Deutsche Industrie setzt massiv auf den 3D-Druck

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Der Markt für Additive Fertigung in Deutschland ist laut IWD erneut deutlich gewachsen und das Wachstum dürfte sich sogar noch beschleunigen.

Autoteile, medizinische Werkzeuge, Sportartikel – mit additiver Fertigung lassen sich heute die unterschiedlichsten Dinge herstellen. Umgangssprachlich als 3D-Druck bezeichnet, zählt die Technologie nach Überzeugung des Instituts der deutschen Wirtschaft IWD, Köln, zu den Schlüsselfaktoren für die Industrie 4.0. So wird in vielen deutschen Industrieunternehmen laut einer Umfrage des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) die additive Fertigung bereits eingesetzt.

28 Prozent der deutschen Industrie druckt schon in 3D

Bis 2023 soll der Weltmarkt für Additive Fertigung auf 27,3 Mrd. USD steigen. Foto: IWD/Quelle: Wohlers

Im Jahr 2018 nutzten bereits rund 28 % der Industrieunternehmen in Deutschland den 3D-Druck. Das ist ein Anstieg gegenüber 2016 um acht Prozentpunkte. Von den Firmen mit mehr als 500 Beschäftigten setzen sogar bereits 35 % das Verfahren ein. Meist werden damit Formen für Werkzeuge und Ersatzteile hergestellt.

Wie der IWD mitteilte, lässt sich die zunehmende Bedeutung des 3D-Drucks auch an den weltweiten Wachstumszahlen ablesen: Von 2014 bis 2018 stieg der weltweite Umsatz mit additiver Fertigung jährlich um mehr als 18 %.

Mit einem Umsatz von 9,3 Mrd. USD im Jahr 2018 ist der 3D-Druck zwar noch immer eine Nischentechnologie. Angesichts eines Anteils der Fertigungsindustrie von 16 % an der weltweiten Wirtschaftsleistung bieten sich aber große Potenziale. Neben physischen Produkten werden auch auf additive Fertigung bezogene Dienstleistungen, mit denen sich Umsätze generieren lassen, immer wichtiger.

Schnelles Wachstum hält weiter an

Das amerikanische Consultingunternehmen Wohlers Associates, das sich schon seit vielen Jahren mit der Additiven Fertigung beschäftigt, geht in seiner Prognose dementsprechend von einem weiter schnell wachsenden Markt aus. So soll der Umsatz mit Additiver Fertigung soll bis zum Jahr 2023 auf 27,3 Milliarden Dollar steigen.

Die Technologie bietet viele Vorteile gegenüber der konventionellen Fertigung. So lassen sich mittels 3D-Druck leichter individuelle Produkte herstellen oder kreative Designs umsetzen. Außerdem können komplexe Strukturen in einem durchgängigen Prozess angefertigt werden, für die es bei traditioneller Herstellung vieler Einzelschritte bedarf. Ein aktuelles Beispiel: Die Sohle eines neuen Schuhs von Adidas lässt sich in einem Prozessschritt in 20 Minuten drucken.

Auch in vielen anderen Anwendungen profitiert der 3D-Druck davon, dass sich komplexe Strukturen in einem durchgängigen Prozess anfertigen lassen, für die es bei traditioneller Herstellung vieler Einzelschritte bedarf.

Es gibt allerdings auch eine große Herausforderung für alle Unternehmen, die auf die Produktion mithilfe des neuen Druckverfahrens setzen: Letztlich braucht es nur den Datensatz eines gedruckten Produkts, um dieses zu reproduzieren. Entsprechend wird es für die Betriebe immer wichtiger, die eigenen Daten und Ideen dauerhaft und effektiv gegen Produktpiraten zu schützen.

gk

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