Engel erwartet weiteren Wachstumsschub aus USA

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Auf der NPE2018 in Orlando, Florida, präsentiert sich der Spritzgießmaschinenbauer und Systemlöser mit Stammsitz in Österreich in bester Stimmung. "Wir gehen davon aus, dass die NPE dem Wachstumstrend weiteren Schub verleiht", so Dr. Stefan Engleder, CEO der Engel Gruppe, zu Beginn der Messe. Die USA gehören zusammen mit Kanada und Mexico zu den wichtigsten Absatzregionen von Engel, und auch Südamerika zieht an.

In Nordamerika beflügeln vor allem das gute Konsumklima und die Rückbesinnung auf die Produktion im eigenen Land die Kunststoffindustrie. "Unsere Kunden investieren in die Mo-dernisierung ihrer Maschinenparks sowie in neue Technologien, die ihnen einen Wettbe-werbsvorsprung verschaffen", berichtet Mark Sankovitch, President Engel Machinery Inc. mit Sitz in York, PA. "Im Fokus stehen eine höhere Effizienz und Wirtschaftlichkeit der Ferti-gungsprozesse sowie eine höhere Produktqualität."

Der Anteil an integrierten Systemlösungen, die inklusive Prozesstechnologien, Automatisie-rung und immer öfter Industrie-4.0-Intelligenz geliefert werden, steigt an. Neben den wach-senden Anforderungen an die Effizienz und Qualität spiegelt sich darin ein weiterer Trend wider: der zunehmende Fachkräftemangel. "Als Systemlöser unterstützen wir unsere Kunden dabei, auch komplexe Prozesse einfach und sicher zu beherrschen", so Sankovitch.

"Industrie 4.0 ist für Sankowitch dabei ein wichtiger Schlüssel: "Auf der NPE demonstrieren wir, wie zum Beispiel intelligente Assistenzsysteme, die vorausschauende Instandhaltung oder Online-Support dazu beitragen, das Potenzial des Fertigungsequipments auszuschöpfen, ohne dass sich die Maschinenbediener zusätzliches Expertenwissen aneignen müssen. Die Bedienung der Maschinen und Anlagen auch bei zunehmender Komplexität der Prozesse einfach zu halten, ist eine zentrale Anforderung, die die Zusammenarbeit zwischen uns als Zulieferer und den Kunststoffverarbeitern verändert. Wir werden immer stärker zum Partner über den gesamten Lebenszyklus der Maschinen und Anlagen und haben dafür über die letzten Jahre die notwendigen Strukturen geschaffen und unsere Teams verstärkt."

Aktuell beschäftigt Engel in Nordamerika 210 Mitarbeiter, rund 25 % mehr als vor einem Jahr, und für das laufende Geschäftsjahr ist ein ähnlich starkes personelles Wachstum geplant. Die neuen Stellen sind unter anderem im After-Sales-Service, in der Anwendungstechnik, im Automatisierungszentrum und in den Business Units angesiedelt. Für die Branchen Automotive, Technical Moulding, Teletronics, Packaging und Medical beschäftigt Engel jeweils eigene Teams – und das nicht nur am Stammsitz in Österreich.

Vor drei Jahren installierte Engel auch in Amerika eine Business-Unit-Struktur mit regionalen Business-Unit-Leitern und vertieft seither vor Ort kontinuierlich sein Branchen-Know-how. "Das Feedback unserer Kunden ist sehr gut und die jüngsten Erfolge bestätigen, dass wir genau den richtigen Weg eingeschlagen haben", sagt Dr. Christoph Steger, CSO der Engel Gruppe. "Dank der Business Units können wir auch in Amerika sehr schnell und flexibel auf die Anforderungen und Wünsche unserer Kunden in den unterschiedlichen Branchen reagie-ren und sie beim Lösen ihrer ganz individuellen Herausforderungen noch zielgerichteter un-terstützen."

Automotive ist und bleibt stärkster Wachstumstreiber in Nordamerika

Auf die Branchen bezogen ist Automotive in Nordamerika der stärkste Wachstumstreiber und wird dies voraussichtlich bleiben, so die Einschätzung der Engel Manager. "Die Elektromobi-lität und das autonome Fahren stellen die Branche vor neue Herausforderungen, die sich nur durch den intelligenten Einsatz kunststoffbasierter Materialien und innovativer Verarbei-tungsverfahren werden lösen lassen", sagt Stefan Engleder. "Kunststoffe sind per se ein Leichtbauwerkstoff, und das Spritzgießen ist die ideale Technologie, Leichtbau mit Kosteneffizienz zu kombinieren."

Engel-CEO Dr. Stefan Engleder: amp;quot;Wir gehen davon aus, dass die NPE dem Wachstumstrend weiteren Schub verleiht. amp;quot;

In seinem 2012 in Österreich gegründeten Technologiezentrum für Leichtbau-Composites entwickelt Engel gemeinsam mit Partnerunternehmen und Universitäten innovative Verfah-ren, die den Einsatz von Faserverbundwerkstoffen in der automobilen Großserie ermögli-chen. Von HP-RTM und SMC über die Verarbeitung von thermoplastischen Halbzeugen wie Organoblechen und Tapes bis hin zu reaktiven Technologien wie In-situ-Polymerisation (T-RTM) befassen sich die Leichtbau-Experten von Engel mit allen derzeit zukunftsweisenden Technologien. Während der NPE stellt Engel serienreife Fertigungskonzepte vor und gewährt Einblicke in laufende Entwicklungsprojekte. Dabei wird deutlich, dass nicht nur die Au-tomobilhersteller, sondern auch die Consumer-Electronic-Industrie sowie Verarbeiter im Be-reich Technischer Spritzguss zunehmend Composite-Technologien für die Entwicklung neuer Produkte nutzen.

Der Trend zum autonomen Fahren manifestiert sich in der Spritzgießindustrie durch völlig neue Anforderungen an die Innenraumgestaltung. Der Wohlfühlfaktor gewinnt an Bedeutung; Bedienelemente befinden sich zukünftig an verschiedenen Stellen und fügen sich unauffällig in das Oberflächendesign. Transparente Materialien, kapazitive Elektronik und Touch-Funktionen rücken damit ins Visier.

Zu den weiteren Wachstumstreibern gehört der Bereich Automotive Lighting. "Wir haben in jüngster Zeit mehrere Spritzgießmaschinen für die Herstellung von Scheinwerferlinsen aus Flüssigsilikon (LSR) sowie für die integrierte Mehrkomponentenproduktion von Scheinwer-fergehäusen mit bis zu drei Materialkomponenten geliefert", berichtet Sankovitch.

Medizintechnik wächst mit LSR

LSR gewinnt in Nordamerika generell an Bedeutung. Auch in der Medizintechnik verbucht das Elastomer wachsende Marktanteile. Vielfach wird LSR in Mehrkomponentenprozessen in Kombination mit thermoplastischen Materialien verarbeitet. Engel liefert hierfür Mehrkom-ponentenspritzgießmaschinen, und diese mit zunehmend größeren Schließkräften. Zur Stei-gerung der Fertigungseffizienz werden für die Produktion medizintechnischer Verbrauchsar-tikel immer mehr Vielkavitätenwerkzeuge eingesetzt.

In der Verpackungsindustrie führt die demografische Entwicklung mit einer zunehmenden Zahl an Einpersonenhaushalten zu einer steigenden Nachfrage nach kleineren Verpa-ckungseinheiten. Gleichzeitig wird eine größere Produktvarianz erwartet, was höhere Anfor-derungen an die Flexibilität der Verarbeitungsmaschinen und Fertigungszellen stellt.

Mexiko boomt und fordert immer höhere Qualität

Engel de Mexico mit Sitz in Querétaro berichtet zur NPE 2018 vom besten Geschäftsjahr in der Geschichte des Standorts. Auch dort ist die Automobilindustrie der Wachstumsmotor Nummer 1. Die ersten von Engel nach Amerika gelieferten Maschinen für den integrierten Faserverbundleichtbau stehen in Mexiko.

Im abgeschlossenen Geschäftsjahr haben zudem die Elektronik- und die Medizintechnikin-dustrie einen großen Beitrag zum sehr guten Ergebnis von Engel de Mexico geleistet. Für das zukünftige Geschäft eröffnen sich zusätzlich in den Bereichen Weiße Ware, Bau und Verpackung neue Potenziale. "Die Qualitätsanforderungen in Mexiko sind über die letzten Jahre massiv gestiegen", berichtet Steger. "Die Automatisierung der Spritzgießprozesse ist inzwischen Standard. Mit Industrie 4.0 festigt die mexikanische Industrie jetzt ihre Position als High-Quality-Produktionsstandort."

Brasilien mit starkem Auftragseingang wieder auf Kurs

In Brasilien, dem größten Markt Südamerikas, hat sich im Geschäftsjahr 2017/18 nach zwei schwierigen Jahren die wirtschaftliche Situation entspannt, was sich bei Engel do Brasil in São Paulo in einem starken Auftragseingang niederschlug. "Wir haben in Brasilien unser Umsatzziel 2017/18 deutlich übertroffen", sagt Steger. Dazu haben vor allem große Aufträge aus der Verpackungsindustrie beigetragen. Auch für das neue Geschäftsjahr 2018/19 ver-spricht Packaging viel Potenzial. Nachgefragt werden insbesondere große, vollelektrische Spritzgießmaschinen. " Mit der e-motion Baureihe, die auch im Bereich großer Schließkräfte eine sehr hohe Leistung mit einem besonders niedrigen Energieverbrauch vereint, halten wir einen Wettbewerbsvorteil", sagt Steger.

gk

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