Die Zukunft der Industriellen Intelligenz erleben

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Unter dem Leitthema „Industrial Intelligence“ richtet die Hannover Messe den Blick auf die Bereiche der Künstlichen Intelligenz und des Maschinellen Lernens.

Anfang April werden wieder 6.500 Unternehmen aus 75 Ländern zur Weltleitmesse der Industrie erwartet. Großkonzerne, Mittelständler und Startups präsentieren ihre Komponenten, Prozess- und Systemlösungen für die Industrieproduktion und Energieversorgung der Zukunft. Partnerland ist in diesem Jahr Schweden. Unter dem Motto „Sweden Co-Lab“ – eine Verbindung der Konzepte Co-Creation und Innovation – präsentieren sich schwedische Unternehmen in Hannover als weltweit führende Anbieter von Smart-Industry-Lösungen und attraktiver Partner für die internationale Zusammenarbeit.

Wozu Maschinelles Lernen?

„Künstliche Intelligenz hat das Potenzial, die Industrie zu revolutionieren“, betont Dr. Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Messe AG. „In Zukunft steuern KI-Technologien vernetzte Produktionsanlagen und verbessern die Systeme fortlaufend. So steigen die Qualitätsstandards. Herstellungsprozesse werden flexibler und kosteneffizienter.“

Innovative digitale Technologien sind für Industrieunternehmen ein wichtiger Faktor um auch in Zukunft konkurrenzfähig zu bleiben. Eine Hauptrolle spielen hier Machine Learning und Künstliche Intelligenz, indem sie Daten unterschiedlicher Quellen verknüpfen, Fehler bereits im voraus erkennen und Probleme beheben. „Auf Basis von Daten ermöglicht KI eine fortlaufende Verbesserung der Prozesse“, so Köckler. „Daraus ergeben sich enorme Vorteile für Produktivität und Qualität. Das ist eine große Chance auch für den Standort Deutschland.“ Denn KI schafft Raum für neue Ideen: Das können bestehende Produkte sein, die um digitale Services erweitert werden, oder auch komplett neue Geschäftsmodelle. „Auf der Hannover Messe werden mehr als 100 konkrete Anwendungsbeispiele für Machine Learning gezeigt. Das gibt es weltweit kein zweites Mal“, erklärt Köckler.

Mit KI-Technologie können vernetzte Produktionsanlagen fortlaufend verbessert werden - ein wichtiger Innovationsfaktor für die Industrie. Foto: Deutsche Messe

Besucher können bekommen dabei etwa Roboter zu sehen, die Aufgaben in der Fabrik eigenständig lösen und ihr Wissen an andere Maschinen weitergeben, aber auch KI-Systeme, die bei Reparaturmaßnahmen detaillierte Instruktionen geben und den Techniker bei der Ausführung begleiten.

5G als Digitalisierungstreiber

Ab 2020 soll zudem der neue 5G-Mobilfunkstandard in Deutschland die Basis für eine umfassende Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft legen. Besonders für die Industrie wird 5G ein wichtiger Meilenstein, da Zukunftstechnologien wie das maschinelle Lernen in der Produktion oder autonomes Fahren dadurch anwendungsreif werden. Für die Hannover Messe wird 5G deshalb ein zentrales Thema sein. Köckler: „5G wird die Industrie in die Lage versetzen, das ganze Potenzial von Industrie 4.0 zu heben."

Welche Rolle spielt der Mensch?

Mit dem Leitthema „Industrial Intelligence“ ist aber noch mehr gemeint als smarte Technologie: nämlich die digitale Vernetzung von Menschen und Maschinen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz. „Wenn wir von den Vorzügen künstlicher Intelligenz sprechen, heißt das nicht, dass wir auf die menschliche Intelligenz verzichten könnten. Im Gegenteil“, so Köckler. „Verantwortungsbewusstsein, Kreativität und Führung – mit diesen Eigenschaften wird der Mensch in Zukunft weiterhin die wichtigste Rolle in der Industrie spielen.“

Deshalb widmet sich die Hannover Messe auch der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine. Einen wesentlichen Beitrag wird hierzu der neue Kongress „Future of Work in Industry“ leisten. Experten, Vordenker und Führungskräfte der Industrie kommen dabei zusammen, um über die Auswirkungen der Digitalisierung auf Qualifikation und Organisation der Arbeit zu diskutieren.

Für die Mobilität von morgen

Im Zentrum der individuellen Mobilität unserer Gesellschaft steht nach wie vor das Automobil. Auch hier gibt die Hannover Messe entscheidende Impulse: So wird die Hannover Messe in diesem Jahr Schauplatz des ersten Leichtbau-Gipfels der Bundesregierung.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie organisiert den „1. Lightweighting Summit“ am Messedienstag. Insgesamt zeigen mehr als 150 Unternehmen auf der Hannover Messe Leichtbaulösungen. Hauptabnehmer ist die Automobilbranche, doch auch andere Branchen entdecken mehr und mehr die Potenziale von Leichtbau, die sich längst nicht in Gewichts-, Material- und Kostenreduktion erschöpfen. Vielmehr geht es darum, ein Produkt oder Bauteil besser zu machen – etwa im Hinblick auf Belastbarkeit, Effizienz, Design und Ressourcenverbrauch.

Im Bereich Electric Vehicle Infrastructure dreht sich alles um Ladetechnologien, neue Abrechnungssysteme oder alternative Mobilitäts- und Transportlösungen. Im gleichnamigen Forum diskutieren Experten branchenübergreifend, wie sich die Mobilität von morgen gestaltet und welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen.

Der Zukunft einen Schritt voraus

Doch was kommt eigentlich nach der vierten industriellen Revolution? Die Hannover Messe veranstaltet deshalb erstmals den Industrial Pioneers Summit – ebenfalls am Messedienstag. Dort wird über Digitalisierung, KI, Mensch-Maschine-Kollaboration und Plattformökonomie diskutiert. Eingeladen sind Vordenker und Innovationstreiber aus Industrie, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Es geht darum, Erkenntnisse, Meinungen und Theorien über Entwicklungen und Szenarien auszutauschen, um gemeinsam zu einer Vision für das Jahr 2025 zu kommen.

db

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