Digitalisierung für kleine Spritzgießer

Back to Beiträge

Boy überrascht auf der Fakuma mit dem neuen, großen Spritzgießautomat 125 E und dem neuen Remote Service.

„Auf Wunsch vieler Kunden haben wir mit dem 125 E eine Maschine konstruiert, die statt der bisherigen lichten Weite von 430 mm zwischen den Holmen 470 mm aufweist“, erklärt Thomas Breiden, Marketingleiter bei Boy. Darüber hinaus wurde der maximale Plattenabstand serienmäßig auf 825 mm erweitert. „Damit haben Kunden nun mehr Platz zur Verfügung, zum Beispiel bei dem Einsatz von Drehtellern oder größeren, komplexen Werkzeugen.“ Auf die Frage, ob Boy in Zukunft auch noch größere Maschinen anbieten wolle, stellte Breiden indes klar, dass dies sicher nicht der Fall sein werde: „Dann müssten wir das gesamte Maschinenkonzept ändern. Das wäre nicht nur einfach eine neue Maschinengröße für uns, sondern ein Quantensprung. Außerdem müssten wir dafür neue Produktionskapazitäten aufbauen.“

Auch das Thema Digitalisierung fokussiert der Maschinenbauer aus Neustadt-Fernthal. „Aber anders als unsere Wettbewerber wollen wir die Digitalisierung für kleine und mittlere Spritzgießbetriebe praktikabel machen“, so Alfred Schiffer, Geschäftsführender Gesellschafter von Boy. „Digitalisierung muss für die Kunden auch ohne hochspezialisierte IT-Leute umsetzbar sein.“

Remote Service mit mobiler Videokonferenz

Deshalb setzt das Unternehmen bei seinem neuen Boy Remote Service (BRS) auf mobile Videokonferenzen, smarte Ferndiagnose und interaktiven Support. Über ein Smartphone und über eine per WebRTC-Protokoll gesicherte Internetplattform ist es möglich, Live-Bilder von der Kundenmaschine online mit der Servicezentrale in Neustadt-Fernthal zu teilen. Über ein Headset erfolgt die verbale Kommunikation des Bedieners vor Ort mit der Boy-Servicezentrale. Die Experten schauen quasi vor Ort über die Schulter des Betrachters auf die Spritzgießmaschine und ermöglichen so eine geführte Unterstützung des Kunden. Alternativ kann der Kunde auch eine Datenbrille nutzen.

Der Kunde bekommt von der Servicezentrale einen kostenpflichtigen Link auf sein Smartphone gesendet. Mittels einer verschlüsselten Internetverbindung werden die realen Bilder der Smartphone-Kamera in die Service-Zentrale von Boy übertragen. So kann der Kunde auch ohne den Einsatz eines Servicetechnikers beispielsweise Probleme bei der Teileproduktion bildlich dokumentieren und bekommt per Sprachausgabe über sein eigenes Smartphone eine direkte Unterstützung durch einen Hotline-Spezialisten.

„Das Beseitigen von Einstellungsproblemen, die direkte Fehler- oder Schadensermittlung und das schnelle Bestellen der erforderlichen Ersatzteile werden mit dem Remote Service auf ein Minimum an Zeitaufwand reduziert“, erklärt Schiffer.

Abgerechnet wird dieser Online-Support je nach Dauer über einen bereits festgelegten Stundensatz. Wartezeiten bis zum Eintreffen des Servicetechnikers, der dann mit seinen Dienstleistungen beginnt, lassen sich so minimieren. Zudem könnte der Einsatz des Boy-Mitarbeiters lediglich auf die Fehlerbeseitigung oder Einbau von Ersatzteilen reduziert werden, wenn die Schadensermittlung zuvor online über den BRS vom Kunden vorgenommen wurde.

sk

Share this post

Back to Beiträge