Composites beflügeln die Luftfahrtindustrie

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Der Einsatz von CFK in der Luftfahrt boomt. Gut ein Drittel der Jahresproduktion geht in die Luftfahrtindustrie. Die Composites Europe 2017 präsentiert hierbei Trends bei Entwicklung und Einsatz von Verbundstoffen.

Faserverstärkte Kunststoffe sind in der Luftfahrtindustrie so gefragt wie noch nie. Dies trifft besonders auf CFK zu. Zu verdanken ist das der weltweiten Flugzeugproduktion, deren Zuwachsraten jährlich um 7 % steigen. Welche Einsatzmöglichkeiten sich für CFK und andere Verbundwerkstoffe in der Luft- und Raumfahrtindustrie bieten, zeigen vom 19. bis 21. September 2017 die Aussteller der Composites Europe. 35.200 t CFK gehen aktuell jährlich in die Luftfahrt­industrie. Das ist ein Drittel der jährlichen CFK-Produktion weltweit. Der Verbrauch soll sich bis zum Jahr 2022 auf rund 65.000 t fast verdoppeln.

Prof. Dr. Axel Herrmann, Technologievorstand CFK Valley: "Mittlerweile ist der CFK-Markt von der Automatisierung durchdrungen." Foto: Airbus

Trend zur Automatisierung

Auch Branchenkenner Prof. Dr. Axel Herrmann bestätigt, dass gerade im Flugzeugbau der Einsatz von CFK boomt. Er ist Technologievorstand des CFK Valley, eines Faserverbundnetzwerks zur Optimierung der CFK-Wertschöpfungskette, und Geschäftsführer des Composite Technology Center in Stade, einer Tochter von Airbus. Aus CFK entstehen in Airbus-Werken unter anderem komplette Flugzeugrümpfe und Flügel sowie Seitleit- und Höhenleitwerke. Pro Monat werden allein in Stade 55 t CFK verarbeitet. Die Produktion weist heute einen sehr hohen Automatisierungsgrad auf: "Mittlerweile ist der gesamte Markt von der Automatisierung durchdrungen. Auch für kleine und mittlere Firmen gibt es inzwischen für die CFK-Bearbeitung viele Anbieter von Automatisierungstechnik", erklärt Professor Herrmann.

Rundgang und Vorträge zum Thema Luftfahrt

Auf die Bedürfnisse aus der Luftfahrtindustrie an den Compositemarkt gehen auf der Composites Europe beispielsweise Baur Sohn, Keller Lufttechnik, Ocsial und Solvay ein. Auch das Programm richtet sich an Interessenten mit dem Schwerpunkt Luftfahrt. Am ersten Messetag, Dienstag, 19. September um 15:30 Uhr, geht es in einem einstündigen Themenrundgang zu führenden Firmen der Branche, darunter Airtech Europe, Dieffenbacher, Evonik, Gunnar International oder Grasse. Da die Teilnehmerplätze begrenzt sind, ist eine rechtzeitige Anmeldung empfohlen.

CFK als Kostentreiber in der Verbindungstechnik

Wenn es um die CFK-Bearbeitung geht, sieht Prof. Herrmann gerade in der Verbindungstechnik Entwicklungsbedarf. "Es ist – mit Blick auf 2,5 Mio. Nieten etwa bei einem Airbus A 320 – ein echter Kostentreiber", erklärt der CFK-Experte. "Wir brauchen für die Nieten nämlich 2,5 Mio. Löcher, die sich aber in CFK deutlich langsamer als in Metall bohren lassen. Das treibt auch die Produktionskosten in die Höhe." Infrage kämen langfristig der Einsatz von Thermoplasten, die sich schweißen lassen, oder geklebte CFK-Strukturen, deren Qualität sich aber noch nicht zerstörungsfrei überprüfen lässt. Daher seien Alternativen vorerst nicht in Sicht, denn es dauere in der Regel viele Jahre, bis sie sich zu prozesssicheren und amtlich zugelassenen, zertifizierten Verfahren weiterentwickelt haben.

Doch trotz dieser noch zu klärenden Detailfragen habe Deutschland bei der CFK-Technologie weltweit eindeutig die Nase vorn. Prof. Herrmann: "Das sollten wir nun auch volkswirtschaftlich ausnutzen, indem wir mit der Composites Europe eine Messe etablieren, deren Angebote Interessenten und Besucher aus der ganzen Welt anziehen. Das ist einer der Gründe, warum wir diese Messe unterstützen."

db/mg

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