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Cobots: Das sind die drei Trends auf dem Markt

Der Trend geht hin zu sehr kleinen Traglasten: Der MG400 Cobot des chinesischen Anbieters Dobot ist für Traglasten bis maximal 500 g ausgelegt. Foto: Dobot

Für größere Nutzlasten, für Mikro-Nutzlasten, mobile Varianten – das sind laut Interact Analysis die Trends bei Cobots.

Cobots entwickeln sich zunehmend zu einer Mainstream-Technologie – und damit verbunden sind neue Trends in diesem Wachstumsmarkt: Nach Beobachtung der Marktforscher von Interact Analysis kommen in diesem Zuge neue Cobot-Varianten auf den Markt und neue Branchen werden ins Visier genommen.

Höhere Nutzlasten mit mehr als 10 kg sind gefragt

Mit dem neuen Cobot CRX-20iA/L von Fanuc sind Bauteile bis 20 kg handelbar. Foto: Fanuc

Als ersten Trend identifizieren die Experten die Entwicklung hin zu Cobots mit größeren Nutzlasten: Im Jahr 2021 entfielen laut Interact Analysis 83 % der Gesamtlieferungen auf leichte Cobots mit einer Nutzlast von weniger als 10 kg. Größere Nutzlast-Cobots mit einer Nutzlast von mehr als 10 kg machten 17 % aus. „Dieser Marktanteil wird im Laufe der Zeit langsam wachsen, insbesondere im Bereich von 10 bis 12 kg, da diese Cobots in neue Szenarien vordringen, in denen schweres Heben erforderlich ist“, sagt Maya Xiao, Senior Analyst bei Interact Analysis. Als Beispiele nennt sie die Halbleiterindustrie, die Automobilindustrie und die Logistik. Mainstream-Cobot-Hersteller wie UR, Techman und Aubo bieten bereits Modelle mit größeren Nutzlasten an. „Da schwerere Cobots zudem teurer sind, wird ihr Marktanteil in Bezug auf den Umsatz einen beeindruckenden Anstieg von 20 % im Jahr 2021 auf 25 % im Jahr 2026 verzeichnen“, so Xiao.

Große und kleine Cobot-Varianten gewinnen Marktanteile

Am anderen Ende des Spektrums gewinnen auch sehr kleine kollaborative Roboter auf den Märkten an Zugkraft. „Kollaborative Desktop-Roboterarme mit einer Traglast von etwa 500 g werden zunehmend für Präzisionsarbeiten in Branchen wie der Elektronikindustrie eingesetzt“, formuliert Xiao Trend 2. Kawasaki, ABB und Dobot seien hier die großen Akteure.

Trend 3: Mobile Cobots gewinnen an Marktakzeptanz

Ein weiterer Trend sind laut Interact Analysis mobile Cobots, wie die von Fanuc hergestellt werden. Dabei ist der kollaborative Arm auf ein mobiles Fahrgestell montiert. Bislang werden sie in der Industrie nur in begrenztem Umfang eingesetzt. „Die Haupthindernisse waren technologischer Natur: Wie kann man eine integrierte Funktionalität für die wichtigsten Teile des Roboters erreichen, also das Chassis, die Sensoren, den Roboterarm und die Endeffektoren“, erklärt die Analystin. „Diese Herausforderungen haben sich auf die Preisgestaltung ausgewirkt. Aber die Technologie hat sich weiterentwickelt, und die Marktakzeptanz dieser Maschinen ist gestiegen.“

Auf die Halbleiterindustrie – ein Sektor, der viel in automatisierte Anlagen investiert – entfiel 2021 ein großer Teil der mobilen Cobot-Einsätze, wobei die Technologie in Szenarien wie der Waferherstellung und -verpackung sowie dem Be- und Entladen und der Materialhandhabung eingesetzt wird. Der zweitgrößte Endnutzer mobiler Cobots ist der neue Energiesektor, in dem Anwendungen wie die Strominspektion, die Inspektion von Rechenzentren und der Siebdruckprozess in der Photovoltaikindustrie zum Einsatz kommen. Der drittgrößte Markt ist inzwischen die Unterhaltungselektronik.

„Wir sehen ein enormes Potenzial für den Einsatz mobiler Cobots in Produktionslinien, da sie die Flexibilität bieten, die in der modernen Fertigung zunehmend gefordert wird“, ist sich Xiao sicher. „Mobile Cobots können aber auch schnell in anderen Bereichen als der Fertigung eingesetzt werden, zum Beispiel in Lagern und automatisierten Supermärkten. Weitere Nischenanwendungen, die erforscht oder erprobt werden, sind Bildung, Medizin, Aktenverwaltung und Apothekenmanagement.“

Mobile Cobots machen bis 2025 10 % des Cobot-Markts aus

Interact Analysis geht davon aus, dass mobile Cobots bis 2025 mehr als 10 % des gesamten Cobot-Marktes ausmachen und dass im Jahr 2026 mehr als 11.000 Einheiten ausgeliefert sein werden. „Diese Technologie wird zwar nur einen kleinen Teil des Marktes ausmachen, aber sie wird eine viel höhere jährliche Wachstumsrate aufweisen als ihr statischen Alternativen“, so Xiao.

In der Anfangsphase der Produktion von mobilen kollaborativen Robotern wurden die Maschinen hauptsächlich von Unternehmen entwickelt, die über Kapazitäten zur Herstellung von mobilen Chassis und Robotern verfügten, wie Omron und Siasun. Systemintegratoren spielten ebenfalls eine wichtige Rolle und kauften mobile Chassis und kollaborative Roboterarme für die kundenspezifische Montage. In jüngster Zeit geht nach Einschätzung von Interact Analysis der Trend dahin, dass Hersteller mobiler Roboter und Cobot-Hersteller bei der Entwicklung und Produktion mobiler kollaborativer Lösungen zusammenarbeiten.

Derzeit dominieren die Hersteller von mobilen Robotern den Markt mit einem Anteil von fast 70 %, wobei die Hersteller von Cobots auch ihre eigenen kundenspezifischen mobilen Lösungen entwickeln und einen Anteil von 10 % am Markt haben. Der Rest entfällt auf kundenprojektorientierte Integratoren.

Auf der Automatica vom 21. bis 24. Juni 2022 in München zeigen eine Reihe von Herstellern neue Cobots. Dazu gehören beispielsweise Fanuc, Kuka, Festo und Igus.

sk

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