E-Rennwagen und Rettung aus der PA66-Misere

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Auf der Fakuma war richtig was los auf dem Barlog-Messestand. Nicht nur ein E-Rennauto und PBT als PA66-Ersatz waren der Grund.

Rasant ging es zu auf dem Barlog-Stand der diesjährigen Fakuma – so viel steht fest. Einer der Gründe: Ein Rennwagen in Formel 1-Optik, samt Flatscreen und Computer wohl einer der coolsten Fahrsimulatoren. die man derzeit unter den Gasfuß kriegen kann – und daher nicht umsonst heiß umlagert auf der Messe.

Compounds für die E-Mobilität

Dabei war das Objekt der Begierde viel mehr als ein simpler Spielhallen-Kracher – sondern tatsächlich ein echtes Rennfahrzeug. Gebaut von Studenten der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg für eine weltweite Elektroauto-Challenge. „Wir sponsern dieses Team schon seit einiger Zeit“, erklärt Peter Barlog, Chef bei Barlog Plastics, „und durften deshalb das Modell der 2015er Saison ausstellen. Nur für die Vitrine fanden wir das aber zu schade. Darum haben die Studenten es zu einem tollen Fahrsimulator umgerüstet.“ Allerdings nicht nur, damit Barlogs Kunden Spaß haben: Mit diesem Elektro-Renner kann Barlog viel mehr: nämlich zwanglos das Thema Elektromobilität visualisieren. „Das ist für uns als Anbieter hochentwickelter technischer Kunststoffe sehr wichtig.“ Denn maßgeschneiderte Compounds würden in der E-Mobilität eine immer bedeutendere Rolle spielen. „Außerdem sind all diese Fahrzeuge Unikate. Damit thematisieren wir zugleich die Arbeit unserer Unternehmensschwester Bahsys, die sich auf den wirtschaftlichen Prototypenbau spezialisiert hat.“

Aber das Stichwort „rasant“ wurde nicht nur von diesem umgebauten E-Rennwagen transportiert. Tatsächlich verlief die Fakuma für das Barlog-Team 2018 auch im Blick auf die Besucherzahlen angemessen sportlich. Während anderswo von einem recht zufriedenstellenden Ergebnis auf dem Niveau des vergangenen Jahres die Rede war, konnte Barlogs Messeteam noch einen draufsetzen: „Wir sind sehr zufrieden. Für uns lief diese Messe eindeutig besser als die letzte“, so der Kunststoff-Experte Barlog aus Overath.

PPS – mehr als ein PA66-Ersatz

Als treibende Kraft hinter dem Andrang hat man am Barlog-Stand die Suche nach brauchbaren Ersatzmaterialien für PA66 erkannt. „Der PA66-Markt hat sich von den Force-Majeure Meldungen der Vergangenheit noch nicht erholt. Die Versorgung ist weiterhin lückenhaft – und das weltweit. Das bedeutet natürlich: steigende Preise“, so Peter Barlog. Und er geht davon aus, dass die Versorgungslage noch eine ganze Weile zumindest problematisch bleibt. Der Grund: Derzeit decken gerade einmal fünf Anbieter rund 80 % der weltweiten Produktionskapazität ab. Diese nicht eben wettbewerbsfreundliche Marktkonzentration schafft natürlich Besorgnisse und spült Anbietern, die vernünftige PA66-Alternativen in Petto haben, derzeit Interessenten zu.

Türgrifftäger im Detail, gefertigt aus Kebater PBT als Drop-In-Ersatz für PA66. Foto: Barlog

Darunter ist Barlog Plastics mit dem thermoplatischen Polyester Kebater PBT, einem ausgesprochen leistungsfähigen Arbeitspferd, das sogar mehr ist als ein bloßer PA66-Ersatz. Kebater PBT läuft diesem Polyamid nicht nur in Sachen Dimensionsstabilität den Rang ab; auch im Blick auf die hohe Steifigkeit bei Temperaturen bis 80 °C sowie die drastisch geringere Feuchtigkeitsaufnahme präsentiert es sich als überlegener Polyamid-Konkurrent. Durch die im Vergleich zu PA66 höhere Kristallisationsgeschwindigkeit von Kebater PBT eröffnen sich obendrein neue Potenziale in der Zykluszeitoptimierung des Spritzgussprozesses.

Trotz dieser Highlights zeichnet sich der Werkstoff durch ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aus. „Es ist ein idealer Werkstoff für Strukturbauteile, Stecker und Elektronikkomponenten und empfiehlt sich durch die ähnliche Schwindung oft sogar als Drop-In-Lösung für PA66“, so Peter Barlog. Das belegten auch Anwendungsbeispiele – etwa bei einem renommierten Automobil-OEM, der glasfaserverstärktes PA 66 in einem Türgriffträger durch Kebater PBT ersetzt hat.

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