Engel pusht digitale Produkte und Services

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Engel forciert die Entwicklung digitaler Produkte und Services, die Spritzgießunternehmen während des gesamten Produktlebenszyklus unterstützen.

„Wir adressieren mit digitalen Produkten und Services den gesamten Produktlebenszyklus“, sagte Dr. Stefan Engleder, CEO der Engel Gruppe, in der Keynote während der ersten Live E-Xperience seines Unternehmens Mitte Oktober. „Das heißt, wir begleiten unsere Kunden zunehmend von der Designphase über die Produktionsphase bis hin zum Recycling am End-of-life. Darauf richten wir unser Inject-4.0-Programm in der weiteren Entwicklung konsequent aus. Wir sehen die Krise als Chance, unsere digitalen Lösungen mit aller Kraft voranzutreiben.“

Bereits heute unterstützt der österreichische Maschinenbauer seine Kunden mit zahlreichen etablierten und in der Praxis bewährten digitalen Lösungen dabei, Effizienz- und Qualitätspotenziale entlang des gesamten Wertstroms auszuschöpfen. „Wir haben schon sehr viele Lösungen im Inject-4.0-Programm, da kann man leicht den Überblick verlieren kann“, gestand der Unternehmenschef – um dann das Portfolio vorzustellen.

Digitale Produkte und Services für die Designphase

Für die Designphase eines Spritzgießbauteils stellt Engel mit Sim Link die Simulationssoftware Moldflow von Autodesk auf der Spritzießmaschine zur Verfügung. Das heißt, Moldflow-Simulationsergebnisse können in die CC300 Steuerung der Engel-Spritzgießmaschine sowie Prozess- und Messdaten aus der Maschine zurück in die Simulation übertragen werden. „Damit können sich Unternehmen Simlationsschleifen für Optimierungen sparen und letztlich schneller ein Bauteildesign erstellen. Außerdem landen damit die Ergebnisse der Simulationsexperten tatsächlich auf der Spritzgießmaschine – was heute nicht immer der Fall ist“, so Engleder.

Beim Einfahren der Maschine hilft die intelligente Software IQ Clamp Control, die optimale Schließkraft per Knopfdruck zu ermitteln. Engleder zeigte während seiner Keynote Beispiele für Bauteile, die auf verschiedenen Spritzgießmaschinen gefertigt wurden. „Zwischen 25 und 36 Prozent Schließkraft lassen sich mit IQ Clamp Control einsparen, wie die Erfahrungen zeigen. Dadurch können eventuell sogar kleinere Maschinen zum Einsatz kommen“, betonte er.

Neue Dienstleistung Performance Boost

Um die Prozesse während der Designphase noch weiter zu optimieren, hat Engel zur Live E-Xperience, an der mehrere tausend Teilnehmer aus 90 Ländern teilnahmen, eine neue Remote-Dienstleistung gestartet: „Mit Performance Boost bieten wir unseren Kunden Support zur Prozessoptimierung über eine Hotline mit erfahrenen Anwendungstechnikern“, erklärte Engleder. Voraussetzung ist die Buchung eines Dienstleistungspakets und die Nutzung von E-Connect 24, damit sich die Engel-Anwendungstechniker auf die Maschine aufschalten können.

Für die Produktionsphase stellte Engleder insgesamt sieben digitale Optimierungslösungen vor – angefangen beim MES-System Authentig für die Produktionsplanung über IQ Weight Control und IQ Process Observer für die Prozessstabilität bis hin zum Predictive-Maintanance-System E-Connect Monitor für die Instandhaltung.

50 Prozent weniger Ausschuss mit IQ Weight Control

IQ Weight Control ist laut Engleder heute bei rund 4000 Spritzgießmaschinen installiert und sorgt dabei für eine höhere Qualität der produzierten Teile. „Bei einem Hochpräzisionsbauteil für einen Rasierer von Braun wurden mit IQ Weight Control 50 Prozent weniger Ausschuss produziert“, so Engleder. „Hinzu kommen Kosteneinsparungen beim Overhead wie etwa der Qualitätssicherung.“

Gute Ergebnisse erzielen Kunden außerdem mit IQ Process Observer, einem KI-System, das rund 2000 Parameter in der Spritzgießmaschien beobachtet und mit der Referenzkurve abgleicht. Es handelt sich also um ein selbstlernendes System, das als Edge Device an der Maschine sitzt. Engleder: „Über die Zeit trainiert sich das Machine-Learning-Expertensystem immer mehr Wissen an. Doch der Maschinenbediener erhält letztlich nur die für den Prozess wirklich notwendigen Hinweise sowie Vorschläge, was er tun, um den Prozess zu verbessern.“

Sabine Koll

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