Unternehmen 14.11.2017 0 Bewertung(en) Rating

DSM stärkt Additive Fertigung

DSM hat sich als Hersteller von Werkstoffen für die additiven Fertigungsverfahren Stereolithografie und Digital Light Processing etabliert. Mit der neuen integrierten Geschäftseinheit "DSM Additive Manufacturing" will das Unternehmen jetzt aber seine Aktivitäten deutlich ausbauen und künftig auch Werkstofflösungen für Fused Filament Fabrication, Selektives Lasersintern, Multi Jet Fusion, 3D-Tintenstrahldruck und Binder Jetting anbieten.

Die neue kundenzentrierte Organisation von DSM stützt sich auf die Erfahrung und Fachkompetenz aller bestehenden Materialgeschäftseinheiten des Unternehmens und vereint eine weitreichende Kenntnis marktsegmentspezifischer Anwendungen mit solidem Know-how in sämtlichen polymeren Verfahrensplattformen zur Additiven Fertigung.

 - DSM bietet bereits verschiedene Materialien für die Additive Fertigung an, will den Markt jetzt aber noch viel intensiver bearbeiten.
DSM bietet bereits verschiedene Materialien für die Additive Fertigung an, will den Markt jetzt aber noch viel intensiver bearbeiten.
DSM

Mit seinen neuen Lösungen zur Additiven Fertigung wird sich DSM zunächst auf vier spezifische Marktbereiche konzentrieren: Medizintechnik, Transportmittel, Bekleidung sowie Werkzeuge & Elektronik – allesamt an vorderster Front der Fertigungsindustrie und mit starkem Bekenntnis zum Additive Manufacturing (AM). Das Ziel ist, Kunden dabei zu unterstützen, genau die richtigen Materialien und Produktionssysteme für ihre jeweiligen Anwendungen zu finden.

"Dank Somos verfügen wir über ein tiefgreifendes Verständnis wichtiger Segmente und Endkundenanforderungen im AM-Markt", sagt Hugo da Silva, Vizepräsident Additive Manufacturing bei DSM. "Wir werden auch künftig bedeutende Innovationen im Bereich der SLA- und DLP-Materialien einführen. Doch das ist nur ein Teil des Ganzen. Wir sind entschlossen, die gesamte AM-Technologie zu umfassen."

"Aktuell erfährt Fused Filament Fabrication großen Zuspruch, und DSM bietet ein wachsendes Sortiment an Materialien für dieses Verfahren, einschließlich Novamid Polyamide und Arnitel thermoplastische Elastomere. Wir wollen jedoch sehr viel weiter gehen und unsere Innovationsanstrengungen – gestützt auf Technologiepartnerschaften und industrielle Zusammenarbeit – auf die Entwicklung neuer Lösungen für SLS, Multi Jet Fusion, 3D-Tintenstrahldruck und Binder Jetting ausweiten. Außerdem werden wir uns mit neuen disruptiven AM-Verfahren beschäftigen, sobald sie reif dafür sind, um über das breiteste Lösungsportfolio der Branche zu verfügen", so da Silva.

Einen integralen Bestandteil der künftigen AM-Strategie von DSM bildet das, was im Unternehmen als ‚ökosystemischer‘ Ansatz bezeichnet wird. Partnerschaften und Kooperationen als Grundlage der neuen Organisation ermöglichen DSM, seinen Kunden eine offene und flexible Infrastruktur bereitzustellen. "Anwendungsgerechte Materialien und Verfahren sind für die beschleunigte Durchsetzung des 3D-Drucks in der Fertigung entscheidend. Kooperationen mit industriellen Partnern werden dazu beitragen, dass immer mehr Anwendungen von den enormen Vorteilen der AM-Technologie profitieren", fügt da Silva hinzu.

"Die Additive Fertigung entwickelt sich rasch von einem Technologie für den Prototypenbau am Rand der Fertigung zu einer Kerndisziplin, die großen Industrieunternehmen und letztendlich bis hin zum Endanwender einen realen Mehrwert und wirtschaftlichen Nutzen bietet", so da Silva weiter. "Maßgeschneiderte Anwendungen und Serienanwendungen mit kleinen Stückzahlen sind bereits Realität, und wir müssen uns mit dem Markt weiterentwickeln und reifen, um neue, disruptive Geschäftsmodelle abzubilden und die sich wandelnden Kundenerwartungen zu erfüllen. SLA hat bei uns Tradition, doch wir sind nun in der Lage, alle Polymerdrucktechniken abzudecken und in allen Bereichen zu liefen. Worauf es ankommt, ist der jeweils beste Kundennutzen."

 - Der GT86 von TMG ist mit 3D-gedruckten Bauteilen aus dem SLA-Werkstoff Somos ausgerüstet, darunter ein Wasserbehälter und ein Bremsflüssigkeitseinlass.
Der GT86 von TMG ist mit 3D-gedruckten Bauteilen aus dem SLA-Werkstoff Somos ausgerüstet, darunter ein Wasserbehälter und ein Bremsflüssigkeitseinlass.
DSM

DSM pflegt bereits mehrere Kooperationen im Ökosystem der Additiven Fertigung, wie die kürzlich mit der Toyota Motorsport GmbH (TMG), einer 100-prozentigen Tochter der Toyota Motor Corporation vereinbarten, technologischen Rahmenpartnerschaft ‚One DSM‘. Die Vereinbarung erstreckt sich auf alle DSM-Geschäftseinheiten, die der Automobilindustrie Werkstoffe und Technologie liefern, einschließlich Somos, Engineering Plastics und auch Dyneema mit deren ultrahochmolekularen Polyethylenfasern.

DSM hat außerdem das HP Multi Jet Fusion Materials Development Kit erworben, um die Entwicklung von Pulvern für den Fusing Jet 3D-Druck von HP voranzutreiben. Darüber hinaus ist eine Zusammenarbeit mit HP in der Materialentwicklung und Markteinführung innovativer Lösungen geplant.

Im Mittelpunkt der Präsentation auf der Formnext 2017 stehen drei Werkstoffe:

  • Somos Taurus  für Anwendungen im Motorraum. Somos Taurus ist laut DSM das erste SLA-Material, das thermische Beständigkeit, mechanische Festigkeit und Schlagzähigkeit auf einem Niveau vereint, das bisher nur von Materialien für AM-Verfahren wie Fused Deposition Modeling (FDM) und SLS erreicht wurde.
  • Novamid ID 1030-KS ist das erste Material für FDM/FFF mit UL 94 V-0-Einstufung, was die Serienfertigung UL-zertifizierter FFF/FDM-Teile in kleinen Stückzahlen für Industrieanwendungen ermöglicht. Typische Beispiel sind Sicherungskästen, Niederspannungsschaltgeräte, Elektronik- und andere Gehäuse sowie Vorschaltgeräte und Steckverbinder.
  • Arnitel ID 2060-HT bietet eine ausgezeichnete Kombination von hoher Wärmebeständigkeit (Dauergebrauchstemperatur 150 °C), Chemikalienbeständigkeit auch gegen Kondensate aus der Abgasrückführung (AGR) und mechanische Eigenschaften für anspruchsvolle Kfz-Teile unter der Motorhaube, wie heiße und kalte Ladeluftleitungen. Arnitel ID 2060-HT lässt sich leicht verarbeiten und problemlos schweißen. Dieses neue Filament kann nach Überzeugung von DSM die Entwicklungszeit derartiger Motorbauteile signifikant reduzieren.

gk

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