Automotive 11.12.2017 3 Bewertung(en) Rating

Ein neues Konzept für den Innenraum

Bertrandt und die SGL Group haben mit dem Technologieträger "Carbon Carrier" ein neuartiges und integriertes Konzept für innovative Innenraumstrukturen auf Basis von Verbundwerkstoffen entwickelt.

 - Das Projektteam des Carbon Carrier (v.l.): Christoph Loy (SGL), Andreas Erber (SGL), Andreas Wüllner (SGL), Michael Hage (Bertrandt), Bastian Leder (Bertrandt), Klaus Gerst (Bertrandt) , Frank Preller (Bertrandt), Benjamin Wagner (Bertrandt).
Das Projektteam des Carbon Carrier (v.l.): Christoph Loy (SGL), Andreas Erber (SGL), Andreas Wüllner (SGL), Michael Hage (Bertrandt), Bastian Leder (Bertrandt), Klaus Gerst (Bertrandt) , Frank Preller (Bertrandt), Benjamin Wagner (Bertrandt).
Bertrandt

Im Bereich Leichtbau spielen carbonfaserverstärkte Kunststoffe (CFK) eine wichtige Rolle. Bertrandt und die SGL Group haben ihr komplementäres Wissen gebündelt, um die Leistungsfähigkeit dieser Werkstoffgruppe zu demonstrieren. Ziel war es, einen großserienfähigen Technologieträger zu entwickeln, der neue Konfigurations- beziehungsweise Designmöglichkeiten für den Innenraum eines Fahrzeugs bietet.

Michel Hage, Fachbereichsleiter Entwicklung Karosserie / CAE bei Bertrandt, erläutert das Projekt: "Wir haben eine gewichtsoptimierte Trägerstruktur entwickelt, welche in einem Elektrofahrzeug die geänderten Kraft- und Lastpfade abbildet. Zudem setzen wir beim Carbon Carrier auf eine optimale Kosten-Nutzen-Bilanz für die Anwendung des Materials durch die Integration weiterer Funktionen, wie eines Luftkanals  oder eines Design-Features."

Dabei wurde schon in der Konzeption auf eine mögliche Umsetzung in der Großserie geachtet – nicht zuletzt auf eine kostengünstige Fertigung: "Sicherlich waren die Auswahl und der Einsatz des Fertigungsverfahrens mit dem größtmöglichen Anspruch an die Bauteil-Performance eine Herausforderung für uns. Im Vordergrund stand stets die gezielte Prüfung des Materialeinsatzes, um die Kostensituation für diesen Anwendungsfall zu minimieren. Hier konnten wir durch die langjährigen Erfahrungen beider Unternehmen – jedes auf seinem Gebiet – eine gute integrative Lösung finden."

Sichtcarbon als Designelement

 Als Basis diente ein von Bertrandt intern erstellter, OEM-neutraler Karosserie-Entwurf. Auf diesem wurde ein funktionales Package-Modell für den vorderen Fahrzeug-Innenraum eines Cabriolets beziehungsweise Coupés mit elektrischem Antrieb entwickelt. Das Modell beinhaltet alle wichtigen Funktions- und Verkleidungsteile einer klassischen Instrumententafel. Zudem wurde der Technologieträger um eine neu entwickelte Designsprache erweitert. So sollen für den Fahrer zentrale Lastpfade sichtbar und CFK-Elemente erlebbar gemacht werden. Auch die Strukturbauteile wurden neu gestaltet. Sie verleihen dem Interieur einen freien, leichten und schwebenden Eindruck.

"Bei der Entwicklung des Carbon Carriers wurde darauf geachtet, dass die eingesetzten Bauteile, Technologien und Montage-Konzepte bereits heute oder in naher Zukunft großserienfähig sind. Besonders beim Elektroauto bedeutet weniger Gewicht mehr Reichweite", sagt Michael Hage.

Gebündeltes Know-How

Die größte Herausforderung bei der Entwicklung sei es gewesen, für jedes komplexe Bauteil die optimale Konfiguration aus Matrix- und Faserwerkstoff, Faserlänge, -anteil und -orientierung, Lagenaufbau und Prozesstechnik zu finden, die die verschiedenen Anforderungen erfüllt. Bestandteil des Karosserie-Entwurfs ist ebenfalls die Definition eines neutralen Montageträgers. Die SGL Group brachte hier neben ihrer Material-und Prozesskompetenz insbesondere ihre Bauteilerfahrung in der Großserie mit ein.

 - Der Technologieträger ist ein Beispiel für den modernen Materialmix im Automobil.
Der Technologieträger ist ein Beispiel für den modernen Materialmix im Automobil.
Bertrandt

In ihrem Lightweight and Application Center (LAC), in dem Leichtbau-Lösungen für die Großserie entstehen, wurde der optimale Materialmix sowie die Fertigungstechnik für den Carbon Carrier entwickelt. "In den Carbon Carrier ist das gebündelte Know-how von Bertrandt und der SGL Group entlang des kompletten Produktentwicklungsprozesses – von der Konzeptphase über die Konstruktion bis hin zur automatisierten Großvolumenfertigung – eingeflossen," berichtet Dr. Andreas Erber, Leiter des Lightweight and Application Centers der SGL Group.

Mit dem Technologieträger stellen die Projektpartner dar, wie neuartige Strukturen in modernen Fahrzeugkonzepten zukünftig aufgebaut sein könnten. Das erarbeitete Know-how wird sowohl in weiteren gemeinsamen Projekten als auch in zukünftigen Kundenprojekten von Bertrandt und der SGL Group zum Einsatz kommen.

pl

Kommentar schreibenArtikel bewerten
  • Funktionen:
  • drucken
  • Kontakt zur Redaktion

Kommentar schreiben

Ihre persönlichen Daten:

Sicherheitsprüfung: (» neu laden)

Bitte füllen Sie alle Felder mit * aus! Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.