits im Geschäftsjahr 2021/22 verbuchte Engel hier ein deutliches Wachstum, vor allem im Bereich Automobil. Nachgefragt werden in Südostasien verstärkt integrierte Systemlösungen. Zum einen helfen Turn-Key-Lösungen das in vielen Betrieben fehlende Prozess-Know-how zu ersetzen, zum anderen verschaffen sich die verarbeitenden Unternehmen damit einen Vorteil gegenüber anderen asiatischen oder auch europäischen Mitbewerbern.

Die E-Mobilität sorgte auch für ein überdurchschnittliches von Engel in Nordamerika einschließlich Mexiko. Das Unternehmen profitiert vom anhaltenden Reshoring-Trend, der auch das Wachstum im Bereich Medical treibt. Sehr gute Aussichten sieht Engel in dieser Region im Bereich Packaging. Hier spiegeln die jüngsten Projekte klar die Trends zu mehr Nachhaltigkeit und den Veränderungen im Design von Verpackungen wider. Verstärkt nachgefragt werden vollelektrische Energiesparlösungen für die Hochleistungsproduktion von Verschlüssen und Dünnwandbehältern sowie Anlagen für die Coinjektion mit Rezyklat für die Eimerproduktion.

Mit seinem Fast-Track-Programm hat Engel auf den in Nordamerika besonders großen Bedarf nach schnell verfügbaren Maschinen reagiert und kann auch damit viele Projekte für sich entscheiden.

sk

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