Das IKV trauert um verstorbenen Professor Georg Menges

Ehemaliger Leiter des IKV, Professor em. Dr.-Ing. Dr. mont. E. h. Georg Menges, im Alter von 98 Jahren verstorben. Foto: IKV

Ehemaliger Leiter des IKV, Professor em. Dr.-Ing. Dr. mont. E. h. Georg Menges, im Alter von 97 Jahren verstorben.

Die RWTH Aachen University und das IKV trauern um den verstorbenen Professor Georg Menges, einen engagierten Pionier und einen besonderen Freund. Professor Menges wurde in Gernsbach/Baden geboren und studierte nach Kriegsdienst und mehrjähriger Kriegsgefangenschaft ab 1949 Maschinenbau an der damaligen TH Stuttgart, wo er 1955 mit einer Arbeit zum Sprödbruchverhalten von Metallen zum Dr.-Ing. promovierte. Anschließend wechselte er zunächst in die Eisenhüttenindustrie, wendete sich aber schon bald der aufkommenden Kunststoffindustrie zu und wurde 1965 auf den neu eingerichteten Lehrstuhl für Kunststoffverarbeitung der TH Aachen berufen, den er bis zu seiner Emeritierung 1989 innehatte. Gleichzeitig wurde ihm die Leitung des Instituts für Kunststoffverarbeitung an der RWTH Aachen übertragen.

Professor Georg Menges, der kreative Impulsgeber

Schnell etablierte sich Menges als kreativer Impulsgeber und dynamischer Manager des rasch wachsenden Instituts und es gelang ihm, zahlreiche Firmen der noch jungen Kunststoffbranche als Kooperationspartner und Mitglieder der IKV-Fördervereinigung zu gewinnen. Sehr früh erkannte er den Nutzen der Verbindung von Wissenschaft und Wirtschaft und entwickelte diese zum Leitbild und Markenkern des IKV.

Die zunehmende Nachfrage nach qualifizierten Kunststoffingenieuren veranlasste Menges, die Einrichtung eines eigenen Studiengangs zu betreiben, und so wurde an der RWTH Aachen 1970 erstmalig an einer Universität die Studienrichtung „Kunststofftechnik“ angeboten. Unkonventionelle Lehrmethoden – so muss aus Gründen der Anschaulichkeit auch mal eine Spritzgießmaschine in den Hörsaal geschafft werden –, eine praxisorientierte Ausbildung und sein besonderes Charisma führten zu regem Zulauf, so dass Menges am Ende seiner aktiven Laufbahn auf über 1.000 in seiner Wirkungszeit ausgebildete Diplom-Ingenieure und mehr als 200 Promotionen zurückblicken konnte.

Zahlreiche Auszeichnungen für verstorbenen

Für seine Verdienste um die Kunststofftechnik werden Menges zahlreiche hohe nationale und internationale Auszeichnungen zuteil. Besonders hervorzuheben, weil sich hierin Breite und Tiefe der Wertschätzung seines Wirkens wiederspiegeln, sind die Verleihung des Verdienstkreuzes 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland sowie des Handwerksabzeichens in Gold, die Aufnahme in die Plastics Hall of Fame der Plastics Academy, USA, sowie die Verleihung der Ehrendoktorwürde der Montanuniversität Leoben.

sl