Die neue Zukunft von Sheet Molding Compounds

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Ein Firmen-Konsortium investiert in die Zukunft von Sheet Molding Compounds (SMC). Dabei kooperiert AZL Aachen mit dem Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV) an der RWTH Aachen.

Ein Konsortium aus internationalen Firmen hat sich zusammengeschlossen, um die Zukunft von Sheet Molding Compounds (SMC) voranzutreiben, einem duroplastischen Faserverbundmaterial zur Herstellung von Leichtbau-Komponenten. Die Firmen starten am 12. September 2017 eine gemeinsame Markt- und Technologiestudie. Unternehmen entlang der gesamten SMC-Wertschöpfungskette sowie Firmen mit einem Interesse an der SMC-Technologie sind eingeladen, an der Studie teilzunehmen.

Studie über die ganze SMC-Wertschöpfungskette

Dr. Thierry Renault, Manager of Partnerships bei Faurecia Composite Technologies: Starkes Interesse an SMC-Verfahren Foto: Faurecia

Um neue Anwendungen für SMC in stark kostengetriebenen Branchen wie dem Automobilbau zu erschließen, wird eine neue Generation von High-Performance-SMC (HP-SMC) notwendig. Diese besteht aus kurzen oder kontinuierlichen Karbon- oder Glasfasern oder einem Gemisch dieser Fasern sowie speziellen duroplastischen Harzsystemen. Die SMC-Hochleistungsvarianten zeichnen sich durch eine hohe Anzahl an Wechselwirkungen zwischen Material und Prozess aus, die Herausforderung und Chance zugleich sind und in der Studie adressiert werden.

Dr. Thierry Renault, Manager of Partnerships bei Faurecia Composite Technologies: "SMC ist ohne Zweifel eine Composite-Technologie, die in der Automobilindustrie etabliert ist. Tatsächlich bemerken wir derzeit ein wiederkehrendes Interesse an Standard-SMC-Verfahren sowie eine starkes Interesse an High-Performance SMC. Die Industrie muss nun klar das Potenzial, die Vorteile, aber auch die Herausforderungen für neue Produkte definieren, die mit den verbesserten SMC-Materialien erzielt werden können. Die AZL-Plattform baut auf dem starken wissenschaftlichen Hintergrund der Aachener Universität und ihrer Institute auf und bietet dadurch industriellen Partnern einen besseren Blick auf die weitere Entwicklung."

SMC weiterentwickeln

Peter Schmidt, Geschäftsführer Polynt: SMC auf ein neues High-Performance-Niveau bringen Foto: Polynt

Peter Schmidt, Geschäftsführer von Polynt aus Miehlen betont die Notwendigkeit, SMC weiterzuentwickeln: "SMC hat eine lange Tradition bei Polynt. Wir arbeiten an der Studie mit, da das AZL uns eine Plattform bietet, den Werkstoff mit neuen Rohstoffen, Rezepturen und Prozessen auf ein neues High-Performance-Niveau zu bringen und damit neue Anwendungen zu erschließen und bestehende Applikationen neu zu beleben. Wichtig für uns ist es dabei, dass am AZL Mitglieder der gesamten Wertschöpfungskette – vom Rohstoff bis zum OEM – aktiv über die nächsten Monate daran mitarbeiten."

Ziel der Studie ist es, detailliertes Wissen zu SMC-Anwendungen, -Technologie und -Simulationsmethoden zu erarbeiten. Die 12-monatige Studie ist als Konsortialstudie konzipiert und bezieht Firmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette ein. Dieser Ansatz ermöglicht es den Teilnehmern, vom Wissen aller Studienpartner und einbezogener Experten zu profitieren und den Verlauf entsprechend ihres Bedarfs zu beeinflussen. Beim Kick-Off-Meeting am 12. September werden Materialien, Use Cases sowie Berechnungs- und Produktionstechnologien diskutiert, die im Fokus der Studie stehen werden.

SMC als Verfahren für die Großserie

Dr. Reiner Karl, Geschäftsführer Mahr Metering Systems: Neue Dosier- und Mischtechniken, um Batchprozesse durch einen kontinuierlichen Prozess abzulösen

SMC ist ein traditionelles, wichtiges Verfahren für die Großserie, das jetzt mit neuen Harzen und Fasern ein attraktiveres Preis-Leistungsspektrum erreichen kann. "Wir einwickeln neue Dosier- und Mischtechniken, um Batchprozesse durch einen kontinuierlichen Prozess abzulösen. Ziel ist eine höhere Flexibilität in der Rezeptur und eine gleichbleibende Qualität im Herstellungsprozess. Die AZL-Plattform bietet uns die Möglichkeit, die Anforderungen des Prozesses mit etablierten SMC-Herstellern und -Verarbeitern zu diskutieren", hebt Dr. Reiner Karl, Geschäftsführer bei Mahr Metering Systems hervor.

Umfang und Inhalt der Studie wurden in enger Zusammenarbeit mit der industriellen AZL-Workgroup entwickelt. Die Workgroup greift auf das am RWTH Aachen Campus vorhandene Großserien- und Versuchsequipment zurück, wie die kürzlich beim AZL aufgebaute 1.800-Tonnen-Composite-Presse von Schuler und auf das über viele Jahrzehnte aufgebaute Know-how des IKV im Bereich der Verarbeitung sowie der Prozess- und Struktursimulation. So werden auch zukünftige Entwicklungsprojekte, die sich aus der Studie ableiten, direkt vor Ort in kurzen Laufzeiten realisiert.

mg

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