Dichtungen unter Hochdruck

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Für das erste 3-A Sanitary Standards zertifizierte Hochdruckventil für Hygiene-Anwendungen hat Freudenberg Dichtungstechnik aus EPDM und PTFE entwickelt.

Auch die für neue Ventilkonstruktionen notwendigen Dichtungen müssen den Hygiene- und Design-Vorgaben des weltweit akzeptierten 3-A Sanitary Standards entsprechen. Die Zertifizierung dieser weltweit akzeptierten Hygiene-Standards umfasst sowohl das Design als auch die Herstellung von Komponenten, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen. Bislang standen für produktberührende Anwendungen der Lebensmittelindustrie keine nach dem Standard konformen Hochdruckventile zur Verfügung. Das erste hat nun der italienische Ventilhersteller Bardiani Valvole auf den Markt gebracht. Freudenberg Sealing Technologies hat in dessen Auftrag eine neue standardkonforme Haupt-Stangendichtung entwickelt, die für Hochdruckanwendungen bis 150 bar geeignet ist. Zusätzlich, so die Anforderung, sollte die neue Dichtungslösung auch in der Vorgängergeneration des Hochdruckventils einsetzbar sein.

Werkzeugfrei hergestellte Prototypen

Das Ergebnis der gemeinsamen Entwicklungsarbeit ist eine Dichtung bestehend aus einer Dichtlippe aus EPDM 302 oder Fluoroprene XP 43 in Kombination mit einem Stützring aus PTFE. Inspirieren ließen sich die Entwickler dabei vom Design einer bewährten Schaftdichtung und eines O-Rings mit Stützring. Es entstand daraus eine neuartige Kombination dieser beiden Elemente. Um den Entwicklungsprozess so schnell und so wirtschaftlich wie möglich zu gestalten, ließ das Entwicklerteam zunächst werkzeugfrei hergestellte Prototypen anfertigen. Die Validierung der Dichtungen erfolgte anhand dieser Muster. Möglich macht dies der Freudenberg Xpress Service. Er bietet gedrehte Dichtungen aus Originalwerkstoffen und Originalprofilen für Prototypen, Ersatzteile oder wirtschaftliche Kleinserien.

Durch die werkzeugfreie Herstellung entstehen für den Kunden Kosten- und Zeitvorteile. Besondere Dreh- und Frästechniken ermöglichen es, individuelle Designs exakt zu realisieren. Auch die maßgeschneiderte Dichtungslösung für das neue Hochdruckventil konnte so in sehr kurzer Zeit ökonomisch hergestellt werden.

Die nach Hygienic Design Vorgaben totraumfreie Konstruktion der Dichtung verhindert, dass sich Rückstände von Prozess- und Reinigungsmedien absetzen. Damit entspricht das Dichtungsdesign allen relevanten Vorgaben für Anwendungen in der Getränke- und Lebensmittelindustrie sowie der pharmazeutischen Industrie. Beide verwendeten Werkstoffe zeichnen sich durch eine sehr gute thermische Beständigkeit und ausgezeichnete mechanische Eigenschaften aus. Zudem erfüllen sie die strengen Anforderungen für den Einsatz in CIP-/SIP-Prozessen (Cleaning In Place/Sterilization In Place).

Standardkonforme Dichtungsmaterialien

Fluoroprene XP ist ein hochfluorierter Werkstoff der speziell für extreme Anwendungen in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie entwickelt wurde. Er eignet sich für alle Anwendungen mit Desinfektions- und Reinigungsmitteln, Dampfsterilisationen, hohen Temperaturen (bis +200 °C), hohen Konzentrationen von Fetten und Aromen sowie Speiseölen. Die Kombination einer elastischen Dichtlippe mit einem PTFE-Stützring macht die Lösung extrem druckbeständig. Alle verwendeten Dichtungsmaterialien sind konform zur EU (VO) 1935/2004, FDA, USP Chapter 87 und 88 und 3-A Sanitary Standards.

Das Resultat der Kombination aus neuer Dichtungsgeometrie und bewährten Werkstoffen ist eine kundenspezifische Dichtungslösung, die auf Basis der Kundenanforderungen innerhalb eines sehr kurzen Entwicklungsprozesses ohne Werkzeugkosten entstand.

sk

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