Corona hinterlässt gravierende Spuren im BIP

Neueste Berechnungen vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) zeigen, dass das deutsche BIP zwischen Januar 2020 und Juni 2021 um rund 300 Mrd. EUR geschrumpft ist. Foto: Fotolia

Die aktuelle Corona-Pandemie kostet Deutschland 300 Mrd. EUR Bruttoinlandsprodukt (BIP).

Neueste Berechnungen vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) zeigen, dass das deutsche BIP zwischen Januar 2020 und Juni 2021 um rund 300 Mrd. EUR aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie geschrumpft ist. Mehr als 13 % der Deutschen sind vollständig geimpft, die Inzidenz sinkt, in einigen Regionen ist Normalität wieder möglich. Das macht Hoffnung. Die Wirtschaft wird allerdings Jahre brauchen, bis Verluste und Verwerfungen ausgeglichen sind.

Die Corona-Pandemie verliert zwar nach und nach ihren Schrecken, allerdings hat sie gravierende Spuren hinterlassen. Insgesamt schrumpft das BIP, wie eingangs erwähnt, zwischen Januar 2020 und Juni 2021 um rund 300 Mrd. EUR. Grundlage für die Berechnung des IW ist die Modellierung einer intakten Wirtschaft ohne Corona und der Vergleich mit der realen Entwicklung.

Immense indirekte Corona-Folgen

Dabei entstand vor allem während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 ein Schaden von rund 100 Mrd. EUR. Weitere 140 Mrd. EUR Verluste ergeben sich seit dem Lockdown im Herbst 2020 bis Ende Juni 2021. Dabei sorgen nicht nur die Schließung von Einzelhandel, Restaurants, Hotels und Kultureinrichtungen für den enormen Einbruch, sondern auch indirekte Folgekosten: So mussten beispielsweise Autohersteller in mehreren europäischen Werken die Bänder anhalten, weil Halbleiter derzeit Mangelware sind. Ohne sie sind technische Komponenten wie digitale Tachos undenkbar. Die stillstehende Produktion wirkt sich spürbar auch auf die Konjunktur aus.

Die Grafik zeigt, dass alleine während des ersten Corona-Lockdowns im Frühjahr 2020 ein Schaden von rund 100 Mrd. EUR beim deutschen BIP entstand. Weitere 140 Mrd. EUR Verluste ergeben sich seit dem Lockdown im Herbst 2020 bis Ende Juni 2021. Grafik: IW Köln
Das massive absacken des BIP aufgrund von Corona, hinterlässt auch starke Wohlstandsverluste, wie die Grafik deutlich zeigt. Grafik: IW Köln

Erholung des BIP wird Jahre dauern

Immerhin machen die zunehmenden Impfungen Hoffnung. „Die Impfgeschwindigkeit nimmt endlich zu, das ist ein nicht zu unterschätzendes Signal an die Wirtschaft“, sagt IW-Direktor Michael Hüther. „Trotzdem dürfen wir nicht der Illusion erliegen, dass die Krise keine Spuren mehr hinterlässt. Ohne Corona wäre die Wirtschaft weitergewachsen. Es wird Jahre dauern, bis die Verluste und die strukturellen Verwerfungen ausgeglichen sind.“

sl

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