Digitaler Marktplatz erleichtert Rezyklatnutzung

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Als digitaler Marktplatz für Rezyklate und Kunststoffabfälle schafft Cirplus die Voraussetzungen für eine echte Kreislaufwirtschaft von Kunststoffen.

Mit seinem digitalen Marktplatz erleichtert das Dezember 2018 gegründete Unternehmen Cirplus die Beschaffung von Rezyklaten, erhöht die Versorgungssicherheit und senkt gleichzeitig die Transaktionskosten – ein Angebot, dass mit dem Beschluss der EU-Kunststoffsteuer auf große Resonanz stoßen dürfte.

Denn ab 1. Januar 2021 soll in der EU die neue Kunststoffsteuer auf nicht-recycelbare Kunststoffverpackungen in Kraft treten. Konkret wird eine Tonne unrecycelter Verpackungsabfälle mit 800 EUR besteuert.

Dass die EU-Mitgliedsstaaten diese Steuer auf die Unternehmen der Kunststoff- und Recyclingindustrie umlegen, steht nun europaweit im Raum – wie genau ist noch unklar. Sollte die Neuware teurer werden und somit verstärkt Anreize für besseres Recycling geschaffen werden, bleibt für Unternehmen die Frage: Wie heute schon auf das Morgen vorbereiten? Cirplus bietet mit seinem globalen Marktplatz ideale Voraussetzungen für die Kunststoffindustrie, um sich den Mega-Trends Digitalisierung und Nachhaltigkeit zu stellen.

Übergang zur Nachhaltigkeit meistern

Über 380 Kunden, darunter Deiss, Greiner AG, Nehlsen Stoffstrom Management GmbH und Voelker Spezialprodukte GmbH, nutzen bereits die Plattform. Wie Cirplus erklärt, kann das Unternehmen aktuell ein Handelsvolumen von über 500.000 t an Kunststoffabfällen, Rezyklaten und Compounds vorweisen.

Geschäftsführer Christian Schiller ordnet die aktuelle Entwicklung so ein: „Anbieter von Rezyklaten für Downcycling-Anwendungen stellen seit Beginn der Corona-Krise vermehrt Angebote auf Cirplus ein. Hier schlägt der Verfall des Ölpreises voll auf den Markt durch, denn bestehende Abnehmer wechseln zur deutlich günstigeren Neuware. Unser digitaler Vertriebskanal unterstützt die Anbieter in dieser schwierigen Marktsituation auf der Suche nach neuen Absatzmöglichkeiten.“

Hingegen bleibt die Nachfrage nach höherwertigen Rezyklaten, insbesondere aus der Verpackungsindustrie, konstant bis leicht steigend. Auf der Suche nach geeigneten Mengen und Qualitäten bietet Cirplus auch hier die digitale Vernetzung bei weiter steigendem Angebot – wenngleich die regelmäßige Verfügbarkeit hochwertiger Rezyklate und Kunststoffabfälle eine besondere Herausforderung für mehr Nachhaltigkeit in der Kunststoffbranche bleibt.

Die aktuellen Zahlen und ein starker Zuwachs an Plattformnutzern sprechen dennoch eine deutliche Sprache: „Trotz Corona bleibt das Thema Rezyklateeinsatz in der Kunststoffindustrie von großer Relevanz“, prognostiziert Schiller. So konnte mit Nehlsen zuletzt ein großer Branchenplayer als weiterer Pilotpartner gewonnen werden.

Digitaler Marktplatz kann Transaktionskosten senken

„Die Digitalisierung bietet hier enormes Potenzial, die Transaktionskosten für Kunststoffabfälle und recycelte Kunststoffe zu senken, vom Handel, Zertifizierung und Materialprüfung bis zum Logistikmanagement. Die in kürzester Zeit von Cirplus entwickelte Plattform ist in der Form einzigartig. Wir freuen uns daher, Cirplus beim weiteren Aufbau als Pilotpartner zu unterstützen und den Zugang zu dieser Plattform einem noch größeren Nutzerkreis zu ermöglichen“, so Benjamin Kreie, Geschäftsführer von Nehlsen.

Auch die Stiftung der Firma Röchling bekennt sich zu Cirplus: „Die gemeinnützige Röchling Stiftung setzt sich fördernd und operativ für eine zukunftsorientierte Kreislaufführung von Kunststoffen ein. Cirplus ermöglicht es der Industrie, den Kreislauf zu schließen, indem die Recycling- und Kunststoffindustrie auf einer  Plattform zusammenkommen. Eine wirkliche Circular Plastics Economy setzt einen transparenten und einfach zu bedienenden Markt voraus. Dazu leistet Cirplus einen entscheidenden Beitrag“, so Uwe Amrhein, Stiftungsmanager Röchling-Stiftung.

Zu Beginn des Aufbaus von Cirplus fanden die Gründer einen intransparenten, fragmentierten und margenschwachen Reyzklatemarkt vor, ohne echte Qualitätsstandards für recycelte Kunststoffe. In diese Bresche ist Cirplus nun gesprungen, engagiert sich zudem als Mitglied des Fachausschuss NA 054-03-03 („Kunststoffe in der Kreislaufwirtschaft“) beim Deutschen Institut für Normung und hat inzwischen die DIN Spec 91446 initiiert (Arbeitstitel: „Standards für den (internetbasierten) Handel mit Kunststoffabfällen und Rezyklaten“).

Ziel: Menge an Kunststoffmüll, die in die Umwelt gelangt, auf null reduzieren

Volkan Bilici und Christian Schiller, Gründer und Geschäftsführer von Cirplus. Foto: Frank Beer

Seit Ende 2018 entwickelt das Hamburger Start-up den unabhängigen, digitalen Marktplatz für recycelte Kunststoffe und Kunststoffabfälle, auf dem Kunststoffverarbeiter weltweit mit geeigneten Anbietern aus der Recycling- und Entsorgungswirtschaft handeln können. Mittels digitaler und technischer Expertise verfolgen die Cirplus-Gründer Christian Schiller und Volkan Bilici das Ziel, die Menge an Kunststoffmüll, die in die Umwelt gelangt, auf null zu reduzieren.

Cirplus ist im Rahmen des Talent-Accelerator-Programms von Entrepreneur First entstanden. Zudem ist Cirplus eines von nur 16 Unternehmen in Deutschland, das von der Start-up-Förderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützt wird. Gemeinsam mit 14 erfahrenen Partnern aus der Kunststoff- und Recyclingindustrie, u.a. die Greiner AG, die Voelker Spezialprodukte GmbH, das Kunststoff-Institut Lüdenscheid und die Sund Gruppe mit den Marken Deiss und Bingold, wurde die Plattform im Pilotprogramm in engem Austausch entwickelt. Seit März 2020 befindet sich die Plattform im Livebetrieb, mit aktuell über 500.000 t an Material Handelsvolumen . Über 380 Unternehmen aus 49 Ländern mit Schwerpunkt Europa nutzen Cirplus bereits.

Im April 2020 wurde das Start-Up mit dem „Efficient Solution Label“ der Solar Impulse Foundation von Bertrand Piccard ausgezeichnet für die Kombination aus unternehmerischer wie ökologischer Nachhaltigkeit. Als Gewinner des DIN-Connect 2020 Awards entwickelt Cirplus neue Standards (DIN Spec) für den sektorübergreifenden Einsatz von Kunststoffrezyklaten. Zudem ist Cirplus unter anderem Mitglied in der Circular Plastics Alliance der EU Kommission, die sich zum Ziel gesetzt hat, den Einsatz von Rezyklaten in der EU bis 2025 auf 10 Mio t zu erhöhen.

gk

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