Ein Duroplast in der Spritzgießmaschine

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Der rumänische Leuchtenhersteller Elba fertigt für Renault, Dacia und Skoda Reflektoren aus BMC (Bulk Molded Compound) – und nutzt dabei die Polyset-Technologie von Krauss Maffei. Mit ihr lassen sich Duroplaste im Spritzgießen verarbeiten.

Bei BMC handelt es sich um einen bewährten Werkstoff, der bis zu 80 % mineralische Füllstoffe aufnehmen kann, um die gewünschten mechanischen Eigenschaften zu erreichen. Im Falle der Reflektoren sind es Glasfasern mit 4 bis 6 mm Länge, die beigemischt werden. Da BMC nicht rieselfähig ist, stellt es spezielle Anforderungen an das Maschinenequipment, vor allem an die Materialzufuhr.

Elba entschied sich deshalb für ein Gesamtpaket von Krauss Maffei: Eine CX-Spritzgießmaschine mit 4200 kN Schließkraft, automatischer Zuführeinheit AZ 100 und dem Materialaufzug Polylift, der die Beladung mit dem BMC ohne körperliche Anstrengung und Zyklusunterbrechung ermöglicht.

„Für uns war es wichtig, dass alle Komponenten aufeinander abgestimmt sind, und wir nur einen Ansprechpartner haben“, betont Nicolae Motateanu, Direktor der Automotive-Sparte von Elba. „Verglichen mit den früheren BMC-Maschinen erleben wir nun eine konstantere Wiederholgenauigkeit und geringere Ausschussraten.“

Da die Vernetzungsreaktion bei BMC durch Wärme ausgelöst wird, ist die Temperaturführung des Prozesses anders als beim Spritzgießen mit Thermoplasten. In der Plastifiziereinheit hält man das Duroplast auf etwa 25 bis 40 °C, während das Werkzeug mit 155 bis 175 °C gefahren wird. Die Polyset-Maschine verfügt deshalb standardmäßig über 8 x 7,0 kW Heizleistung für die Werkzeugheizung und der Plastifizierzylinder ist eine Kombination von Kühlkanälen und Kühlmantel. Die Anbindung ans Werkzeug erfolgt über wassergekühlte Tauchdüsen, die den Materialverbrauch verringern und die Zykluszeiten verkürzen.

Die Plastifiziereinheit – das Herzstück der Maschine – wurde eigens für das Verfahren entwickelt. Die Schnecke bietet auch unter den abrasiven Bedingungen eines hohen Füllstoffanteils im Material lange Standzeiten und wurde konsequent auf Faserschonung hin optimiert. Eine mechanische Rückdrehsperre sorgt für das exakte Halten der Schneckenposition und eine speziell für BMC ausgelegte Rückstromsperre verhindert den unerwünschten Materialrückfluss. Das Gesamtergebnis ist ein sehr stabiles Schussgewicht.

Wollen Sie mehr über die Anwendung darüber erfahren? Dann lesen Sie die komplette Story in K-PRAXIS Spritzgießen in der K-ZEITUNG 4/2017.

sk

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