DIN berät Medizintechnik-Neulinge in Coronavirus-Krise

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Unternehmen, die in die Produktion medizinischer Ausrüstung für den Kampf gegen das Coronavirus einsteigen wollen, berät DIN kostenlos.

Das Deutsche Institut für Normung (DIN) ergänzt sein Angebot an kostenlosen Normen für medizinische Ausrüstung um kostenfreie Beratungsangebote für Unternehmen, die ihre Produktlinien umstellen wollen, um die in der Coronavirus-Pandemie benötigten Produkte kurzfristig herzustellen.

Auf der Dialogplattform DIN-One stehen Experten aus der Praxis, die an der Erstellung der Normen beteiligt waren, Unternehmen bei Fragestellungen zum Inhalt der Normen Rede und Antwort. Zudem hat DIN eine kostenlose Webinar-Reihe gestartet, in der die Anwendung ausgewählter Normen erläutert und Fragen an den Referenten gestellt werden können. Den Startschuss gab ein Webinar zur Norm DIN EN 149 zu Schutzmasken am 23. April 2020. Weitere Webinare bereitet DIN derzeit vor.

Ziel ist es, die Anwendung von Normen zu fördern. Der Einsatz von Normen kann dabei unterstützen, die Sicherheit von medizinischen Geräten und persönlicher Schutzausrüstung zu gewährleisten und gerade neuen Herstellern bei der Produktion praktische Hilfestellung geben.

Viele Normen stehen kostenlos zur Verfügung

Bereits Ende März 2020 hatte DIN in Absprache mit der Europäischen Kommission und mit Unterstützung der europäischen Normungsorganisationen CEN und CENELEC sowie der internationalen Normungsorganisation ISO eine Reihe von Normen für Medizinprodukte und persönliche Schutzausrüstung kostenlos zur Verfügung gestellt. Bisher wurden die Normen bereits mehr als 70.000 Mal heruntergeladen.

Mangel an Schutzmasken, die gegen das Coronavirus schützen

Damit wollen die Organisationen dem wachsenden Mangel an Schutzmasken, -handschuhen und weiteren Produkten begegnen, mit dem viele europäische Länder derzeit zu kämpfen haben. Die Normen richten sich rein an professionelle Anwender.

Thierry Breton, Europäischer Kommissar für den Binnenmarkt, begrüßt die Initiative: „In unserem Kampf gegen das Coronavirus müssen wir mit Dringlichkeit, Solidarität und in koordinierter Weise handeln. Wir brauchen mutige und innovative Wege, um die Ausrüstung zu produzieren, die wir so dringend benötigen. Ich möchte Hersteller darin bestärken, die Möglichkeiten für eine Ausweitung und Umstellung ihrer Produktion zu prüfen und so den positiven Beispielen von Textil- und Schuhfabrikanten zu folgen, die damit begonnen haben, Masken und Kittel zu produzieren.“

ISO will nachziehen

„Normen sind ausgesprochen wichtig, um die Sicherheit von medizinischen Geräten und persönlicher Schutzausrüstung zu gewährleisten und Herstellern bei der Produktion Hilfestellung zu geben“, ergänzt Rüdiger Marquardt, Mitglied des Vorstands bei DIN.

Darüber hinaus wird auch die internationale Normungsorganisation ISO relevante Standards für medizinische Ausrüstung zur Verfügung stellen. Bis auf weiteres werden die Normen in der aktuellen Version kostenfrei zur Verfügung gestellt. Diese Normen beschreiben wesentliche Anforderungen an Filtermasken, medizinische Handschuhe und Schutzkleidung.

sk

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