Digitalisierung der Extrusion minimiert Ausschuss

Einfache Digitalisierung: Das von Enlyze entwickelte Edge-Device Spark kann sich mit den verschiedensten Datenquellen verbinden, um für die Analyse und die Minimierung des Ausschusses benötigten Daten zu sammeln und in die Cloud zu übertragen. Foto: Enlyze

Eine Komplettlösung von Enlyze zur Digitalisierung der Kunststoffextrusion kann durch Analyse der Prozess- und Qualitätsdaten den Ausschuss reduzieren.

Das Start-Up Enlyze, eine Ausgründung der RWTH Aachen, hat eine risikoarme Komplettlösung zur Digitalisierung der Extrusion entwickelt, die in Echtzeit die Prozessdaten der Maschinen auslesen, analysieren und damit den Ausschuss reduzieren kann.

Typischerweise gehen heute in der deutschen Kunststoffbranche 2 bis 5 % der Produktion als Produktionsabfall verloren und die Anlagen laufen mit suboptimaler Performance. Grund: Da viele Anlagen noch nicht digitalisiert sind, kann das Anlageverhalten nur sehr eingeschränkt überprüft werden. Daher sind die Produktivität der Anlagen sowie die Profitabilität einzelner Fertigungsaufträge stark von den individuellen Erfahrungswerten der Werker abhängig.

Weniger Ausschuss – höhere Effektivität und Produktivität

Genau hier setzt die von Enlyze entwickelte Digitalisierungslösung für die Kunststoffproduktion an, mit der Produzenten den Produktionsabfall vermindern und die Effektivität erhöhen können. Erste positive Erfahrungen liegen bereits vor, denn wie Enlyze versichert, konnten die Kunden mit der Technologie bereits Produktivitätssteigerungen von etwa 5 % erzielen. Außerdem hilft die Analyse bei der Prozessstabilisierung bei der Verarbeitung neuer Materialien, sodass beispielsweise Recyclinganteile erhöht werden können.

Ziel: Produktion mit Extrusionsanlagen revolutionieren

Für die nächsten Jahre hat sich Enlyze jetzt das ehrgeizige Ziel gesetzt, die Produktion mit Extrusionsanlagen zu revolutionieren. Das Potenzial ist groß, denn der Bedarf an Digitalisierungslösungen für die Produktion ist gewaltig. Dennoch zögern derzeit noch viele Produzenten. Wie Enlyze erklärt, ist der Status quo für die Digitalisierung derzeit, dass Produzenten sich die verschiedenen technischen Komponenten nach dem Baukastenprinzip von verschiedenen Anbietern zusammenstellen müssen.

Die Herausforderungen liegen hier insbesondere in der Konnektivität zu den unterschiedlichen Anlagen und der Abstimmung der Schnittstellen zwischen den Komponenten. Eine Komplettlösung von der Integration bis zur Visualisierung und Analyse ist bislang noch nicht auf dem Markt gewesen. Erschwerend kommt hinzu, dass die derzeit angebotenen Lösungen mit 10.000 bis 30.000 EUR Anfangsinvest und vielen Anforderungen, insbesondere an die Unternehmens-IT, ein hohes Risiko für die Produzenten darstellen.

Risikoarme Komplettlösung für die Digitalisierung

Das Startup Enlyze hat nun eine risikoarme Komplettlösung für die Digitalisierung entwickelt, bei der die Produzenten nicht selbst für die IT-Infrastruktur und die Spezialisten sorgen müssen, sondern alles – von der Integration bis zur Auswertungssoftware – aus einer Hand kommt. Da es sich um eine Cloud-Lösung handelt, kann Enlyze insbesondere die IT-Infrastruktur mit anbieten. Außerdem entwickelt sich das Produkt kontinuierlich weiter, sodass regelmäßig neue Analysefunktionen für die Nutzer freigeschaltet werden. Vor allen Dingen fällt aber auch das hohe Anfangsinvestment bei der Integration und damit das Kostenrisiko für die Produzenten weg: Die Zahlung fällt monatlich an und kann flexibel wieder beendet werden.

Alle relevanten Datenquellen sind an das System anschließbar

Die Prozessdaten liest Enlyze durch passende Schnittstellen direkt an den Maschinen aus. Dazu kann sich das von Enlyze entwickelte Edge-Device Spark mit den verschiedensten Datenquellen der jeweiligen Fertigung verbinden – unabhängig von Anlagenhersteller oder Maschinenprotokoll. Egal ob Maschinensteuerungen (SPS), externe Sensorik oder weitere installierte Regler – alle relevanten Datenquellen sind an das System anschließbar. Und sollte ein passender Konnektor für eine Schnittstelle aktuell noch nicht im Portfolio vorhanden sein, verspricht Enlyze, dass das hauseigene Entwicklungsteam diesen schnell bereitstellen wird. Nach Erfahrung von Enlyze können mithilfe der Digitalisierungslösung im Durchschnitt 5 % der Abfälle reduziert werden. Zudem lassen sich mit der Enlyze-Lösung auch technisch anspruchsvollere Verfahren bei der Rezyklat-Beimischung verbessern.

Ausgründung aus der RWTH Aachen

Das auf Kunststoffextrusion spezialisierte Start-Up Enlyze ist eine Ausgründung aus der RWTH Aachen, erst drei Jahre alt und beschäftigt inzwischen 20 Mitarbeiter. Die ersten zwei Jahre verbrachte das Unternehmen damit, die Technologien für die flexible Digitalisierung historisch gewachsener  Anlagenparks zu entwickeln. Inzwischen stellt Enlyze die Digitalisierung einer Anlage innerhalb weniger Stunden bereit - ohne, dass der Betrieb dabei unterbrochen werden muss.

2020 startete dann der Vertrieb der Digitalisierungslösung und trotz  der Pandemieeinschränkungen konnte Enlyze bereits zehn Kunden für sich gewinnen; fünf weitere sollen bis zum Ende des Jahres noch dazukommen.

gk

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