Der Roboter überwacht sein Vakuumsystem

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Die Wittmann-Gruppe hat ihre Robotertechnik weiterentwickelt und eine neue Funktion zur Verschleißüberwachung des Vakuumsystems eingebaut, die die Planung von Wartungsarbeiten entscheidend vereinfacht. Diese Überwachungsfunktion ist ab sofort für sämtliche W8-Servoroboter verfügbar.

Dass kleine Ursachen große Wirkungen haben können, ist allgemein bekannt. Als ein Beispiel für diese Binsenweisheit aus dem Zusammenhang der automatisierten Kunststoffproduktion kann der Verschleiß von Greifersystemen genannt werden. Ganz besonders sind hier Systeme betroffen, bei denen Vakuum zur Entnahme und Fixierung der Spritzgießteile zum Einsatz kommt. Durch die andauernde Wechselbelastung der Vakuumsauger während des Entnahmezyklus treten Abnutzungen auf. Ebenso kann es an den Verbindungsstellen der Vakuumverschlauchung zu Undichtigkeiten kommen. Als Konsequenz dieser Umstände kann der Fall eintreten, dass der zu entnehmende Kunststoffteil vom Robotergreifer nicht korrekt erfasst werden kann.

Typischerweise wird der Roboter bei Eintreten eines solchen Falls die entsprechende Sequenz aus Sicherheitsgründen nicht weiter durchführen. Denn immerhin besteht im Formbereich die Gefahr, dass das Werkzeug auf einen nicht entnommenen Teil schließt, und somit könnte ein unter Umständen sehr kostspieliger Werkzeugschaden auftreten. Auch ein Teileverlust außerhalb des Werkzeugbereichs wird bei den meisten Anwendungen zu einem Stopp des Ablaufs führen, da der verlorengegangene Kunststoffteil nachfolgende Ablagetätigkeiten behindern und auch noch zu einem Greiferschaden führen könnte.

Anlagenausfall vorgebeugt

Bei Eintreten eines solchen Fehlerfalls kommt es also zumeist zum Abbruch der Robotsequenz und zum unausweichlichen Maschinenstillstand. Mit anderen Worten, der Ausfall einer Komponente mit einem Anschaffungswert von einem einzigen Euro verursacht weit höhere Kosten für den nachfolgenden Maschinenstillstand, die durchaus im dreistelligen Bereich liegen können. Um derartigen Ausfällen vorzubeugen, sind die Wittmann-Roboter der W8-Serie ab sofort mit einer einstellbaren Funktion zur Verschleißüberwachung des Vakuumsystems ausgestattet.

Schematische Darstellung der Vakuumüberwachungs-Funktionalität und eine R8-Robotersteuerung mit der entsprechenden Bildschirm-Darstellung Foto: Wittmann

Wittmann-Roboter mit R8-Steuerung können vom Bediener im Hinblick auf das Verhalten bei Teileverlust beliebig programmiert und an die jeweilige Situation angepasst werden. Schon bisher erlaubte es die R8-Robotsteuerung, das Vakuumniveau für jeden einzelnen Saugkreis individuell auf der Teachbox einzustellen, und diese Einstellwerte als Bestandteil der Ablaufsequenz zu speichern. Die individuelle Rückmeldung eines gegebenenfalls vereinzelt auftretenden Unterdrucks ermöglicht dann die Festlegung der optimalen Einstellung hinsichtlich der vorhandenen Oberflächenstrukturen von Kunststoffteilen. So wird es möglich, in sehr spezifischer Weise auf Druckverlust zu reagieren.

Zusätzliches Vakuum-Vorwarnsystem

Die neue Vakuum-Analysefunktion fungiert nun als zusätzliches Vorwarnsystem. Sollten sich die Unterdruck-Verhältnisse kontinuierlich weiter verschlechtern – was auf zunehmenden Verschleiß schließen lässt –, wird eine entsprechende Warnung ausgegeben. Der Roboter kann jedoch bis zum tatsächlichen Teileverlust weiter verfahren, idealerweise bis zur nun frühzeitig ermöglichten Fehlerbehebung im Automatikbetrieb, was einem überraschenden Maschinenstillstand vorbeugt.

W8-Roboter gestatten die standardmäßige Unterstützung von acht Vakuumleitungen, wovon jede einzelne spezifisch konfiguriert werden kann. Der jeweilige Unterdruck wird über einen analogen Messeingang eingelesen und für die Frühwarnung ausgewertet. Die Limits für die Frühwarnung können vom Bediener vorgegeben werden. Diese Funktionalität ist als Standardfeature im Funktionsumfang der R8-Steuerung vorhanden.

"Innovationsbereitschaft äußert sich nicht zuletzt dadurch, dass auch den oft sehr speziellen Randbereichen einer automatisierten Produktion die ihnen zukommende Aufmerksamkeit zuteil wird. Wir möchten unsere Kunden auch bei der Bewältigung alltäglich auftretender kleinerer Probleme unterstützen", so Martin Stammhammer, Internationaler Verkaufsleiter Roboter und Automatisierungssysteme der Wittmann-Gruppe. "Die kontinuierliche Wartung ist eine Tätigkeit, die schlicht nicht umgangen werden kann. Hier bemühen wir uns, den Anwendern die Planung zu erleichtern und wir helfen dabei, ungeplante Stillstandszeiten zu vermeiden."

gr

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