Digitalisierung des Trocknungsprozesses

Der Touchscreen ermöglicht die vollständige Automatisierung vieler Routinefunktionen wie Auto-Start, Auto-Stopp und dynamische Trocknung, die auf die Daten der Wiegezelle zurückgreift, um die Trocknungsrate automatisch an die Prozessrate anzupassen. Foto: Maguire

Die Maguire Ultra-Trockner katapultieren den Trocknungsprozess ins Zeitalter der Digitalisierung.

Seit der ersten Markteinführung des Maguire Vakuumtrockners im Jahr 2000 wurden mehrere Generationen für Kunststoffverarbeiter entwickelt und jetzt zeigt das Unternehmen die Vorteile der Digitalisierung des Trocknungsprozesses. Verarbeiter profitieren laut Maguire von schnelleren Trocknungszeiten und Trocknungsmanagement auf höchstem Niveau sowie der Kontrolle über den gesamten Trocknungsprozess.

Vorteile der Vakuumtrocknung gegenüber Molekularsiebtrocknern

Das patentierte Vakuumdesign (jüngste Patent-Nr. 10751918, erteilt im Jahr 2020) bietet dem Bediener die Möglichkeit, Materialien durch Vakuum zu trocknen statt durch trockene Luft, wie es bei Molekularsiebtrocknern der Fall ist. Sowohl Molekularsiebtrockner- als auch Vakuumsysteme verwenden Hitze, um das Kunstharz zu erwärmen. Der Maguire Ultra-Trockner bedient sich jedoch einer Niedrigenergie-Venturidüse, die ein hohes Vakuum auf dem erhitzten Harz erzeugt. Der dadurch entstehende Druck- und Temperaturunterschied setzt die Feuchtigkeit aus dem Material frei. Dieses schnelle, fortschrittliche und effiziente Verfahren beansprucht im Vergleich zu Molekularsiebtrocknerlösungen nur einen Bruchteil der Zeit. Ein Molekularsiebtrocknerprozess beruht auf trockener Luft mit Taupunktüberwachung und erfordert einen konstant durch einen großen Trocknungstrichter zirkulierenden Luftstrom. Dieses Verfahren kann 4 bis 6 h dauern, während der Ultra dasselbe Trocknungsergebnis in weniger als 60 min erreicht. Dank diesem Vakuumdesign ist ein Austausch von Molekularsieben alle 12 bis 18 Monate nicht mehr erforderlich.

Intelligenter Trocknungsprozess

Mit Maguire Ultra-Trocknern kann der Bediener jeden einzelnen Schritt im Trocknungsprozess überwachen und steuern. Dies ermöglicht die Prozessoptimierung über den gesamten Trocknungszyklus hinweg. Mithilfe von Wiegezellen und der erweiterten Steuerung kann der Bediener die Hitze durch ESL (Energiesparkontrolle im Heiztrichter) überwachen und reduzieren, innerhalb weniger Minuten ein hohes Vakuum erzeugen, mit der Möglichkeit, das Vakuum abzuschalten und zu halten (in der Vakuumkammer), und den Materialverbrauch in Echtzeit und bei Bedarf überwachen und anpassen (im Vorratstrichter). Durch aktive Überwachung des Vakuumprozesses und des Materialgewichts in der Vakuumkammer, trocknet das System nur, was erforderlich ist. Zudem wird das Gewicht im Materialvorratstrichter überwacht, sodass neues Material nur dann freigegeben wird, wenn es durch den Prozess angefordert wird.

Aufgrund der aktiven Steuerung des digitalisierten Ultra-Trocknungsprozesses ist der Bediener bei vielen Trocknungsvorgängen nicht mehr von der Interaktion mit dem Trockner abhängig. Foto: Maguire

So digitalisiert Ultra den Trocknungsprozess

Anhand all dieser Prozessdaten kann das System automatisch Anpassungen vornehmen, die sich auf den Prozess auswirken. Durch die Sicherheitsfunktionen beim Start überwacht die Ultra-Software kontinuierlich wichtige Trocknungsparameter wie Heizung und Vakuum und gibt aktiv einen Alarm aus, wenn diese Parameter nicht ordnungsgemäß erfüllt werden. Der Bediener erhält damit wertvolle Informationen. Dank dieser intelligenten Bedienelemente wird auch eine Trocknung nach Bedarf möglich. Das System wird automatisch an den Bedarf des Trockners angepasst und verfügt über Funktionen wie den Energiesparmodus für das Aufheizen, die Freigabe von neuem Material für den Prozess bei Bedarf sowie intelligente Funktionen, die ein automatisches Anhalten des Prozesses ermöglichen, um den Trockner bei Leerlauf abzuschalten. Das spart Energie (bis zu 90 % gegenüber anderen Trocknungsmethoden) und Zeit und ist kontinuierlich überwachbar. Durch die Digitalisierung des Verfahrens kann jedes Granulat aktiv überwacht und gesteuert werden. Die Daten lassen sich komfortabel auf dem Touchscreen anzeigen, und die Details des genauen Betriebsprozesses werden in Echtzeit protokolliert. Dadurch erhält der Bediener genaue Informationen darüber, wie die Materialtrocknung erfolgt ist. Darüber hinaus können die gesamten Daten zur Integration in ein beliebiges ERP-System oder ein anderes Prozesskontrollsystem exportiert werden.

Vorteile der Digitalisierung

Aufgrund der aktiven Steuerung des Ultra-Trocknungsprozesses ist der Bediener bei vielen Trocknungsvorgängen, die in der Vergangenheit manuell überprüft, überwacht oder geplant werden mussten, nicht mehr von der Interaktion mit dem Trockner abhängig – das spart Produktionszeit und sorgt laut Maguire für einen reaktionsschnelleren Prozess. „Wissen ist Macht, und mit dem Steuerungssystem des Ultra bieten wir dem Bediener Informationen darüber, was mit jedem einzelnen Granulat im System geschieht“, so Frank Kavanaugh, Vice President Marketing und Vertrieb. „Die Digitalisierung des gesamten Prozesses ermöglicht die Kopplung der Regulierung der Trocknungsrate direkt an die Prozessrate. Dadurch erhält der Bediener die größtmögliche Flexibilität, einen Start oder eine Abschaltung für einen bestimmten Tag und zu einer bestimmten Uhrzeit zu programmieren. Dank Energieeinsparungen, kürzeren Trocknungszeiten, weniger Abfall und schnellem Materialwechsel schafft der Ultra einen einzigartigen Mehrwert für Kunststoffverarbeiter.“

ak

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